† Schwur

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Ich ließ Izzy im Wagen, als ich zur Haustür meines Vaters lief. Noch einmal würde mir der Fehler sie allein zu lassen nicht unterlaufen, dennoch wollte ich sie nicht in der Nähe des Mannes wissen der alles dafür tat um ihr Schaden zuzufügen.

Ich klopfte, obwohl ich hätte eintreten können und Angelica öffnete mir die Tür. Ihr freudiges Gesicht über meinen Besuch veränderte sich, als sie Izzy im Wagen entdeckte.

"Ist er hier?", fragte ich gelangweilt und drückte mich an ihr vorbei.

Angelica schaute übel launig. "In seinem Büro, aber hast du nicht was vergessen? Eine alte Flamme verdient doch sicher eine Begrüßung."

Bei den Worten erinnerte ich mich wieder an eine Zeit zurück die ich lieber vergessen wollte. Der Zeitvertreib und die Ablenkung die mir Angelica damals boten waren nett, nicht mehr und nicht weniger.

"Hi.", gab ich knapp zurück und suchte dann das Büro auf. Angelica folgte mir. Ich hörte ihre Absätze auf dem Steinboden, die wie donnernde Drohungen klangen aber mein Ziel war jemand anderes, von dem ich mich auf keinen Fall ablenken ließ.

"Keaton. Wie schön. Mein missratener Sohn besucht mich.", witzelte Vater und starrte mich an. Sein Mund war verzogen zu einer Grimasse die nur fern an ein Lächeln erinnerte. Wenn er mich provozieren wollte, so musste er schon etwas mehr auffahren.

"Calare. Wo ist er? Ich nehme ihn mit.", gab ich zurück ohne ihn zu begrüßen. "Du kennst die Regeln. Er ist jetzt Teil unserer Familie."

Mit einem fast galanten Sprung kam er hinter seinem Schreibtisch hervor, blieb knapp vor mir stehen. Seine Augen wirkten bedrohlich, fast tödlich, aber er konnte mir damit nicht imponieren.

"Zuerst verlässt du deine Familie um zu dienen... Dann versprichst du Rache an den Leuten die deinen Bruder getötet haben... Du heiratest die Hure des Feindes, widersetzt dich meinen Anordnungen, setzt Kinder in die Welt und jetzt tauchst du hier auf und stellst Forderungen? Für wen hältst du dich?", schrie er.

Die Beleidigung die an Izzy gerichtet war ignorierte ich. Er hatte keine Ahnung was er redete. Einzig der Vorwurf, der sich auf Kinder bezog, ließ mein Gesicht für einen kurzen Moment weniger teilnahmslos wirken.

"Wo ist er?", fragte ich wieder.

Angelica schaltete sich ein. "Wir sollten wirklich über die Schwangerschaft reden, Keaton."

Ich konnte nicht mehr. Ich konnte mein Lachen nicht mehr unterdrücken, also ließ ich es raus. Ich lachte, so aufrichtig und natürlich, daß die beiden mich für verrückt halten mussten. Es war mir egal.

"Sofern du wirklich schwanger bist, würde ich es wünschenswert finden einen Vaterschaftstest machen zu lassen. Sicher hast du den Weg in Vaters Bett ebenso schnell gefunden wie in meines und wer weiß wer von den Männern hier noch das Vergnügen hatte.", spottete ich.

Damit verstummten die beiden traurigen Gestalten vor mir und da Vater ein Geheimnis um den Aufenthalt von Calare machte, griff ich nach seinen Schlüsseln auf dem Schreibtisch und lief los. Ich würde jeden Raum, jede noch so dunkle Ecke absuchen, bis ich ihn gefunden hatte.

"Das wagst du nicht!", hörte ich ihn hinter mir schreien und drehte Mich, mit der Hand an meiner Waffe herum. Vater hatte das gleiche im Sinn und zielte auf Mich.

War es jetzt soweit? Würde es sich jetzt alles entscheiden?

Ich hatte jedenfalls nicht vor zu verlieren oder aufzugeben.

Ich hatte eine Mission und ein klares Ziel, das ich erreichen wollte.

K I N G × Geliebter Feind Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt