Die Sonne stand schon hoch am strahlend blauen Himmel, als Marialle sich entschlossen hatte, den Grübeleien um ihren Traum ein Ende zu bereiten und an Deck etwas frische Luft zu schnappen. Das Bild hatte sich kaum verändert. Susanne flitzte noch immer von einer zur anderen Ecke, und Plagg sah ihr lächelnd dabei zu. Odessa schien an ihren Feuerzaubern zu üben, nur von Borigan war keine Spur zu sehen. Die Magierin ließ gerade einen Feuerball über ihrer Hand ruhen und betrachtete ihn gedankenverloren, als Marialle an sie herantrat.
"Pass auf, Odi, sonst fackelst du uns noch das ganze Schiff ab!", schmunzelte die Hohepriesterin. Sie ließ den Feuerball erschrocken verschwinden und drehte sich um. "Guten Tag, Mari! Ach, ich bin in den letzten Jahren wirklich ganz gut geworden, keine Sorge. Sag, wie geht es dir?" Marialle überlegte kurz. Ob sie ihren Gefährten von dem Traum erzählen wollte, hatte sie sich natürlich noch nicht überlegt. "Ganz gut, denke ich", sagte sie daher schlicht und ehrlich. "Du siehst auch viel besser aus, wenn ich das sagen darf, Mari." In dem Moment zischte die irre Sukkubus an die beiden Frauen heran und flog der Priesterin um den Hals.
"Meisterin Marialle noch immer traurig? Herrchen gestern Susanne erklärt am haben", schluchzte sie gespielt, und ihre helle Stimme schmerzte die Hohepriesterin in den Ohren. Sie drückte sie mit sanfter Gewalt von sich. "Schon gut, Susi. Mir geht es gut und der Herrin ganz sicher auch." Die Dämonin nickte eifrig und flog kurz über dem Boden rüber zu ihrem Meister und schien ihm von dem Gehörten zu berichten.
"Nanu? Woher der plötzliche Optimismus, meine Liebe?", kam es verwundert von Odessa, und das ließ die Priesterin sanft lächeln.
"Ich hatte heute Nacht einen Traum, in dem wir uns trafen, Odi. Es geht ihr gut." Die blauen Augen der Magierin weiteten sich vor Staunen und Unglaube, und sie brauchte einen Moment, um die richtigen Worte zu finden. "Ihr habt euch im Traum getroffen? Ich würde ja fragen, wie das möglich ist, aber das war bei euch beiden ja schon immer so eine Sache. Wie geht es ihr? Wo ist sie?" Odessa schmunzelte bei dem Gedanken an vergangene Tage. "Es geht ihr gut, sie wurde von Tirion Fordring gerettet und konnte Putress besiegen. Allerdings gab sie ihm das Versprechen, ihn im Kampf gegen Arthas zu unterstützen, deshalb ist sie nicht hinter uns hergereist."
"Nicht zu glauben!" Marialle nickte leicht lächelnd, als Plagg dazu trat, der offenbar einen Teil mithören konnte. "Das sind ja fabelhafte Neuigkeiten, Mylady Lichtsprung. Bei Zeiten würde ich zu gern mehr über die Verbindung erfahren, die euch und die Herrin umgibt", sprach er ruhig und gab ein zerfleddertes Lächeln preis. "Gern, Meister Plagg, wenn ich wüsste, wie lange die Reise noch dauert, könnten wir das gleich tun." Und wie gerufen kam Borigan aus der Richtung der Brücke und trat an die kleine Gruppe heran. "Guten Tag zusammen. Ich komme gerade vom Kapitän. "Er sagt, wir müssen vorsichtig sein, Tirisfal unterliegt auch schon der Kontrolle Varimathras. Hat jemand eine Idee, wie wir das umgehen können?", ließ er sich vernehmen, als er zum Stehen kam. "Natürlich, ich teleportiere uns vom Schiff, sobald wir im Landeanflug sind!", kam es entschlossen von Odessa und die anderen nickten bestätigend. "Das scheint mir vernünftig, wir wollen ja erst zum Lager der Horde, da sollten wir auf leisen Sohlen unterwegs sein", bekräftigte der Verlassene den Einfall der Magierin.
"Dann machen wir es auch so. Habt ihr den Kapitän gefragt, wie lange der Flug noch dauert, Borigan?", fragte Marialle nun wieder den Krieger. "Er rechnet damit, dass wir morgen früh ankommen, Mylady", war seine schlichte Antwort.
"Dann kommt, Meister Plagg. Ich werde euch ein wenig davon berichten, was ich selbst über die Verbindung von Dolette und mir weiß", wandte sich die Priesterin nun wieder an den Hexenmeister und ging vor, in ihre Kabine zurückzukehren. Der Untote und seine Sukkubus folgten ihr, Odessa und Borigan schienen direkt in ein Gespräch vertieft, zurückzubleiben.
Marialle erzählte dem Verlassenen so knapp es ihr möglich war, alles über Elarie und Belurie, deren Mütter und die verschiedenen Stadien, die ihre Verbindung zu Dolette bis heute durchlaufen hatte. Sie beeilte sich, denn sie wollte schnell schlafen, in der Hoffnung, der Todesritterin im Traum ein weiteres Mal zu begegnen.
Und so legte sie sich auch direkt hin, nachdem sie geendet und Plagg hinaus gebeten hatte.
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Die dunkle Ritterin - Staffel 1
FantasyStaffel 1 der Serie die dunkle Rittern laufend Kein WoW Vorwissen von Nöten. Die Geschichte einer Todesritterin, die durch einen Auftrag für Sylvanas Windläufer, an ihrem vergessenem Leben rührt. Wer war sie einst? Wer ist sie heute? Und was wird a...
