28.

34 2 2
                                    


Childhood Friend ~ Chapter 28

„Leben heißt Veränderung, sprach der Stein zur Blume und flog davon." - Unbekannt

Chester's PoV:
In meine Nase zog der Duft von frischem Kaffee und die Sonne schien mir durch die halb geöffneten Jalousien direkt ins Gesicht. Blinzelnd öffnete ich die Augen. Noch immer lag ich in diesem riesigen Bett, auf welchem man wortwörtlich wie auf Wolken zu liegen schien. Komplett splitterfasernackt. Das Ganze war also kein Traum gewesen auch, wenn es viel zu schön war, um wirklich wahr zu sein. Ich packte die Decke und zog sie weiter über mich, sodass ich daran riechen konnte. Sodass ich Nicholas riechen konnte. Genüsslich schloss ich wieder die Augen, schwelgte wieder in den Gedanken an die vergangene Nacht. Gleichzeitig fragte ich mich, wo er geblieben war. Ich richtete mich auf, keuchte kurz auf und hielt für einen kleinen Moment inne. Was hatte ich auch erwartet? Ein kleiner Teil von mir hatte mir die ganze Zeit über seit dem gestrigen Abend ins Gewissen geredet, dass es wehtun, vielleicht ein Fehler sein würde. Hastig klaubte ich meine auf dem Boden liegenden, völlig zerstreuten Klamotten zusammen und begann damit, mich wieder anzuziehen.
„Na Dornröschen, auch mal wach?" Ein wenig erschrocken blickte ich auf. Nicholas stand in der Tür des Raumes, sich mit der Schulter am Rahmen anlehnend. Seine Haare waren total durcheinander, trug dazu nichts weiter als seine Boxershorts. Ich starrte ihn einfach nur an. Die leichte Bräune auf der makellosen Haut und die muskulöse Statur hatten es mir durchaus angetan. Die breiten Schultern, die starken Arme sowie sein angedeutetes Sixpack. Durch das Klimpern des Löffels in seiner Kaffeetasse und seinem leisen Lachen wurde ich wieder zurück in die Realität gerissen. Er kam auf mich zu und setzte sich an die Bettkante, direkt neben mir. Entsetzt packte ich die Decke und zog sie über meinen Schoß um mich wenigstens ein wenig bedecken zu können.
„Ich hab dich doch schon nackt gesehen, Kleiner. Du hast keinen Grund, dich zu schämen.", flüsterte er mir schmunzelnd ins Ohr woraufhin meine Wangen Feuer zu fangen schienen. Warm loderten sie dahin, nahmen eine peinliche Röte an.
„Wie geht's dir denn, Kleiner?", fragte er während er mir fürsorglich durch die Haare strich. Er ging nicht näher darauf ein, wofür ich ihm überaus dankbar war. Zwar war es eine bewusste Entscheidung gewesen, jedoch musste ich mir eingestehen, dass ich nicht wirklich darauf klar kam.

„Ganz gut, mir geht's super." Ich setzte ein schiefes Lächeln auf, um das Brennen, welches meinen Unterleib schubweise durchzog, zu überspielen. Er nickte lediglich, runzelte dennoch etwas misstrauisch die Stirn bevor er mich näher zu sich zog. Er strich mir sanft über den Kopf, zwirbelte zwischendurch einzelne meiner inzwischen blonden, lockigen Strähnen zwischen den Fingern.
„Die sind mittlerweile einfach schon wieder zu lang.", zog ich mir selbst einer der kleinen Stacheln in die Stirn.
„Ich find sie schön so, schon mal an ne andere Farbe gedacht?" Auf seinen Lippen bildete sich allmählich ein schelmisches Grinsen ab. Er schien ein Mensch zu sein, dem knallige Haarfarben gefallen mussten. Das auffällige und dennoch dezent gehaltene Violett in dem dunklen Naturhaar stand ihm immerhin wirklich gut. Demnach was es absehbar, was er im Schilde zu führen schien.
„Ich dachte da an rot.", sang er schon beinahe und rollte das ‚rot', um es noch mehr zu betonen.
„N-Nein, nein. Vielleicht irgendwann mal.", lachte ich leicht.

Er stellte die Tasse auf das kleine Kästchen neben dem Bett, legte sich neben mich. Auf der einen Hand hatte er seinen Kopf abgestützt während er mit der anderen über meine Brust und schließlich unter die Decke fuhr. Vor Schreck versteifte sich mein Körper, kurz stockte mir der Atem. Er grinste mich an, schob die Decke etwas zur Seite und senkte langsam, mir noch immer tief in die Augen sehend, den Kopf um mir einen Kuss auf meinen freigelegten Bauch zu drücken. Erstarrt sah ich ihn an woraufhin er nur leicht zu schmunzeln begann.
„Und ... ?", presste ich hervor. Ich drohte zu platzen. Irgendwie konnte ich es dennoch nicht lassen, ich musste es einfach wissen. Nicholas musterte mich wartend. Lies doch einfach meine Gedanken, verdammt. Vergebens. Ich holte tief Luft bevor ich es lediglich zustande brachte, ihm ein schiefes Lächeln zu schenken.
„Wie ... uhm, also-" Ich stotterte, druckste nur herum. So sehr hatte ich Angst, dass mir nun eine Wahrheit mit aller Wucht ins Gesicht gefahren werden würde, die mich meinen Selbstwert ich frage stellen lassen würde.
„Ich hab's genossen." Etwas baff starrte ich ihn an, woraufhin er mich nur in den Arm nahm und mir über den Rücken strich.
„Ich hab wirklich jeden Moment genossen, mach dir keinen Kopf." Ich nickte sanft, als ich jedoch dazu ansetzte, etwas zu sagen, unterbrach er mich und sah mir wieder direkt in die Augen.
„Ich hoffe, für dich war's auch okay." Ich nickte nur schüchtern, immerhin stellte das alles im Moment komplettes Neuland für mich dar. Aber es war die Wahrheit. Auch wenn ich Nick erst seit kurzem kannte, so hätte ich es mir nicht wirklich besser vorstellen können. Soweit ich es mir vorher überhaupt vorstellen konnte, ich konnte immer nur darüber fantasieren.

Childhood Friend \\ Bennoda ✍︎Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt