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Childhood Friend ~ Chapter 19

Freunde aus Kindertagen - Nicht mehr und nicht weniger!

Chester's PoV:
Blinzelnd schlug ich die Augen auf und wurde direkt vom grellen einfallenden Licht der Sonne geblendet, weswegen ich genervt grummelte. Etwas erschrocken zuckte ich zusammen als mir eine Hand über den Rücken strich. Verwirrt sah ich mich um und blickte sogleich in wunderschöne große, braune Augen.
„Mike.", murmelte ich woraufhin er leise schmunzelte. Meine Stimme hörte sich absolut schrecklich an. Rau und brüchig wie, als wäre ich krank oder gerade erst in den Stimmbruch gekommen. Etwas beschämt räusperte ich mich. Sein Gesicht war direkt vor meinem, wir waren uns wirklich nahe. Für zwei beste Freunde war das vermutlich schon beinahe ein wenig zu nah. Immerhin war es eher unüblich, dass man zwei Männer so eng miteinander kuscheln sah. Eigentlich war das ganz normal, dennoch wurde es weiterhin mit dem Wort 'schwul' betitelt. Mike schien das jedoch in keinster Weise zu stören. Er behielt mich weiter in seinen Armen und schien nicht einmal daran zu denken, mich loszulassen. Sanft lächelte mich der Halbjapaner an.
„Guten Morgen.", brachte ich schließlich noch immer etwas verschlafen heraus.

„Wohl eher guten Nachmittag, Mister Bennington.", lachte er leise, „Hast du wenigstens gut geschlafen?"
„Hmm. Du bist sehr bequem.", grinste ich und kuschelte mich wieder näher an ihn.
„Deine Mum war vorhin übrigens da um dich zum Essen zu holen. Sie war ganz überrascht als sie uns beide miteinander kuschelnd auf deinem Bett vorgefunden hat. Allerdings hat sie dazu nichts weiter gesagt außer, dass es unheimlich niedlich wäre, wie ich mich um dich kümmere."
„Ohje ... in den nächsten Tagen werdʼ ich wohl noch so einige unangenehme Gespräche mit ihr führen müssen.", seufzte ich. Meine Mutter machte bei solchen Themen aus einer Mücke schnell einen Elefanten. Auch wenn sie es nur gut meinte, ging es mir doch das ein oder andere Mal auf die Nerven.
„Danke übrigens.", murmelte ich.
„Geht's dir besser?", wollte der Jüngere wissen woraufhin ich nickte.
„Ja, ein wenig. Das hat mir wirklich sehr geholfen. Danke." , flüsterte ich woraufhin Mike nur abwank.
„Ach, kein Ding."
„Mike, das sagst du immer so. Ich bin dir wirklich dankbar dafür, das bedeutet mir wirklich viel. Du bedeutest mir sehr viel."
„Du mir auch, Chester." Wieder strich er mir beschützend über den Rücken.

„Warum bist du eigentlich geblieben? Was ist mit deiner Freundin?", wollte ich wissen.
„Ich werdʼ mich nachher bei ihr entschuldigen. Sie wird mir schon nicht allzu böse sein ... hoffe ich zumindest.", lachte er verlegen woraufhin ich nickte.
„Und das hier macht dir nichts aus?" Er brauchte einige Zeit um zu verstehen, was ich meinte, dann schüttelte er jedoch den Kopf.
„Natürlich nicht. Ist doch immerhin voll normal, oder?"
„Naja, die meisten würden jetzt sagen, das wäre total schwul.", zuckte ich mit den Schultern.
„Die meisten haben aber auch keine Ahnung. Wenn zwei Mädchen miteinander kuscheln, sagt man doch auch nicht gleich, sie wären lesbisch oder so." Ich war ein wenig überrascht, sowas erlebte ich nicht oft. Für Mike schien es wie für mich etwas ganz normales zu sein, dass wir nun zusammen hier lagen und miteinander kuschelten.
„Stimmt." Er war so verständnisvoll, es erinnerte mich an Lucky. Für einen kurzen Augenblick schien ich meinen Exfreund wieder direkt vor mir zu sehen. Die leuchtend blauen Augen, die rosigen Wangen mit den vielen Sommersprossen, die weichen Lippen. Mein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen, Tränen schossen mir in die Augen, welche ich jedoch sofort wegblinzelte. Ich konnte doch jetzt nicht schon wieder anfangen zu heulen...

„Du guckst aber immernoch ein wenig sparsam, Ches. Wie wär's, wenn wir ʼne kleine Runde skaten gehen?", schlug er vor und richtete sich auf, sodass ich ein wenig zur Seite weichen musste. Ich hätte noch eine Ewigkeit auf deiner warmen Brust liegen und dem gleichmäßigen Klopfen seines Herzens lauschen können.
„Habʼ heute nicht wirklich Lust dazu.", gähnte ich und ließ mich zurück auf die Matratze fallen.
„Ach komm schon. Vielleicht lenkt dich das etwas ab." Grummelnd schüttelte ich den Kopf.
„Du kannst nicht den lieben langen Tag hier herumlungern.", beschwerte er sich.
„Natürlich kann ich das. Was spricht denn dagegen?", wollte ich wissen.
„Ich." Damit piekste er mir mit seinem Zeigefinger in die Seite woraufhin ich vor Schreck ziemlich schrill aufquiekte.

Childhood Friend \\ Bennoda ✍︎Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt