Hallo ihr Lieben,
Ich habe hier mal angefangen Doles und Maris Pov zu verlassen. Susi und Plagg haben mir auch einfach so gefehlt.
Alles für die Dramaturgie. <3
Viel Vergnügen bei diesem Kapitel!
~
"Meisterchen gesagt, wir sehen sie heute!", beklagte sich die Sukkubus und Plagg stieß entnervt und geräuschvoll die Luft aus.
"Beim Dämon, Susi. Ich weiß es nicht genau, habe ich gesagt!" Die beiden Menschen, die dem Verlassenen gegenüber an dem kleinen Tisch in der spärlich eingerichteten Hütte saßen, lachten.
"Eure Susanne scheint Dolette ja wirklich zu verehren, Meister Kinnab", sagte Odessa schmunzelnd zu dem Hexenmeister. "Allerdings, ich verstehe gar nicht, wieso das so ist, schließlich bin ich ihr Meister", antwortete er resignierend.
"Was bereden die so lange? Der Plan war doch schon vorbesprochen. Irgendwas stimmt hier nicht", überlegte Borigan laut und schaute aus dem kleinen Fenster. Draußen rannten Orks, Trolle, Tauren und Verlassene wild umher. Das ganze Lager schien in heller Aufregung, da klopfte es laut an der Türe.
"Herein!", war die deutlich zu vernehmende Antwort des Kriegers. Es war Vol'jin, der eilig in die Hütte trat.
"Es tut mir leid, die Verhandlung'n sind gescheitert. Ihr beide habt nu' zwei Möglichkeit'n ...", wandte er sich an die beiden Menschen.
"Entweder ihr brecht auf und versucht noch auf die Himmelsbrecher zu gelang'n, oder ihr folgt uns auf die Ogrims Hammer und trefft das Menschlein und das Elflein erst in der Zitadelle", ließ er ernst verlauten. Die beiden schauten sich an und Borigan wandte sich zurück an den Häuptling der Dunkelspeere.
"Da das Treffen in der Festung der Allianz stattfand, ist anzunehmen, dass die Himmelsbrecher schon gestartet ist." Vol'jin nickte. "Davon geh' ich aus, Borigan." Er wechselte noch einen Blick mit der Magierin und dann mit dem Verlassenen.
"Gut, dann kommen wir mit euch, denkst du, das geht in Ordnung, mein Freund?" Die kleinen gelben Augen des Trolls verengten sich, doch er grinste. "Bleibt an meiner Seite und es passt."
Gemeinsam eilten sie aus der Hütte und zur Ogrims Hammer, die ebenfalls außerhalb der Festung der Horde stand und schon abflugbereit wirkte.
An Bord folgten sie dem Troll zur Brücke und trafen dort auf Thrall, der gerade den Kapitän des Flugschiffs über die Vorkommnisse der Besprechung zu unterrichten schien.
"Jedenfalls müssen wir uns beeilen, um nicht zu spät einzutreffen, Kapitän Schwarznarbe", beendete der Kriegshäuptling gerade seine Ausführungen und ein breites Lächeln erschien auf den wulstigen Lippen des Orkkapitäns.
"Das heißt, wir werden die Himmelsbrecher angreifen, mein Kriegshäuptling?", fragte er und Kampfeslust leuchtete in seinen kleinen Augen.
"Wir werden keinen Angriff auf die Allianz starten! Die Welt braucht Frieden. Aber wenn Varian angreift, werden wir nicht wehrlos untergehen", donnerte er bestimmt. Korm Schwarznarbe verbeugte sich leicht und wandte sich dem riesigen Steuerrad zu.
"Odessa, Borigan. Wie ich sehe, habt ihr euch entschlossen, mit uns in die Eiskronenzitadelle einzufallen. Meister Kinnab", sprach Thrall ruhig und wandte sich zum Ende nickend an den Verlassenen.
"Ja, Kriegshäuptling. Ich bezweifle, dass wir es rechtzeitig zum Start der Himmelsbrecher geschafft hätten." Der Ork nickte bestätigend und trat an das große Fenster, um der Festung zuzuschauen, wie sie langsam kleiner wurde.
"Die Ogrims Hammer ist in Sicht!", rief der Ausguck laut zur Besatzung herab. Marialle schaute in die Richtung, in die er deutete, in der sich das gewaltige Bauwerk der Eiskronenzitadelle erstreckte, die an ihrer Spitze den Himmel zu berühren schien.
"Ich hoffe, dass sie nicht angreifen", sagte Dolette leise, mehr zu sich selbst als zu der Priesterin. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Thrall das tun würde. In seinen Augen regiert nur der Sinn nach Frieden", antwortete sie gedankenverloren. Der König hatte jeden außer dem Kapitän von der Brücke verwiesen, um sich genau zu überlegen, welche Strategie er fahren wollte, sobald er sich sicher war, dass die Horde angreifen würde.
Marialle seufzte innerlich. So lange ging es schon zwischen Krieg und Frieden hin und her und weder Horde noch Allianz wichen einen Schritt zurück. Nicht einmal im Angesicht des Feindes waren sie in der Lage, ihren Zwist so lange ruhen zu lassen, bis das gemeinsame Ziel erreicht war.
"Dieser ungestüme, engstirnige Idiot", presste sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
"Haltet euch etwas im Zaum, Mylady Hohepriesterin. Der König hat seine Augen und Ohren überall." Es war Tirion Fordring, der milde lächelnd an die beiden Frauen herangetreten war.
"Ich wünschte, dass ich das könnte, Lord Fordring, aber er macht es mir unheimlich schwer", antwortete sie ernst. "Ich weiß, aber in seiner derzeitigen Verfassung ist er zu allem fähig und ihr solltet ihn nicht herausfordern", sagte er beschwichtigend.
"Wird er von sich aus angreifen?", ließ sich nun die dunkle Elfe vernehmen.
"Das würde er offiziell niemals zugeben, aber ehrlich gesagt, bin ich mir da unsicher. Sein Hass auf die Horde ist ins Unermessliche angewachsen, seit den Vorkommnissen an der Pforte, und wer kann es ihm verdenken? Er ist blind für die Wahrheit und irgendwo hat er das Recht auf seiner Seite. Lady Windläufer tat nicht gut daran, dem Schreckenslord zu vertrauen, und sie und die Horde müssen die Konsequenzen tragen. Dass Lady Prachtmeer ihn der Möglichkeit beraubte, Lordaeron wieder in die Allianz einzufügen, tut sein Übriges." Nachdenklich schaute der Paladin auf die, immer näher kommende Ogrims Hammer.
"Ich habe ein äußerst ungutes Gefühl bei der ganzen Sache", flüsterte er gedankenverloren. Marialle folgte seinem Blick zurück zu dem Flugschiff, das sie verfolgte. Auf der Ogrims Hammer herrschte reges Treiben, auch wenn die Hohepriesterin nicht genau erkennen konnte, was vor sich ging. "Dole, kannst du sehen, was die da machen?", wandte sie sich an die Todesritterin. "Sie rennen hin und her, aber warum kann ich auch nicht sagen." Ein Schatten glitt über die makellosen Züge der schönen Untoten.
"Was ist?" Die Angesprochene drehte sich weg.
"Nichts."
"Lüg mich nicht an", bat Marialle in sanftem Ton. Die Elfe schien mit sich zu hadern. "Was hast du gesehen?" Sie konnte erhaschen, wie ihr Unterkiefer kurz zuckte.
"Odessa, Borigan und Kinnab sind an Deck", sagte sie finster. Marialle verstand. Sie drehte sich zurück und auch ihre Miene verfinsterte sich. "Wir dürfen es nicht zu einer Auseinandersetzung kommen lassen", erklärte sie ruhig und mit der Würde, die die Hohepriesterin in ihr ausmachte.
"Dann lasst uns zu Varian gehen und schauen, dass wir ihn vor einer Dummheit bewahren", ließ sich Tirion vernehmen.
Die drei eilten gerade über das Deck, als der König von Sturmwind aus der Brücke an Deck trat.
"Die Ogrims Hammer macht sich gefechtsbereit! Wir werden sie nicht den ersten Schlag vollführen lassen!", rief er laut über das Deck, sodass ihn jeder vernehmen konnte und zog sein Schwert. Sofort war alles in heller Aufregung und man rannte wild über die Holzplanken, zu den Kanonen und jeder legte seine Waffen an.
"Mein König, das ist Wahnsinn! Wie wollt ihr den Lichkönig stürzen, wenn wir geschwächt aus einer Schlacht kommen?", ließ sich der Paladin laut vernehmen und rannte auf den Angesprochenen zu. Auch Bolvar Fordragon und die beiden Todesritter waren nun an seine Seite gekommen.
"Ihr habt den Befehl des Königs gehört!" Es war Muradin Bronzebart, der an die Seite seines Befehlshabers getreten war und seinen Entschluss bekräftigte. Der Zwerg hatte ebenso seine Axt gezogen und war bereit, in den Kampf zu ziehen.
"Verdammt, wir müssen sie irgendwie warnen", kam es atemlos von Marialle.
"Aber wie?" Darion Mograine teilte offenbar die Meinung des Paladins, und auch die anderen beiden wandten sich von ihrem König zu der Priesterin.
"Einen Zauber hinüberzuschicken würde als Kampferöffnung verstanden. Hat keiner eine Idee?"
"Sieh nur, Borigan, da an der Reling der Himmelsbrecher. Sind das Marialle und Dolette?", fragte Odessa und versuchte den Punkt zu fixieren. Auch Plagg trat näher an die Reling der Ogrims Hammer, um zu erspähen, was die Magierin ansprach. "Herrin Dolli da drüben?" Die Gestalten machten wegwischende Bewegungen, aber was wollten sie sagen? "Susi, flieg hinüber zur Herrin, aber pass auf, dass du so gut es geht unentdeckt bleibst." Die Sukkubus nickte aufgeregt und sprang von Deck. Plagg beobachtete seine Dienerin, wie sie erst weit unter ihnen in den Flug glitt und mit kräftigen Flügelschlägen auf die Himmelsbrecher zu flog.
"Untoter Narr, pfeift sie zurück!" Verwirrt betrachtete er Odessa und schaute ihr zu, wie sie sich vor seinen Augen auflöste. Er verstand und fluchte innerlich über seine Unbedachtheit.
"Susi, zurück!", brüllte er seiner Dämonin hinterher.
"Kinnab, du Idiot. Sie werden Susanne doch sehen!", stieß die dunkle Ritterin zornig hervor. Marialle spürte eine vertraute Präsenz die sie herum fahren ließ. Vor ihren Augen schälten sich die Umrisse der Magierin in die Umgebung und ein Lächeln glitt über ihre Lippen.
"Beim Licht, Odi! Varian will angreifen. Sag Thrall, dass er abdrehen muss!" Sie nickte nur und verschwand so schnell wie sie erschienen war.
Doch zu spät.
Ein gewaltiger Knall durchbrach die Stille am Himmel und das Geschoss, das auf die Ogrims Hammer zu flog, verfehlte die Sukkubus nur um haaresbreite.
"Nein, verdammt."
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Die dunkle Ritterin - Staffel 1
FantasyStaffel 1 der Serie die dunkle Rittern laufend Kein WoW Vorwissen von Nöten. Die Geschichte einer Todesritterin, die durch einen Auftrag für Sylvanas Windläufer, an ihrem vergessenem Leben rührt. Wer war sie einst? Wer ist sie heute? Und was wird a...
