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Childhood Friend - Chapter 25

Confusing what is real

Chester's PoV:
„Guten Morgen, ihr zwei.", vernahm ich eine Stimme in meinem Traum. Sie war etwas dumpf, die Worte verschleiert und unklar. Über die Nacht hatte ich im Allgemeinen sehr seltsame Sachen geträumt, was ich jedoch mit dem vergleichbar immensen Alkoholkonsum des gestrigen Abends verband. Immerhin machte es wenig Sinn, dass Michael Shinoda plötzlich mitten in der Nacht vor mir stehen würde. Ich grinste in mich hinein. Völlig absurd.
„Hey, nun steht doch mal auf." Mit etwas mehr Grobheit traf die Stimme auf meine Trommelfelle, vergleichbar mit Fingerknöcheln, welche an eine massive Holztür klopfen. Stumpf, dennoch absolut kraftvoll.
„Was ist denn jetzt wieder, Jay?" Jay? Erscheint mir jetzt auch noch Mike's großer Bruder in meinen Träumen? Daraufhin hörte man nur ein genervtes Gegrummel. Das kann doch alles kein Zufall sein. Völlig erschrocken fuhr ich schließlich hoch, als ich etwas auf meinen Rücken prallen spürte. Eine Art dumpfer Schlag. Gequält blinzelte ich gegen das grelle Licht, von wo auch immer es herkam. Als sich meine Augen schließlich an die Helligkeit gewöhnt hatten, sah ich mich um. Vor mir stand tatsächlich Jason Shinoda, wie immer mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. Den Typen hatte ich wirklich noch nie anders gesehen. Und dann war da noch Mike. Mike? Noch immer friedlich schlafend hatte er seinen einen Arm um meinen Bauch geschlungen während der andere als Kissen unter seinem Kopf diente. Sein Gesicht hatte er dabei tief im Kissen vergraben und seine Stirn an meinen Rücken gedrückt.
„Träum' ich?", dachte ich wohl etwas zu laut nach. Denn kurz darauf, traf der Schlag einer flachen Hand direkt auf meine Wange, woraufhin diese sogleich höllisch zu brennen begann. Komplett entsetzt blickte ich den älteren der beiden Brüder Shinoda an. Er grinste. Wieder grinste er nur. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Der Typ hat mir soeben eine gescheuert und nun steht er wieder nur da und grinst. Zögerlich legte ich meine Hand auf die Stelle, während ein leises ‚Ouch' über meine Lippen kam.

„Sieht das für dich etwa nach träumen aus, Bennington?", begann er sich über mich lächerlich zu machen. Nur wenige Augenblicke danach verfinsterte sich seine Miene und er packte mich am Kragen. Der kann sich doch auch nicht entscheiden, wie das Fähnchen im Wind.
„Was hast du angestellt? Warum hat Mike nichts an? Hast du meinen Bruder angegrabscht, Schwuchtel?!", schrie er mich an und deutete mit dem Zeigefinger auf den Jüngeren. Geschockt riss ich die Augen auf. Kurz blickte ich zur Seite, betrachtete den Jüngeren aus dem Augenwinkel. Tatsache, sein Oberkörper war frei. Dennoch war ich mir mehr als sicher, dass ich mich an etwas Derartiges erinnern würde. Entschlossen schüttelte ich den Kopf.
„Warum sollte ich denn?"
„Weil du schwul bist.", gab er trocken von sich.
„Das ist auch 'ne interessante Erklärung.", grinste ich verlegen woraufhin sich seine Augenbrauen immer weiter zur Mitte hin zusammenzogen. In seinen dunklen Augen brannte die reine Wut, so recht zu beruhigen schien er sich nicht. Als Bestätigung meiner Annahme bekam ich kurz darauf eine weitere Ohrfeige, diesmal etwas fester. Ich keuchte auf, biss jedoch die Zähne zusammen um mir jenes jämmerliche Gestöhne zu verkneifen. Anschließend zog er mich am Kragen des Shirts näher, sodass sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von seinem entfernt war.
„Na warte nur, Bennington. Das wirst du-"

„Jay!" Der recht breit gebaute Typ vor mir zuckte erschrocken zusammen und blickte zu seinem Brüderchen, der sich soeben energisch versuchte, aus seiner Decke zu schälen.
„Michael-", startete er anschließend einen Versuch der Erklärung, welcher jedoch sogleich kläglich ins Wasser fiel.
„Spinnst du jetzt komplett?! Lass ihn sofort los!", knurrte der Jüngere und sah seinem älteren Bruder eindrücklich in die Augen. Als dieser sich jedoch keinen Ruck bewegte, vernahm ich nur noch ein unverständliches Murren ehe der Halbjapaner aufsprang und sich kurzerhand auf Jason stürzte.
„LOSLASSEN! SOFORT, JASON!" Mit einem kräftigen Ruck schob er damit den Älteren von mir weg. In seinen dunklen Augen loderte die Wut wie züngelnde Flammen eines Feuers. Still schweigend saß ich noch immer da, an der Kante von Mike's Bett. Eine Rangelei entwickelte sich und diverse Schimpfwörter fielen. Ich blieb stumm, rührte mich nicht vom Fleck. Überwältigt. Entsetzt. Beides zugleich. Was für ein wunderbarer Morgen. Das war auch das erste mal, dass ich Mike auf derart aggressive Weise erlebte. Das gleiche konnte ich auch von seinem Bruder sagen.

Childhood Friend \\ Bennoda ✍︎Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt