„Bitte Vati.", flüstere ich und ziehe an seinem Hemd. „Bitte Vati, ich hab so Angst vor dir, wenn du die anderen Wesen zum weinen oder schreien bringst...".
Ich habe lange überlegt, ob ich Vati fragen soll, dass er mit den schlimmen Sachen mit der Falle und den Feuervögeln aufhört. Mama sagte immer, es braucht Mut um in deinem Leben etwas zu verändern. Deswegen packte ich meinen ganzen Mut zusammen und habe lange auf der Wiese ein vierblättriges Kleeblatt gesucht, weil Mama so eines immer im Haar hatte.
Jetzt stehe ich neben Vati und zupfe an seinem Hemd, damit er auf mich aufmerksam wird. In der anderen Hand halte ich fest das Kleeblatt umschlossen. Aber Vati rührt nur langsam in seinem blubbernden Topf um. Wieso hört er mich nicht? Als ich wieder gehen möchte, spricht Vati auf einmal mit leiser Stimme.
„Ich hätte nie gedacht so etwas von dir zu hören Gavin." Ganz langsam dreht er sich zu mir um und schaut mich an. „Und jetzt sagt du, du hättest Angst. Angst vor deinem Vater, Angst vor der Gerechtigkeit.", er holt tief Luft und brüllt plötzlich, „DU BIST EINE SCHANDE, GAVIN! Eine Schande für alle Feuergeister! Du fragst ständig nach deiner Mutter? Deine Mutter ist so enttäuscht von dir, dass sie dich NIE WIEDER SEHEN MÖCHTE! Du bist offensichtlich schwach und willst deinen Vater ebenso hintergehen wie ALLE ANDEREN!", wild fuchtelt er mit den Armen rum und geht auf mich zu. Heiße Tränen tropfen von meinen Wangen, weil mich Mama nicht mehr mag. „Ich dachte wir wären ein Team Gavin. Nun anscheinend habe ich mich getäuscht. Es wird Zeit diesen Verrat zu bestrafen. Niemand begeht Verrat an mir Gavin, ohne Bestrafung. HÖRST DU? NIEMAND!!" Er schreit mir direkt ins Gesicht und ich versuche mich hinter einer Säule zu verstecken. „Und jetzt heulst du auch noch wie ein Schwächling. Den das bist du und du wirst auch nie etwas anderes sein, ein Schwächling!"
Vati packt mich am Arm und schleift mich Richtung Keller. „Vati...bitte...es tut mir so leid...". Ich kann keine Worte mehr sagen, immer mehr Tränen kommen und ich kann sie nicht stoppen. Ohne dass er mich ansieht, werde ich von ihm die Treppe runtergezogen, an den Gitterstäben vorbei, bis er gegenüber von dem alten Mann hinter den Gittern stehen bleibt. Der Mann liegt seltsam verrenkt und mit offenen Augen auf den Boden.
„Viel Spaß mit deinem Zimmernachbarn. Ich komme wieder, falls ich eine Verwendung für dich finde." Damit sperrt Vati das Tor neben der Zelle von dem Mann auf und wirft mich hinein. Ich zittere und mein Arm tut weh, sodass ich einfach liegen bleibe.
Mit einem Ruck knallt die Tür zu und dann...bin ich alleine. „Hallo...?", frage ich leise, aber der Mann neben mir bewegt sich nicht. Ich schaue die Fackel mir gegenüber an und versuche nicht mehr zu weinen. Das Kleeblatt habe ich immer noch in der Hand und erinnert mich an Mami. Sie wusste immer was zu tun ist. Aber wenn meine Mama mich hasst, dann weiß ich gar nicht was ich machen soll...
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Hallo zusammen,
es gab lange kein Update mehr, aber endlich habe ich es geschafft weiterzuschreiben. Vielen Dank an alle die noch dabei sind und meine Geschichte lesen.❤
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen und wollt genauso wie ich den kleinen Gavin aus seinem Verließ wieder raus holen. Mal schauen wie sich die Geschichte weiterentwickelt...
LG JaneA7😊
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Feenglück
RandomLivia fällt ein wenig aus ihrer Art und ist kaum so wie eine Fee sein sollte. Doch als die Fabelwelt von einer Mordserie erschüttert wird, wählt man sie aus, um der Sache nach zugehen. Nur ist sie nicht die Einzige, auf der alle Hoffnungen liegen. Z...