13. Kapitel

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Auf die Minute genau fuhr vor dem großen, mit zahlreichen Fenstern geschmückte Hauptgebäude der Universität Brighton ein schwarzes Auto vor, dessen Fenster aufgrund der Hitze heruntergelassen waren und aus dessen Inneren ein dunkelhaariger Mann mit Sonnenbrille heraus grinste.

Einige Locken meines Haares wehten mir ins Gesicht als ich zur Beifahrerseite des überaus modern wirkenden Wagens joggte und ich verfluchte einmal mehr meine Entscheidung heute nur ein Tanktop und eine kurze Hose angezogen zu haben.

Als ich sein Auto erreicht und die Wagentür öffnete, war Thomas Grinsen nur breiter geworden. „Passagierin 270 bitte Platz nehmen, ihr Flug startet in wenigen Sekunden."

Ein Lachen entkam mir, als ich mich auf den Sitz gleiten ließ und nach dem Gurt griff. „Tische bitte hochklappen und Sitze geradestellen, der Kapitän meldet für heute einen störungsfreien Flug."

„Solang der Kapitän auch vorsichtig fliegt..."

Thomas schnaubte empört. „So viel Vertrauen", meckerte er und ließ den Motor zweimal aufheulen. „Bereit?"

Doch noch bevor ich antworten konnte, düsten wir wieder los und Thomas schlängelte sich geschickt in den Vormittagsverkehr ein. Nach wenigen Minuten landeten wir in einer belebten Gegend zwischen der North und Kings Road. Zu unserem Glück fanden wir sogar ein Parkplatz der halbwegs in der Nähe der zur Mittagszeit belebten Einkaufsstraße.

Gentleman-like hielt Thomas mir die Tür auf und gemeinsam schlenderten wir die einsam erscheinende Straße hinauf. Er führte mich durch ein Gewirr aus Seitengassen, bis wir schließlich vor einem kleinen Café stehen blieben. Und mit klein meinte ich klein.

Zwischen zwei Geschäftslokale gequetscht befand sich ein charmantes, maximal vier Meter breites Café in französischem Stil. Auf dem Schild über der verglasten Tür stand in geschwungenen Lettern Chez Laura und ich konnte den Duft von Pains au chocolat und Croissants in der Luft riechen.

Ich sah verzückt zu Thomas, der ebenfalls wieder zu lächeln begonnen hatte. „Besser als ein langweiliger Restaurant-Besuch?"

„Viel besser!", stimmte ich ihm zu und zog ihn mit in das kleine Café.

* * *

Drinnen begrüßte uns eine blondhaarige Französin, die Thomas schon von weitem zuwinkte. „Freundin von dir?"

„Cousine."

Ich gab ein befriedigtes hmpf von mir und zog Thomas an einen Tisch am Fenster. Keine Sekunde später stand auch Thomas Cousine vor uns und sah uns beide wie ein Grinsekatze an.

Bonjour Thomas! Ça fait une éternité que je ne t'ai pas vu ! Ça va?"

„Mir geht es so weit gut. Dir? Ich habe gehört, Alexandre hat dir endlich einen Antrag gemacht?"

Auch wenn Thomas behauptete, dass er nicht besonders gut Französisch sprach, betonte er das r so perfekt, dass ich vor Entzücken erschauderte.

Laura steckte lächelnd ihre linke Hand aus und ließ Thomas und mich den funkelnden Ring bewundern, der ihren Ringfinger zierte. Das Licht brach sich im Inneren des Diamanten und ließ den Ring wie aus Tausendundeiner Nacht erscheinen.

„Der ist wunderschön", sagte ich mehr zu mir als zur Besitzerin des Rings.

Ihren blonden, zu einem Dutt hochgesteckten Haare, die weichen Kurven und das breite Lächeln ließen sie atemberaubend erscheinen. In ihrer Gegenwart fühlte man sich sofort willkommen, eine Atmosphäre, die von ihrem kleinen Café an jeder Stelle widergespiegelt wurde.

Lauras Blick schweifte zu mir und dann zu ihrem Cousin, dann sagte sie. „Nachdem Thomas nicht vorzuhaben scheint, mich dir vorzustellen, muss ich das wohl selbst erledigen. Mein Name ist Laura, ich bin die Besitzerin des Lokals und seine nervige große Cousine."

„Freut mich deine Bekanntschaft zu machen! Ich bin Nadiya!", erklärte ich und schüttelte ihre Hand.

„Es ist immer wieder schön ein neues Gesicht zu sehen, vor allem wenn dieses Gesicht meinen petit Thomas zum Strahlen bringt."

Überrascht sah ich zu ihm – und tatsächlich, er strahlte. Nicht wie der Diamant an Lauras Hand, nein, sein Strahlen kam von tief in seinem Herzen. Und da wusste ich, dass meine Entscheidung, mich erneut auf ein Treffen einzulassen, die richtige gewesen war.

The Way of our Hearts - Ist Liebe Stärker als die Angst?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt