Die Sonne ging langsam unter, der perfekte Zeitpunkt, um alles vorzubereiten. Ich zog mir meinen schwarzen Hoodie an, die Kapuze über meinen Kopf und tief ins Gesicht. Heute war der Tag der Tage. Der größte Einbruch der menschlichen Geschichte. Wir haben es Wochen lang geplant. Es war das Haus der reichsten Familie der Stadt. Der alte Mann, der darin lebte, war kein Vergleich zu Ebenezer Scrooge, diesem Geizhals aus der allbekannten Weihnachtsgeschichte, nur das dieser Mann um einiges unfreundlicher war. Er war der griesgrämigste Mensch auf der Welt, vermutete ich.
„Können wir endlich? Nachher ist es zu dunkel“, riss mich mein bester Kumpel aus den Gedanken. Ich nickte und zog mir die ebenfalls schwarzen Handschuhe an, die zu dem restlichen schwarzen Outfit passten. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie mein bester Kumpel eine Knarre einpackte.
„Bist du bescheuert?“, blaffte ich ihn an.
„Die ist doch nicht geladen, Idiot. Als ob ich jemanden erschießen würde“, witzelte er, doch da war ich mir gar nicht mal so sicher. Wenn er mal sauer wurde, würde er über Leichen gehen. Wegen ihm hatte ich mal eine gebrochene Nase. Ich seufzte leise, hoffte, dass alles gut gehen würde. Wir verließen das heruntergekommene Gebäude und machten uns auf den Weg. Die Straßenlaternen gingen bereits an und die ersten Haushalte knipsten ihre Lampen an. Mein bester Kumpel und ich hielten uns im Schatten der Häuser auf, um unentdeckt zu bleiben. Schließlich wäre es etwas auffällig, wenn uns jemand ganz in schwarz gekleidet sehe würde. Und kam eine Dame mit Hund entgegen. Der Köter witterte uns und zog sein Frauchen in unsere Richtung. Wir blieben abrupt stehen, hielten die Luft an. Zu unserem Glück, meckerte die Frau ihren Köter an und zog ihn auf die andere Straßenseite. Die Töle begann zu bellen, kleffte uns förmlich an. Die Frau blaffte ihren Hund an und zog ihn einfach weiter. Wir atmeten lange aus. So lange hatte ich noch nie die Luft angehalten.
Nach einer knappen halben Stunde, standen wir vor der Villa des Menschenschrecks. Ich wusste gar nicht, seid wann der einen Köter hat. Ich hielt meinen Kumpel auf und deutete in die Richtung des schlafenden Rottweilers.
„Scheiße!“, fluchte er leise, doch grade laut genug, um den Rottweiler zu wecken. Dieser stand auf und begann lautstark zu bellen, sodass im Haus das Licht anging. Niall und ich drückten uns gegen die Steinmauer, die der Alte hat aufstellen lassen und lauschten, wie sich die Tür öffnete. Ich sah ihn schon vor mir, mit einem Gewehr in den Händen, suchte er den Weg ab. Als er nach zwei Minuten noch immer nicht wieder ins Haus gegangen war, wagte ich einen Blick um die Mauer. Der Rottweiler kleffte noch immer wie ein verrückter. Meine Vermutung hatte sich bestätigt. Der Alte hatte tatsächlich eine Waffe in der Hand und suchte nach Einbrechern. Der Köter war an einer Eisenleine angeleint und trug ein Stachelhalsband. Ich fragte mich, ob es ihm nicht die Luft abschnürte, so wie er an der Leine zog.
„Was macht der denn so lange?“, hörte ich Niall hinter mir stöhnen. „Ich hab hunger..“
„Hör auf zu jammern, verdammt“, flüsterte ich zurück und verdrehte die Augen. Niall hatte wirklich immer hunger. Dabei hatten wir vor einer Stunde erst was gegessen.
Nach einer gefühlten Unendlichkeit, ging der Alte zurück ins Haus. Als ich erneut um die Ecke schaute, sah ich seinen Köter, der mit einem Knochen beschäftigt war. Unsere Chance. Wir liefen geduckt auf das Haus zu und verschwanden im Kellerfenster, welches zum Glück geöffnet war. Im Keller waren hunderte Weinflaschen. Niall nahm eine in die Hand und las das Datum vor. 1799. Der Mann hatte wirklich viel zu viel Geld, bei so altem Wein. Niall legte die Flasche zurück und ging mit mir weiter.
Hier unten gab es nichts zum einsammeln, außer dem Wein, aber was will man schon mit uraltem Wein? Wir erreichten die Treppe zum Erdgeschoss. Leise stiegen wir empor und uns erwartete der erste Schatz. Ein silberner Ring. Ich ließ ihn in meine Hosentasche wandern und ging weiter. Irgendwo musste doch so eine Art Tresor sein, wo all sein Vermögen drin war. Wir trennten uns, um schneller mehr zu finden. Mein Weg führte mich ins Schlafzimmer des Alten. Er lag dort in einem riesen großen Bett und schnarchte. Ich hoffte inständig, er habe einen tiefen Schlaf. Ich ließ meinen Blick durch den Raum gleiten, bis er dort hängen blieb, was ich suchte. Leise schlich ich darauf zu, hielt inne, als das Bett knarrte und drehte mich schnell um. Er schlief noch. Puh. Ich schlich weiter und kniete mich von den Eisenkasten, starrte das Rädchen an und begann, eine mögliche Kombination einzugeben. Nach einigen Versuchen, schaffte ich es, ihn zu knacken und mit einem leisen Klicken sprang die Tür auf. Ein Haufen Geld sprang mir entgegen und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu Grinsen. Ich begann, ein paar der Geldstapel in meine Taschen zu stopfen, bis mich eine Stimme unterbrach.
„Das ist keine gute Idee!“ Mein Herz blieb stehen, sackte in Sekundenschnelle in meine Hose. Schweißperlen bildeten sich auf meiner Haut, rannen mit Furcht meine Schläfe hinunter. Ich ließ den Geldbündel, den ich grade in der Hand hatte, auf den Boden fallen, wo er dumpf aufprallte.
Nach einem harten Schlag gegen de Hinterkopf wurde alles schwarz.
***
hello people ♥
ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen und ihr lasst mir ein Vote da :o
als kleine Info: ich werde die Story aus seiner Sicht schreiben. ich hoffe, das ist klein Problem für euch ♥
Neverland3r xoxo
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Mute [*Abgeschlossen*]
Teen Fiction»Und man weiß nicht, was mit ihr ist?« »Sie spricht nicht.« © Neverland3r 2014
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