Hoffentlich warm genug angezogen, selbst wenn es früher oder später wohl doch kalt werden wird, machen wir uns schließlich von Angels Wohnung aus auf den Weg zur Bushaltestelle um von dort aus in die Innenstadt zu kommen in welcher der Weihnachtsmarkt ist. Der ist jedes Jahr nur am dritten Adventswochenende, wie es aussieht ist unser Timing auf jeden Fall ziemlich gut.
Dabei sind ab nächster Woche auch schon wieder Ferien, kurz darauf sogar wirklich Weihnachten. Mal schauen wie das dieses Jahr so laufen wird... hoffentlich werde ich zum Großteil damit in Ruhe gelassen. Von allem. Außer vielleicht Angel, sie bildet schließlich immer eine Ausnahme.
Sie ist einfach wirklich wichtig für mich und am liebsten hätte ich sie auch ganz für mich allein und jederzeit um mich herum. Ich will am Sonntag, was auch schon wieder morgen ist, eigentlich gar nicht gehen.
Leise seufzend steige ich hinter Angel in den Bus, durch die Kälte sind ihre Wangen und ihre Nasenspitze leicht gerötet was mit der Mütze, mit einem flauschigen Bommel oben drauf, wirklich süß aussieht. Erleichtert das hier eine der ersten Haltestellen der Linie ist setze ich mich neben Angel welche mich freudig anlächelt. Entspannt lehne ich mich ein wenig gegen die junge Frau während ich beobachte wie der Bus immer voller und voller wird.
Dadurch das der Weihnachtsmarkt nur so kurz ist wollen in der Zeit wirklich viele Menschen dort hin, nicht nur hier aus Tübingen sondern von überall her. Ich hoffe ich treffe niemanden den ich kenne... vor allem Jonas, das würde den Abend, oder eher Nachmittag wirklich zerstören. Ihn zu sehen würde vermutlich alles kaputt machen, seine Stiefverwandtschaft mit Angel verdränge ich ja auch bereits so gut wie möglich, das ist einfach nichts an das ich denken will.
Mit den meisten anderen Menschen aus dem Bus steigen wir schließlich in der Innenstadt aus, trotz dessen das es noch hell ist tummeln sich schon einige Leute auf dem Weihnachtsmarkt. Ich war schon Jahre nicht mehr hier und es ist irgendwie wirklich schön. Die vielen Standdächer, das Stimmengewirr und der Geruch nach Zimt, Honig und Punsch versetzt selbst mich in eine fast schon festliche Stimmung. Nachdem ich mich erstmal genug umgesehen habe sehe ich wieder grinsend zu Angel wobei diese mich wieder lächelnd, mit fast schon verträumten Blick, ansieht.
Jetzt wirklich freudig und ein wenig aufgeregt greife ich schließlich nach Angels Hand und ziehe sie mit mir mit weg von der Bushaltestelle stelle und in das bunte Getümmel des Weihnachtsmarktes.
Es gibt wirklich viel zu sehen, an vielen Ständen wird Selbst-gemachtes verkauft, egal ob gestrickte Socken, gehäkelte Mützen oder irgendwelche Schaffelle und allerlei aus Schafwolle. Abgesehen von jeder Menge an Essen und Punsch oder Glühwein. Natürlich dürfen auch Waffel, Crépes, Bratwürste und Süßigkeitenständen mit gebrannten Mandeln, kandierten Äpfeln, Lebkuchenherzen und Magenbrot nicht fehlen.
Gemütlich schlendern wir über den Markt der sich durch die gesamte Innenstadt zieht während unsere Hände locker miteinander verschränkt sind. Leider tragen wir beide Handschuhe sodass ich Angels warmen, weichen Händen nicht wirklich spüre. Doch es ist trotzdem schön. Glücklich lächelnd schaue ich mich weiter um wobei ich auch immer wieder zu Angel sehe um zu gucken ob es ihr auch gefällt. Immer wieder bemerke ich wie ihr Blick auf mir statt auf all den Ständen hier liegt.
Als es schließlich langsam auch dunkel wird entfaltet sich der Zauber des Marktes erst so richtig. Viele der Stände strahlen ein warmes Licht aus und auch die verschiedenen Fachwerkhäuser rund um den Markt werden mit warmem Licht beleuchtet. Zusätzlich zu dem künstlichen Schnee der auf den Dächern vieler Stände glitzert, ganze Landschaften sind auf den Holzhütten aufgebaut. Auf dem Dach eines Spielzeugstandes fährt sogar eine Modelleisenbahn im Kreis durch eine hergerichtete Winterlandschaft.
„Gefällt es dir?" fragt mich Angel schließlich als ich an einer etwas ruhigeren Stelle zwischen zwei Ständen stehen geblieben bin um mich weiter umzusehen, lange habe ich mich nicht mehr so glücklich gefühlt bei Dingen die mit Weihnachten zu tun haben. Dieser Markt gemeinsam mit Angel ist allerdings wunderschön. Mit ihr hier zu sein macht mich wirklich glücklich.
„Und wie" antworte ich ihr schließlich strahlend auf ihre Frage während Angel mich ein wenig aus dem Weg, weiter in die kleine Lücke zwischen de Ständen zieht. Dabei liegt ihr Blick weiterhin auf mir bevor sie mich einfach an sie zieht und dabei ihre Arme von hinten um meine Hüfte schlingt sodass ich ab ihrer Brust lehne. Leicht lächelnd, ich fühle mich so wirklich ziemlich wohl, lege ich meine Hände noch auf Angels wodurch sie mich nur noch näher an sich zieht.
„Danke" murmelte ich schließlich leise während mein Kopf an ihrer Schulter lehnt, Angel ist ein wenig größer als ich es bin, auch wenn mich das nicht im geringsten stört, ich mag es schon eher sogar. Was ich im Moment tatsächlich denken kann ohne mich zu fragen weshalb und ob das so richtig ist. Nur noch breiter lächelnd sehe ich zu Angel auf, selbst wenn ich mich dafür ein wenig verrenken muss, welche mich auch weiterhin lächelnd betrachtet.
„Weshalb denn, mein Engel?" fragt sie mich lächelnd während meines nur noch ein wenig breiter wird, ich mag es auch wenn sie mich so nennt. Auch wenn Angel viel eher ein Engel ist als ich es bin.
„Für alles. Du hast keine Ahnung wie viel es mir bedeutet mit dir hier zu sein. Du machst mich wirklich glücklich, und das sogar kurz vor Weihnachten" erkläre ich ihr leicht lächelnd bevor ich mich soweit verbiege das ich sie auf die Wange küssen kann welche inzwischen deutlich röter ist als noch vorher als wir auf den Bus gewartet haben. Doch gerade nach meinen Worten gerade wird es bei mir nicht besser sein, ich habe das Gefühl meine Wangen glühen förmlich.
„Das freut mich, wirklich. Dich gerade so glücklich zu sehen bedeutet auch mir wirklich viel" erwidert sie schließlich leise während ich sie nur wieder glücklich ansehe, selbst wenn ich inzwischen wohl rot leuchte. Dennoch senke ich meinen Kopf nicht oder so, viel lieber betrachte ich Angel. Ihre leuchtenden Augen, die rote Nase, ihre glühenden Wangen und die vollen Lippen. Nur kurz zögere ich noch, wir sind schließlich mitten auf einem belebten und immer voller werdenden Weihnachtsmarkt, und doch ist es mir egal. Viel zu groß ist das Bedürfnis meine Lippen endlich wieder mit Angels zu vereinen.

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Right with you
Teen FictionJana fühlt sich falsch. Nichts wirklich ungewöhnliches an sich, jeder Teenager hat so seine Probleme und fühlt sich nicht immer wohl. Nur macht auch dieses Wissen das Leben für Jana nicht wirklich angenehmer, es bring einfach nichts sich einzurede...