Es war voll und laut an jenem ersten September am Bahnhof von King's Cross. Passagiere verschiedener Züge rannten auf dem Bahnhof hin und her, ein emsiges Brummen entstand, das dauerhaft anhielt und stark an einen gigantischen Bienenschwarm erinnerte. Die gleichmäßigen Geräusche des Bahnhofs wurden zerrissen vom Scheppern eines vollbeladenen Wagens, der von einem rennenden Jungen geschoben wurde. Er mochte um die 11 Jahre alt sein, war relativ klein, trug eine runde Brille und hatte schwarzes Haar, das aussah als wäre er gerade aus dem Bett gestiegen. Hinter ihm her hasteten eine brünette Frau und ein schwarzhaariger Mann, die ab und zu wieder umdrehten, zurück rannten und sich bückten um etwas, das bei der wilden Jagd mit dem Wagen heruntergefallen war aufzuheben und dann mit doppeltem Tempo die anderen wieder einzuholen. James Potter sah auf die Uhr. Er hatte nie großen Wert auf Pünktlichkeit gelegt und dafür zahlte er jetzt wohl den Preis. Es war fünf Minuten vor neun. Mit einem irren Tempo raste er zwischen umher hastenden Menschen hindurch, von denen sich manche aus Überraschung, aufgrund der Dinge, die er auf dem Wagen transportierte, umdrehten und andere aus Empörung über sein halsbrecherisches Tempo. Es grenzte an ein Wunder, dass die schwarz-braune Eule, die in einem Käfig auf einem bunten Sammelsurium aus verschiedenen Koffern, Kesseln und Büchern thronte noch nicht heruntergefallen war. Aber auch wenn alles hektisch und übereilt war und er von allen Seiten seltsam angesehen wurde, fühlte er sich einfach großartig. Auf den heutigen Tag hatte er ewig gewartet, hatte die Wochen und die Tage bis zum ersten September gezählt und an diesem Tag war es endlich so weit. Er würde in die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei fahren und dort wie seine Eltern und deren Eltern und der ganze Rest seiner Familie lernen, seine magischen Fähigkeiten einzusetzen. Vier Minuten noch. Er spürte ein brennendes Stechen unter dem Rippenbogen, drosselte aber nicht mal das Tempo, sondern rannte ungerührt weiter. Sein Herz schlug schneller, als er endlich Gleis 9 und 10 entdeckte. Er wusste nicht mal mehr, ob seine Eltern überhaupt noch hinter ihm waren, aber er hatte keine Zeit sich nach ihnen umzudrehen und würde so außerdem vermutlich einen äußerst zeitaufwendigen Unfall verursachen. Er hielt auf die Absperrung zwischen Gleis 9 und 10 zu, wurde aber nicht langsamer, sondern lehnte sich nur erwartungsvoll nach vorne und legte noch einen Zahn zu. Als er die alte Backsteinmauer auf sich zurasen sah, wurde ihm ein wenig mulmig zumute. Er hatte das Ganze mindestens hundertmal mit seinen Eltern durchgesprochen, aber es war doch sehr seltsam auf eine solide Steinwand zu zu rennen. Aber langsamer wurde er trotzdem nicht. James biss die Zähne zusammen, schloss die Augen und rannte geradewegs gegen die Wand vor ihm. Doch anstatt, dass er samt seinem Wagen abprallte und über den halben Bahnhof geschleudert wurde, gab die Wand vor ihm nach und er glitt durch sie hindurch wie durch eine Wolke im Backsteindesign. Der Aufprall kam später. Als der vordere Teil des Wagens am anderen Ende der Mauer wieder auftauchte, ertönte ein ohrenbetäubendes Krachen. Koffer flogen zu Boden und James Eule Edward kreischte empört auf, als der Käfig gefährlich ins Schwanken geriet. James selbst war durch den Aufprall ein Stück zurückgeschleudert worden und lag so noch immer in der Mauer. Er erhob sich allerdings sofort wieder, hielt sich den Kopf und verließ verwirrt den Durchgang. Im ersten Moment, als er den Bahnsteig hinter der Mauer betrat, über dem die Gleisanzeige 9 ¾ hing, verschlug es ihm den Atem. Weißer Dampf strömte aus der feuerroten Lokomotive und waberte in riesigen Wolken über das gesamte Gleis. Überall standen Wägen, wie er selbst einen hatte, überall tummelten sich Gruppen verschiedenen Alters und die meisten saßen sogar schon im Zug und winkten ihren Eltern. Es war wunderschön und er konnte es nicht erwarten selbst einzusteigen, um so einen neuen Abschnitt seines Lebens zu beginnen. Dann erst bemerkte er den zweiten Jungen, dem der Wagen gehörte, in den er hineingefahren war. Er erhob sich stöhnend und sah sich etwas verwirrt um, bis er James entdeckte. Er rieb sich den Kopf und fauchte: „Man, pass auf wo du hinrennst!" Wollte dieser Typ jetzt ernsthaft sagen, der Unfall sei seine Schuld gewesen? „Pass du doch auf wo du rumstehst!", rief James und machte einen Schritt auf ihn zu. Der andere Junge hatte sich inzwischen auch erhoben und kam ebenfalls auf James zu. Er hatte schwarze Haare, dessen vordere Strähnen im in die dunklen Augen hingen, war schlaksig und fast einen halben Kopf größer als James. Schließlich standen sie sich direkt gegenüber und starrten einander abschätzig an. „Hey, pass auf", sagte der fremde Junge seelenruhig, „ich kämpfe nicht mit Leuten die kleiner sind als ich, also verzieh dich einfach und alles ist gut, kapiert?" James lachte auf: „Du kannst es gern versuchen, wir werden ja sehen wer sich am Ende verzieht!" Der andere blickte ihn genervt an und fragte: „Ist das jetzt dein Ernst?" Die beiden standen sich nun so dicht gegenüber, dass ihre Nasenspitzen sich fast berührten und James verspürte das große Verlangen ihn seine Faust schmecken zu lassen, als hinter ihm eine Stimme ertönte: „James, was ist denn hier los?" James Eltern waren hinter ihm aus der Barriere gekommen, seine Mutter kam nun auf ihn zu und sah ihn in einer Mischung aus Strenge und Verwirrung an. „Nichts, alles gut", erwiderte James, warf dem Fremden noch einen wütenden Blick zu und sagte dann an seine Eltern gewandt: „Ich muss jetzt wirklich in den Zug, es ist fast 9 Uhr." Aus dem Augenwinkel sah er, wie der Junge mit den schwarzen Haaren seinen Wagen an ihm vorbei schob und zwischen den Dampfwolken verschwand. Gott sei Dank, so musste er sich nicht vor diesem Typen von seinen Eltern verabschieden. „Okay dann, macht's gut!", sagte er und umarmte kurz seinen Vater. Der wuschelte ihm durch die Haare und flüsterte: „Du auch, mein Sohn. Wir werden die ganze Zeit schreiben, denn deine Mutter wird sowieso den ersten Brief verfassen sobald wir zuhause sind und dich auch dann nicht mehr in Frieden lassen. Und du weißt, dass wir immer für dich da sind." James löste sich aus der Umarmung lächelte und sagte: „Danke, Dad." Im nächsten Moment wurde er auch schon von seiner Mutter überwältigt, die ihn in die Arme schloss und fest an sich drückte. „Bis bald James, gute Reise und ganz viel Glück in Hogwarts! Du weißt ja, dass du immer zu uns kommen kannst, wenn irgendwas ist und du bist niemals allein. Ich habe dich sehr, sehr lieb." James befreite sich mit rotem Gesicht und sah sich unauffällig um, ob irgendwer ihn beobachtet hatte, aber er sah niemanden. Seine Mutter bemerkte es und rief: „Bin ich dir etwa peinlich? Das ist ja nicht zu glauben!" James wandte sich ein wenig ab und murmelte: „Ist doch alles gut Mum, ich hab dich auch lieb." Dann drehte er sich um, winkte beiden nochmal lächelnd zu und verschwand zwischen den letzten Schülern, die sich jetzt vor den Eingangstüren des Zuges tummelten. „Hast du auch sicher alles?", hörte er seine Mutter rufen. Blut schoss ihm ins Gesicht und er tat so als hätte er sie nicht gehört. Die Lokomotive pfiff schon, es war eine Minute vor neun. Erleichtert betrat er den Waggon und schob sich suchend durch die Gänge. Jetzt galt es nur noch ein Abteil zu finden, in dem es noch freie Plätze gab. Kurze Zeit später entdeckte er einige Meter weiter ein leeres Abteil, aber der Eingang war versperrt von einer kleinen Schülergruppe. An der geschlossenen Tür des Abteils stand ein Junge, der sogar noch etwas kleiner war als James und auch etwas fülliger als die meisten anderen Schüler. Er hatte den Kopf mit dem schmutzig blonden Haar eingezogen und sah zu einigen älteren Schülern hinauf, die sich vor ihm aufgebaut hatten. Diese hatten die Arme verschränkt und grinsten hämisch. Er war noch zu weit entfernt um zu hören was gesprochen wurde, aber die Szene war klar. James beschleunigte seine Schritte und hielt auf die kleine Gruppe zu. Er konnte jetzt mehr erkennen. Die größeren Schüler trugen grüne Krawatten und die Schlange als Wappen an ihren bereits angelegten Schuluniformen. Slytherins, na das hätte ich mir ja eigentlich denken können. Er lief noch schneller und bemerkte nun zu seiner großen Empörung auch, das sämtliche Schüler, die die Szene passierten den Blick abwandten und weiter gingen. Er konnte es nicht glauben und wurde von einer Wut gepackt, die ihm den Mut gab schon von weiter weg die Aufmerksamkeit der Slytherin-Schüler auf sich zu ziehen. „Hey!", rief er im Laufen, „wie wär's, wenn ihr euch einen in eurer Größe sucht!" Nicht gerade schlagfertig, aber es brachte die Sache auf den Punkt. Er erreichte die kleine Gruppe und quetschte sich durch eine Lücke, um sich neben den blonden Jungen zu stellen. Dann sah er sich drei Jungs gegenüber, die wohl um die 15 Jahre alt sein mochten. Er bekam ein ungutes Gefühl, im Ernstfall hätte er ihnen nicht wirklich viel entgegenzusetzen und im Gegensatz zu ihnen hatte er noch keinerlei magische Ausbildung absolviert. Dann ertönte plötzlich eine Stimme am anderen Ende des Ganges: „Clark, was treibt ihr denn da?" Dort stand eine Gruppe von vier weiteren Schülern, zwei Schüler und eine Schülerin mit schwarzen Haaren und noch eine weitere mit blonden Haaren. Zu James größtem Missfallen entdeckte er unter ihnen auch den schwarzhaarigen Jungen vom Bahnsteig. Er stand neben den anderen und gähnte gelangweilt. Obwohl James den anderen nicht leiden konnte, war er doch froh über das Erscheinen der Gruppe, bis er das Grinsen auf dem Gesicht des schwarz gelockten Mädchens sah, das gesprochen hatte. Auch sie trug das Zeichen der Slytherins, genau wie alle anderen in der Gruppe, außer James persönlichem Freund, dem Bahnhof-Typen, der vermutlich auch ein Erstklässler war. „Wollt ihr etwa die Neuen begrüßen?", fragte sie und ihr Grinsen wurde noch breiter, „Ohne auf uns zu warten?" Die Gruppe kam auf sie zu und stellte sich zu den anderen. „Verzieht euch!", rief James, „es reicht doch schon, wenn die drei Kameraden hier zu dritt gegen einen Erstklässler gehen. Andererseits vielleicht brauchen sie aber dafür ja jemanden, der ihnen die Windeln wechselt und ihnen einen Lolli schenkt, wenn sie brav jüngere Kinder tyrannisiert haben!" Der Blick sämtlicher Slytherins war vollkommen verdutzt, Kontra waren sie offenbar nicht gewöhnt, nur einer ließ sich davon nicht beeindrucken. Der Bahnhof-Typ lachte auf und grinste in sich hinein nachdem er sich ausreichend am Blick der Schwarzhaarigen geweidet hatte. Das Gesicht des besagten Mädchens verzog sich jetzt vor Zorn und doch brachte sie ein kurzes, kaltes Lachen hervor: „Ach was, wir wollen unsere Neuen doch nur alle zusammen gebührend willkommen heißen!", sagte das Mädchen wieder und mit diesen Worten, zog sie einen dunklen Zauberstab aus der Tasche, der von silbrig schimmernden Fasern durchzogen war, und holte schon aus um den James und dem anderen Jungen weiß Gott welchen Zauber auf den Hals zu jagen, als eine gelangweilte Stimme ertönte: „Bellatrix, du könntest dir wirklich zur Abwechslung mal jemanden in deiner Größe suchen", der Bahnhof-Typ blieb an der Wand angelehnt während er das sagte, aber obwohl seine Stimme gelangweilt klang, waren seine Augen hellwach und voll bei der Sache, „das wäre dann auch endlich eine angemessene Herausforderung für dein unglaubliches Talent." Er grinste. Seine Stimme troff vor Sarkasmus und James war ehrlich überrascht. Niemals hätte er gedacht, dass so ein Typ ihn und jemanden wie diesen unscheinbaren Jungen gegen seine eigenen Leute verteidigte. Das Mädchen, Bellatrix, kniff die Augen zusammen und sah den Jungen abschätzig an. „Oh Sirius, jetzt den Helden für die Verlierer spielen, wirklich eindrucksvoll", keifte das andere Mädchen mit den weißblonden Haaren hämisch. „Allerdings", stimmte Bellatrix zynisch zu, „aber trotzdem wirst du jetzt den Mund halten." Der Junge, Sirius, schnaubte nur und entgegnete: „Von dir lasse ich mir sicher nicht sagen wann ich den Mund zu halten habe." Bellatrix knirschte mit den Zähnen, wandte sich aber wieder James und dem anderen Jungen zu: „Wir klären das noch, aber jetzt erstmal zu euch beiden!", damit holte sie aus und an der Spitze ihres Zauberstabs erglühte grell violettes Licht. Instinktiv zog James seinen Zauberstab, obwohl er nicht wusste, was er damit machen sollte. Er kannte nur einige einfache Zauber und von denen würde ihm in diesem Moment keiner wirklich etwas nützen. Gerade als Bellatrix den Stab in ihre Richtung schwenken und somit die gesammelte magische Energie entladen wollte, war Sirius plötzlich da und stand mit erhobenem Zauberstab vor ihm. Er holte schnell aus und schrie: „Protego!" Der Fluch, den Bellatrix ihnen hatte auferlegen wollen, prallte vor Sirius ab und sie flog nach hinten gegen die Seitenwand des Waggons. Das schwarz gelockte Mädchen lief zu ihr, kniete sich neben sie und überprüfte besorgt, ob es ihr gut ging. Da trat der andere schwarzhaarige Junge vor Sirius und schrie: „Was soll das? Was ist denn bei dir falsch gelaufen? Du bist ein Black, in deinen Adern fließt edles Blut und du solltest besser genau wissen wo du hingehörst!" „Von wegen!", rief Sirius, „ich gehöre in diese kranke Sippe wie ein Pfau in einen Schweinestall und jetzt hör auf hier so eine Riesennummer abzuziehen und verschwinde!" Während alle Aufmerksamkeit auf dem Streit lag, schob James den Jungen, der schockiert zwischen James, Sirius und dessen Verwandten hin und her blickte, unauffällig an den anderen Slytherins vorbei in den Gang und machte ihm hektische Handzeichen, das er verschwinden solle. Aber er schüttelte nur den Kopf und wies erst auf Sirius, dann auf James, dann auf sich selbst und anschließend auf den Boden, auf dem er stand. Großartig, er wollte bleiben, um zu kämpfen. James zeigte ihm das gleiche Handzeichen nochmal, doch er schüttelte wieder den Kopf. James ließ den Kopf hängen. Dann blieb ihm keine andere Wahl. Er hielt seinen Zauberstab noch immer in der Hand. Er war glatt, dunkelbraun und das Zedernholz war mit Drachenherzfaser gestärkt. Er konnte die Verbindung zu dem Stab fühlen, die er in den wenigen Tagen, die er ihn besaß, zu ihm aufgebaut hatte. James atmete einmal durch, schnippte dann kurz mit dem Stab und der blonde Junge wurde von einer unsichtbaren Kraft hinter die Ecke des nächstens Waggons gezogen. Nun konnte James sich wieder auf das konzentrieren, was bei den Slytherins und Sirius vor sich ging. Sirius hielt seinen Zauberstab noch immer erhoben, der andere Junge hatte seinen auch ausgepackt und sie starrten einander hasserfüllt an. James musste irgendwas tun, denn die anderen Slytherins stellten sich nun hinter Sirius Gegner und zogen ebenfalls ihre Zauberstäbe, die die keine bei sich hatten, hoben die Fäuste. Sirius hatte ihm und dem anderen Jungen geholfen, dann war es jetzt wohl an der Zeit sich dafür zu revanchieren und ihm zu helfen. Nur wie? Im Kampf hatten sie gegen so viele keine Chance, hier einen Frontalangriff zu starten, wäre ziemlich dämlich. Also tat James genau das. Er sprang vor, schwang seinen Zauberstab und schrie: „Reducio!" Das war einer der wenigen Sprüche, die er bereits kannte und er tat sofort seine Wirkung. Der Junge, der drohend vor Sirius gestanden hatte, fing an rasant zu schrumpfen, bis er nach wenigen Sekunden bequem unter einer umgedrehten Teetasse Platz gefunden hätte. Sirius wandte den Kopf, sah ihn an und eine unerklärliche Verständigung verlief zwischen den beiden. Sirius drehte sich um, während die anderen noch von dem überraschenden Angriff überrumpelt waren, und rannte los in die Richtung, in die auch der andere Junge von James befördert worden war. James folgte ihm und als sich plötzlich hinter ihnen Energie sammelte und die Luft aufzuladen schien drehten sich beiden Jungen instinktiv im Laufen um und schrien gleichzeitig: „Protego!" James war recht begabt und ein schneller Lerner, weshalb es ihm gelang, den zuvor nur bei Sirius gesehenen, Zauber anzuwenden und die richtige Wirkung zu erzielen. Drei gebündelte Flüche waren von hinten auf sie zugeschossen und an den beiden Schildzaubern abgeprallt. Wie Querschläger jagten sie nun unkontrolliert durch den Wagen und die, die die Flüche abgefeuert hatten mussten selbst in Deckung gehen, um nicht von ihren eigenen Zaubern getroffen zu werden. Das verschaffte James und Sirius genügend Zeit, hinter der Ecke am Ende des Ganges zu verschwinden.
Keuchend ließen die beiden sich nebeneinander auf den Boden fallen, den Rücken an die Wand gelehnt. Dort wartete schon der andere Junge und sah die beiden mit großen Augen an. „Gott sei Dank, ihr habt es geschafft! Vielen Dank, ihr habt mir wahrscheinlich das Leben gerettet!", rief er aufgeregt und setzte sich den beiden gegenüber. James stieß ein kurzes Lachen aus und sagte: „Ich glaube kaum, dass die dich umgebracht hätten, alles gut." „Stimmt", setzte Sirius hinzu, „die sind zwar alle dumm wie Brot aber trotzdem noch nicht dumm genug sowas in einem Zug voller Schüler abzuziehen." Der andere Junge legte den Kopf schief, als wäre er doch nicht restlos überzeugt. „Danke jedenfalls", sagte er dann, „Ich bin übrigens Peter." „James, ist mir eine Ehre", stellte dieser sich vor. Sirius pustete sich eine Haarsträhne aus der Stirn und sagte: „Ich bin Sirius, was ihr eventuell so am Rande schon mitbekommen habt." James grinste, erhob sich und reichte Sirius und Peter je eine Hand. Beide ergriffen sie und zogen sich hoch. „Okay", meinte Sirius, „dann schlage ich vor wir suchen uns schleunigst ein Abteil, bevor die Genies dahinten auf die Idee kommen uns zu folgen." Mit diesen Worten steckte er seinen Zauberstab ein, den er noch immer in der Hand gehalten hatte, bedeutete ihnen mit einem Kopfnicken ihm zu folgen und machte sich auf den Weg den Gang hinunter. Die Drei liefen nebeneinander den Gang entlang und sahen durch die Fenster ins Innere der Abteile, aber fast alle waren besetzt. James wusste nicht mal mehr wie lange der Zug schon fuhr, es war klar, dass jetzt alle schon ihre Plätze eingenommen hatten. Aber dann kurze Zeit später, fanden sie ein Abteil, in dem nur zwei andere Erstklässler saßen. Ein Junge mit schulterlangem, fettigem, schwarzem Haar und einer großen Hakennase und ein Mädchen, mit flammend rotem Haar und Sommersprossen. James fühlte ein kurzes Flattern in seinem Magen, als das Mädchen den Blick hob und die drei Jungen vor der Abteiltür fragend ansah. Sirius zog die Tür auf, streckte den Kopf nach drinnen und fragte: „Ist hier noch frei?" Das Mädchen setzte gerade zu einem Nicken an, als der Junge, der in seinem viel zu weiten schwarzen Mantel große Ähnlichkeit mit einer Fledermaus hatte die Augen zu Schlitzen verengte und sagte: „Nein, hier ist besetzt." Sirius sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an und blickte vielsagend auf die vier leeren Sitze im Abteil. „Sieht für mich jetzt nicht so aus. Also wir wollen dir hier jetzt kein Revier streitig machen oder so, wir sind einfach nur spät dran und haben keine Lust die ganze Fahrt zu stehen." Der Fledermausjunge erhob sich und sah die Drei streitlustig an. Bitte nicht schon wieder, dachte James und sagte: „Hey, jetzt beruhig dich doch mal, wir haben dir nichts getan!" „Seid ihr einfach still und sucht euch woanders Plätze!", rief der andere. „Was hast du denn jetzt für ein Problem?", fragte Peter aber der mit den fettigen Haaren reagierte nicht sondern schlug ihnen die Tür vor der Nase zu. Durch das Fenster sah James, wie das rothaarige Mädchen den Fledermausjungen anfuhr, was denn mit ihm los wäre. Dann hörte er ihn etwas murmeln von wegen er kenne Typen wie uns. Der hat wohl ein paar Klatscher an den Kopf bekommen, dachte James wütend und tauschte Blicke mit den anderen, die besagten, dass sie das gleiche dachten wie er. Peter zuckte die Schultern: „Egal, dann gehen wir halt woanders hin". Sirius nickte: „Ja. Eigentlich haben wir Glück gehabt, stellt euch vor wir könnten jetzt die ganze Fahrt mit dieser schleimigen Riesenfledermaus verbringen." „Dich hat er auch so an eine Fledermaus erinnert?", fragte James grinsend und setzte hinzu, „aber der braucht wohl keine Echoortung, diese Nase stößt eh gegen jedes Hindernis lange bevor der Körper nachkommt!" Die drei Jungen brachen in wieherndes Gelächter aus, aber dann öffnete sich die Abteiltür und das rothaarige Mädchen streckte den Kopf heraus und fauchte: „Wow, ihr seid ja so witzig! Lasst Severus in Ruhe und jetzt verschwindet!" Mit diesen Worten funkelte sie James noch einmal an und er erschauerte, als sich ihre klar grünen Augen in seine bohrten. „Ist ja schon gut, ganz ruhig, wir gehen ja...", brachte er hervor und schob die anderen fort von dem Abteil, dessen Tür das fremde Mädchen gerade knallend zuschlug. „Severus?", fragte Sirius und das Grinsen, das ihm bei dem überraschenden Wutausbruch des Mädchens aus dem Gesicht gefallen war, war schon wieder zurück, „bei dieser Nase wohl eher Schniefelus oder?" Und wieder brachen die Drei in Gelächter aus, während sie sich gemeinsam durch den Gang schoben.
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James Potter und die Rumtreiber - Der geheime Plan
FanficNichts gibt es in Hogwarts mehr als Geheimnisse. Einige davon sind mehr als erwünscht, andere nicht nur ebenso unerwünscht, sondern auch gefährlich... James Potters erstes Jahr in Hogwarts beginnt aufregend und soll auch so bleiben! Neben neuen Freu...