Kapitel 3

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2:46
Fallen_Angel
Erzähl aber mal, was hörst du so gerne?

2:57
Bist du eingeschlafen?

Süß

Strahlt mir mein viel zu heller Bildschirm ins Gesicht während ich leise gähnend meine Decke weiter über mich ziehe.

Eingeschlafen bin ich gestern tatsächlich, schon die meiste Zeit unserer Unterhaltung war ich ziemlich müde und erschöpft, doch einfach schlafen gehen wollte ich auch nicht wirklich. Es war irgendwie einfach schön so eine lockere Unterhaltung mit jemandem zu führen den man nicht kennt.

Und vor allem hat diese Frau keine Ahnung von meinem Problemen sodass ich sie ohne weiteres vergessen konnte, einfach weil sie nicht ständig nachgefragt hat und nicht jedes einzelne geschriebene Wort mehrmals überdacht hat. So hatte ich einfach das Gefühl nicht falsches schreiben zu können. Das hat es um einiges einfacher gemacht und ich hatte wirklich Spaß an der Unterhaltung.

Auch wenn ich mich jetzt wieder ein wenig über das letzte Wort wundere, nachdem sie mich gestern auch damit angeschrieben hat kam irgendwie gar nichts mehr davon durch und ich hatte es fast vergessen. Doch jetzt verwirrt es mich wieder ein wenig. Immerhin bin ich nur eingeschlafen, was soll daran schon süß sein. Abgesehen davon, warum sollte mich die Ältere auch noch süß finden.

Seufzend schüttele ich kurz den Kopf, so viele Gedanken sollte ich mir darum nicht machen. Es ist nur eine zwanglose Unterhaltung im Internet hinter der sonst gar nichts steckt. Bei ihr ist es egal was sie von mir denkt also sollte ich aufhören auch noch darüber zu grübeln. Sowieso neige ich schon zu sehr danach Sachen zu überdenken, dann muss es jetzt nicht auch noch bei ihr so sein.

Süß?

Schreibe ich daraufhin nur, für viele Worte bin ich noch deutlich zu müde.

Gerade bin ich erst aufgewacht, ich liege noch immer genau so im Bett und habe gerade mal nach meinem Handy gegriffen. Meine Haare sind noch vollkommen zerzaust und es würde mich nicht im geringsten Wundern wenn ich noch Abdrücke des Kissens habe. Abgesehen von meinen verklebten Augen aus denen ich mir den Schlaf reibe.

Nach einem kurzen nachträglichen Blick auf die Uhr, es ist schon Mittag, beschließe ich das es schon spät genug ist sich fertig zu machen. Danach kann ich dann immerhin gleich zu Jonas, vielleicht finde ich auf dem Weg dorthin ja auch noch etwas zu essen.

Langsam quäle ich mich schließlich aus meinem Bett und lege mein Handy zur Seite bevor ich meinen Rolladen zur Hälfte öffne und danach zu meinem Kleiderschrank gehe. Schnell suche ich mir einen dunkelroten Hoodie, eine schwarze Skinnyjeans und natürlich Unterwäsche sowie Socken aus.

Kurz lausche ich in die Wohnung, ich will ungern meinen Eltern begegnen, doch da es ziemlich ruhig zu sein scheint wage ich es einfach und schließe mein Zimmer auf ehe ich durch den, leider ziemlich offenen, Flur in Richtung Badezimmer gehe.

In dem durch weiße Kacheln ausgekleideten Raum schließe ich hinter mir schnell wieder ab und vermeide den Blick in den Spiegel vorerst noch. Schnell lege ich nur die neuen Klamotten zur Seite und fange an mir den Pullover und die Jogginghose welche ich noch von gestern trage auszuziehen.

Leicht fröstelnd, ich hasse den November wirklich, steige ich schnell in die Dusche wo ich an die Wange gedrückt warte bis das Wasser endlich warm ist ehe ich mich wohlig aufseufzend unter den Strahl stelle.

Zwar wird mir nicht sofort warm und meine Füße brennen sogar leicht bei dem heißen Wasser, doch dennoch fühle ich mich um einiges besser. Zufrieden aufseufzend warte ich noch bis meine Haare nass sind und noch ein klein wenig länger bevor ich das Wasser wieder ausschalte und anfange meine Haare zu waschen.

Wieder frisch angezogen und mit einem Handtuch um meine Haare geschlungen bin ich zurück in meinem Zimmer in welchem ich meine Bettdecke wieder um mich geschlungen habe. Lust dazu rauszugehen habe ich wirklich nicht, immerhin ist mir sogar hier bei laufender Heizung nicht wirklich warm, aber irgendwie muss ich ja von hier weg. So wie ich Jonas kenne wird er mich auch nur zu gerne wärmen wenn ich erstmal bei ihm bin...

Bevor ich aber losgehen kann sollten meine Haare noch ein wenig trockenen und da meine Schwester mich aus dem Bad vertrieben hat bekam ich keine Möglichkeit mich zu föhnen. Jetzt muss es eben mit meinem Glätteisen funktionieren, doch auch dafür müssen meine Haare zuerst ein klein wenig trockenen. Immerhin will ich mich ja nicht umbringen.

Ein wenig neugierig auf die Nachricht von Instagram, wenn wir weiter so viel schreiben sollte ich mal nach ihrem Namen fragen um mit das denken leichter zu machen, öffne ich die App und gehe sofort auf unsere Nachrichten.

Fallen_Angel
Ja

Ich finde die Vorstellung davon dich bei mir zu haben und mit dir zu reden bis du irgendwann einschläfst unheimlich süß. Ich weiß ja nicht ob dir das bewusst ist, aber du siehst aus wie ein Engel

Lauten ihre Antworten die mich nur noch mehr verwirren, warum sollte sie sich das bitte vorstellen? Selbst wenn sie mich mögen würde und vielleicht mit mir befreundet sein möchte, dann würde ich nicht sagen das wir schon so weit sind uns wirklich zu treffen, geschweige denn davon das ich zu ihr kommen würde.

Außerdem würde ich über eine Freundin jetzt auch nicht gerade denken das sie aussieht wie ein Engel, abgesehen davon es ihr zu sagen.

Vielleicht ist sie ja auch einfach nur ein wenig lockerer drauf oder ist halt einfach so. Ich sollte nicht wieder so viel zerdenken sondern einfach irgendwas antworten und das Thema so gut wie möglich beenden, bevor es noch schlimmer wird.

Danke?

Aber wenn wir schon bei Engeln sind, wie bist du auf deinen Username gekommen?

Frage ich schließlich einfach ehe ich mein Handy wieder beiseite lege und das Handtuch um meine Haare löse. Während ich anfange diese zu kämmen habe ich auch schon das Glätteisen eingesteckt sodass es sich langsam aufwärmt.

Erst als meine Haare dann irgendwann wieder einigermaßen trocken, und durch das glätten ein wenig länger als normal, sind ziehe ich mir die Kapuze des Hoodies über, greife nach meinem Handy und verlasse das Zimmer.

Im Flur ziehe ich mir schnell noch meine wärmste Jacke und Winterschuhe an bevor ich noch einen Schlüssel und meinen Geldbeutel einstecke und die Wohnung endgültig verlasse.

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