Noch immer war ich total geschockt, dass Mehmet mich so schnell gefunden hat. Gleichzeitig hatte ich Angst. Angst um mein Leben. Was wird er jetzt mit mir machen? Er wird mich bestrafen, weil ich unsere Tochter in Sicherheit gebracht habe. Ich war Dilan tierisch dankbar, dass er sie noch retten konnte aber gleichzeitig war ich auch traurig, weil ich genau wusste, dass ich meine Tochter so schnell nicht wiedersehen werde.
"Wie konntest du sie nur wegschaffen? Sag mir wer die geholfen hat!", forderte mich Mehmet auf. Bestimmt werde ich ihn nicht sagen, dass Dilan mir geholfen hat. Er denkt zum Glück, dass er schon zurück nach Deutschland geflogen ist. Er soll das schön weiter denken.
"Mehmet stell dir lieber die Fragen, wieso ich unsere Tochter vor ihren eigenen Vater in Sicherheit bringen musste", erwiderte ich daraufhin.
"Hör mir mal zu meine Liebe, du kannst froh sein, dass wir uns gerade in einen Krankenhaus befinden", fing er an.
"Wo ich natürlich noch länger liegen werde, wegen dir!", entgegnete ich.
"Weil du einfach übertrieben hast. Dir ging es bestens", erwiderte Mehmet daraufhin. Der spinnt doch. Mir ging es total dreckig und ich hätte ein Leben lang eine hässliche Narbe davon getragen.
"Natürlich! In welcher Welt lebst du! Wir sind nicht mehr im Mittelalter, wo man einfach mal die Frau aufschneidet und jetzt verlasse mein Zimmer, sonst rufe ich den Wachdienst", entgegnete ich empört.
"Ich warne dich! Kein Wort zur Polizei und unsere Tochter werde ich schon finden. Glaub mir", hörte ich Mehmet sagen bevor er endlich mein Zimmer verließ. Und nun? Wie soll es denn jetzt weitergehen? Ich eiß selber nicht wo sich Dilan mit meiner Tochter befindet. Ist es nicht sogar wichtig, dass man sein kind nach der Geburt bei sich hat, um eine Bindung auf zu bauen? Sowas habe ich mal gehört und nun weiß ich noch nicht einmal wo meine Kleine ist. Ich vermisse sie jetzt schon obwohl ich sie nicht lange gesehen habe. Aber ich habe sie knapp 9 Monate mit mir rum getragen. Ich hatte sie quasi die ganze Zeit bei mir und jetzt fehlt sie mir. Aber das wichtigste ist doch, dass sie jetzt in Sicherheit ist. Das hoffe ich zumindestens.
Wie soll ich sie je wiederfinden? Eine Mutter findet immer einen Weg zu ihrem Kind. Ich muss einfach einen Weg finden.
Am nächsten Tag ging es mir zum Glück besser und hatte keine Schmerzen mehr. Mir war bewusst, dass heute die Polizei kommen wird, da die Ärzte diesen Vorfall melden müssen. Es ist nicht erlaubt ohne die Einverständnis eines Menschen jemand einfach los zuschneiden. Bis jetzt weiß ich noch nicht was ich ihnen sagen soll. Ich kann doch Mehmet jetzt nicht einfach ans Messer liefen. Er ist immerhin der Vater meines Kindes. Mit ihm war ich sozusagen verheiratet und jetzt soll alles vorbei sein? Aber wenn ich so nachdenke, ist es das Beste, dass er aus den Verkehr gezogen wird. So kann ich mit unsere Tochter unbeschwert leben. Sowie ich es immer wollte. Nur mein Kind und ich.
Und schon klopfte es. Meine Anspannung wuchs aber dann kam nur Mehmet und ich atmete wieder regelmäßig. Er war mir lieber als die Polizei und das muss schon was heißen.
"Mehmet du musst mir jetzt helfen", fing ich an.
"Ach jetzt soll ich dir auch noch helfen. Es wird ja immer besser Liebes. Sag mir lieber einmal wo unsere Tochter ist, dann können wir von ganz neu anfangen", unterbrach mich Mehmet.
"Ich weiß es nicht! Ich weiß nicht wo unsere Tochter ist und das ist auch besser so. Aber Mehmet die Polizei wird jeden Moment hier sein und ich weiß wirklich nicht was ich ihr erzählen soll ohne dich zu erwähnen. Du musst mich aus den Krankenhaus schmuggeln und von hier wegbringen oder willst du in den Knast", erwiderte ich daraufhin. Sofort verstand er und zog mir den Kateter raus. Danach packte er mich unter den Kniebeugen und nahm mich hoch.
"Mehmet wir fallen auf. Du kommst hier nicht so leicht raus", klärte ich ihn erst einmal auf.
"Aisha halt einfach einmal Mal deine Klappe", entgegnete er genervt von mir. Daraufhin schloss ich die Augen und dachte nach. Ich würde am liebsten jetzt auch woanders sein als hier in seinen Armen, wo wir aus den Krankenhaus fliehen müssen. Aber warum helfe ich Mehmet. Ich hätte ihn die Polizei so liefern können und ich helfe ihn zu fliehen? Wo ist da bitte die Logik? Was mache ich eigentlich hier? Ist das nicht der größte Fehler meines Lebens? Er wird unsere Tochter finden, dass weiß ich genau. Er ist wie Halit. Er hat überall auf der Welt Kontakte und wird sie ausfindig machen. Liebe ich ihn etwa so sehr? Das ist doch unmöglich. Ich kann doch nicht jemanden lieben, der mir eigenhändig den Bauch auf geschnitten hat.
Als ich wieder die Augen öffnete saß ich in einen Wagen, einen mir unbekannten Wagen. Mehmet ist und bleibt ein Krimineller!
"Du klaust ehrlich in der jetzigen Situation ein Auto", entgegnete ich belustigt.
"Ob man dich wohl suchen wird, du Schlaue", erwiderte er daraufhin und startete den Wagen. Danach sagte ich kein Wort mehr. Ich hatte wirklich genug von ihn und seine Aussagen. Er denkt immer, dass er im Recht ist.
"Willst du gar nicht wissen wohin die Reise diesmal geht?", fragte Mehmet mich nach einer Weile.
"Weißt du, dass ist mir sowas von egal langsam", entgegnete ich abweisend. Ich war total müde und hatte keine Lust mit ihm zu reden. Es brachte doch wieso nichts.
"Ach Schatz freu dich doch. Du wolltest doch die ganze Welt sehen", hörte ich ihn sagen.
"Ja wollte ich aber in anderen Umständen", sagte ich niedergeschlagen.
"Du wirst wieder auf die Beine kommen und dann können wir noch viele gesunde Kinder bekommen", entgegnete er euphorisch. Das ist doch nicht sein ernst. Er denkt doch nicht, dass ich so tue das meine Tochter gar nicht existiere und ich noch einmal mit ihm schlafe, nachdem was er mir alles angetan hat. Ich will doch gar nicht weiter mit ihm zusammen leben. Was habe ich mir nur eingebrockt. Hätte ich ihn doch mal die Polizei ausgeliefert, dann säße ich jetzt nicht in einen umbequemen Auto, sondern im Krankenhaus mit meiner Tochter. Aber jetzt werde ich sie wohl nie wiedersehen.
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Never look back
RomansaDas ist der zweite Teil von "Der Traum von Freiheit". Also würde ich euch empfehlen erst den ersten Teil zu lesen um zu wissen, worum es überhaupt geht. Ich hoffe, das euch der zweite Teil genauso gefällt wie der erste. Aisha und Mehmet können endli...
