Die beiden verbrachten, wie versprochen, den Nachmittag mit den Zwillingen, und Dolette erzählte einige ihrer aufregendsten Geschichten. Später saßen sie dann wieder im Kreise der gesamten Familie an der riesigen Tafel auf der Veranda und genossen den Eintopf. Nachdem sie alle geendet hatten, ließ Gustav der Ältere sich vernehmen. "Sagt mir, ihr zwei. Werdet ihr denn nach dieser Mission weiter zusammen reisen oder beim Turm oder in Sturmwind bleiben?" Sie sahen sich an. Darüber hatten sie noch nicht geredet, geschweige denn nur darüber nachgedacht. Dolette übernahm die Antwort.
"Nun, gewiss können wir das noch nicht sagen. Wenn wir den Turm erreicht haben, werde ich Meister Yskopaiah bitten, Marialle in meine Dienste zu stellen, und dann würde ich für meinen Teil am liebsten mit ihr durch Azeroth ziehen und im Sinne des heiligen Lichts handeln, wo uns der Wind gerade hintreibt." Sie sah Marialle bei den letzten Worten prüfend an, doch diese nickte nur jedes Mal zustimmend. "Das klingt wunderbar, Dolette. Wir hoffen alle, dass es klappt, aber würdet ihr einem alten Mann einen Gefallen tun, bevor ihr euch auf in die Weiten Azeroths begebt?" Dolette war wieder schneller als Marialle und entschlossen erwiderte sie. "Jeden, Gustav!"
"Welchen denn, Vater?", mischte sich nun auch Marialle ein. "Kommt uns noch einmal besuchen, bevor ihr auf eure Reise geht, holt euch meinen Segen ab." Er zwinkerte kaum merklich, aber Dolette und Marialle verstanden und erröteten beide leicht. "Das wäre uns ein Vergnügen!", gab Dolette lächelnd zurück. Marialle sah glücklich zu ihrer Liebsten, die sich so gut mit ihrer Familie verstand, und sie hoffte inständig, dass Yskopaiah ihr gestatten würde, sich Dolette anzuschließen.
Später am Abend tanzten sie noch ein paar Lieder lang, bis es Zeit wurde, heute etwas zeitiger zu Bett zu gehen. Auch Dolette und Marialle wollten das heute Abend tun, denn sie wollten morgen in der Frühe die Lichtsprungländereien verlassen. Und so verteilte sich die Familie unter vielen Gute-Nacht-Wünschen auf ihre jeweiligen Zimmer.
Marialle begleitete die Hochelfe auf das Gästezimmer, da sie in dem Haus alleine sein würden.
Gemeinsam standen sie am Fenster und sahen hoch zum Mond.
"Meinst du, dass Meister Yskopaiah mich ziehen lässt?", durchbrach die junge Priesterin schließlich die Stille. "Natürlich, mein Ruf ist hervorragend und seine beste Schülerin sollte so viel praktische Erfahrung wie möglich sammeln, und das würdest du an meiner Seite am besten tun." Dolette grinste überzeugt und ließ eigentlich keinen Widerspruch zu, dennoch ließ die Priesterin verlauten: "Und wenn er nein sagt, dann begleite ich dich einfach trotzdem, schließlich bin ich ja jetzt ausgelernt."
Das ließ die Paladin verständnisvoll lächeln. "Es bedeutet mir unendlich viel, dass du das sagst, Mari. Jedoch bedenke, dass wir beide derselben Sache dienen, und wir müssten uns schon beide von unserem Glauben lossagen, wenn dem tatsächlich so kommen würde.
Natürlich würde auch ich keinen Herzschlag zögern, aber dazu kommt auch noch, dass du deine glänzende Zukunft, die du im Dienste der Kirche des Heiligen Lichts mit Sicherheit hättest, einfach so in den Wind schießen würdest, und das würde ich nur ungern zulassen", gab Dolette zu bedenken und lächelte verträumt. Anscheinend stellte sie sich gerade eine gereifte Version ihrer Geliebten vor, erhaben und Oberhaupt des Turms.
Diese kam der Träumerin jetzt ganz nah und legte ihr sanft den Hauch eines Kusses auf die Lippen.
"Erwischt! Ich bin noch so jung und knackig und du träumst von Marialle der Oma!" Keck grinsend registrierte die Priesterin die Röte, die der Elfe ins Gesicht geschossen war. "Oma? Sowas! Quatsch! Also ich hab nur gerade daran denken müssen, wie du mir irgendwann Befehle erteilst, wenn du Meisterin, Hohepriesterin und Herrscherin über den Ausbildungsturm der Kirche des heiligen Lichts bist", plapperte sie drauf los und verneigte ihr Haupt mit geschlossenen Augen. Ihr Blick zeichnete Aufrichtigkeit ab, als sie ihn wieder anhob. Jetzt erschien eine leichte rosa Verfärbung im Gesicht der Menschenfrau und verriet, wie gerührt und geschmeichelt sie war.
"So oder so, ich werde nicht von deiner Seite weichen, komme was da wolle!"
Sie ließen den Abend noch in trauter Zweisamkeit ausklingen, bevor sie zeitig zum ersten Mal gemeinsam im selben Bett einschliefen.
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Die dunkle Ritterin - Staffel 1
FantasíaStaffel 1 der Serie die dunkle Rittern laufend Kein WoW Vorwissen von Nöten. Die Geschichte einer Todesritterin, die durch einen Auftrag für Sylvanas Windläufer, an ihrem vergessenem Leben rührt. Wer war sie einst? Wer ist sie heute? Und was wird a...
