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   In den folgenden Tagen, durchquerten sie oben auf dem gewaltigen Abhang einen Wald und gelangten in ein schneebedecktes Gebirge, bevor sie jetzt Zul'Drak erreichten. Auch hier bedeckte noch immer Schnee die Wälder um sie herum, doch war es unnatürlich dunkel. Die Gefährten waren froh, dass sie nur ein kleines Stück durch dieses Gebiet ziehen mussten. "Meint ihr, dass wir hier auf Drakkari treffen, Lady Dolette?", ließ sich Plagg vernehmen, als sie grade eine Ruine durchquerten. "Pscht! Beschreit es nicht, Kinnab! Wir werden schon verfolgt, seit wir die Ausläufer des Gebirges erreicht haben." Der Untote sah sich verschreckt um. "Drakkari? Drakkari lecker am sein?", quietschte Susanne begeistert.
"Susi, sei still!", presste der Verlassene hervor und die Sukkubus schaute ihn überrascht an und zog eine Schnute. Hinter sich vernahm Marialle ein leises Rascheln und ein ungutes Gefühl beschlich sie. "Hinter mir!", zischte sie Dolette zu und diese reagierte blitzschnell. Mit einem Satz sprang sie hinter die Hohepriesterin und landete zielsicher auf dem Kopf eines untoten Trolls. Der Drakkari schrie auf vor Schmerz. Plötzlich strömten zwei weitere Trolle aus dem Geäst und ehe sich die Menschenfrau versah, wurde sie von zwei anderen, von denen sie nicht sagen konnte, woher sie kamen, weggezerrt. "Marialle! Verdammt", hörte sie den Ruf der Todesritterin schon aus weiter Ferne. Sie verpasste dem einen Troll einen Kinnhaken, der ihn für den Bruchteil eines Herzschlages taumeln ließ. "Ableg'n und fessl'n", befahl der andere. "Lasst mich los, ihr Wilden! Sonst zeige ich euch, was eine Priesterin des heiligen Lichts mit Untoten alles anstellen kann!" Der Troll mit dem buschigen orangenen Haaren rieb sich das Kinn und ließ Marialle unsanft auf den Boden fallen, bevor er sich auf ihren Rücken kniete, um ihr einen Strick um die Handgelenke zu binden.
"Will ich seh'n, wie du'n Zauber ohne deine Hände zustande bringst, großmäuliges Priesterweibchen", entgegnete der mit dem grünen Irokesen, lachend. "Nu' pack sie dir wieder, Boban maaan", fügte er noch hinzu. "Is' ja gut, Alter maaan", antwortete der andere genervt und schulterte die Menschenfrau, die sich noch immer nach Leibeskräften wehrte. Allerdings vergebens.
Dole...

"Marialle! Verdammt", stieß die Todesritterin wieder atemlos hervor, zog ihr Runenschwert und wehrte einen Säbelstreich von einem der hinzugekommen Drakkari ab. Feuerbälle flogen an ihr vorbei auf den anderen zu, der gerade so noch auswich. Die beiden Untoten Trolle sahen sich kurz an, packten den dritten an den Armen und verschwanden im tiefen Dunkel des Waldes. "Beim Dämon, Mylady. Wir müssen ihnen hinterher, sie haben Lady Marialle", rief Plagg seiner Herrin zu. Neben ihm ließ Susanne spielend zwei Feuerbälle in ihrer Hand kreisen und beobachtete das Flammenspiel verträumt. "Ja doch, Gerippe!", zischte Dolette dem Untoten zu und begann in die Richtung zu rennen, in die die Drakkari verschwunden waren. "Na los, Susi. Hinterher!", befahl Plagg seiner Dienerin und sprang auf ihre Arme. Sie gab einen Laut der Verzückung von sich und flog der Elfe hinterher.
Nach einer Weile kamen sie an einen Fluss.
"Die Spur verliert sich hier. Sie müssen hier irgendwo einen Unterschlupf haben. Eine Höhle oder ähnliches. Ruht euch aus, Kinnab. Ich suche die Umgebung ab und hole euch dann." Die Worte sprudelten nur so aus der Todesritterin. Sie wollte keine Zeit verlieren und der Verlassene auf seiner irren Sukkubus behinderte sie bei der Suche nur.
Sie lief. Ihre blau leuchtenden Augen huschten über den Boden und suchten nach Spuren. Wo war sie nur?
Sei doch froh, dass du sie los bist! Dann bist du diese Gefühlsduselei wenigstens endlich los, hallte die Dunkelheit in ihr wider. Doch sie rannte unbeirrt weiter.
Mari! Das Lodern gebot der Dunkelheit Einhalt und erstrahlte hell in ihrem Inneren. Eine unbändige Hoffnung überkam die untote Elfe und es schien ihr, als könne sie besser sehen, obwohl die Nacht bereits angebrochen war. Einer Intuition folgend drehte sie sich um und glaubte ihren Augen nicht zu trauen, als die Wolken für ein winziges Stück aufbrachen.
Der Mondstrahl, der durch die Wolkendecke strömte, war unnatürlich hell und deutlich zu erkennen. Dolette überlegte nicht lange. Sie rannte sofort in die Richtung, in der der Strahl den Boden berührte, und dank ihres überragenden Tempos, kam sie schnell an einer Baracke an, die mit zusammengebundenen Zweigen und Ästen bedeckt war.

Die dunkle Ritterin - Staffel 1Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt