Zoo - Kapitel 78 ☆

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Traum

Harry stand in einem ihm schon bekannten Zimmer und sah die kleinen Draco und Malio dabei zu, wie sie sich aufgeregt eine große Karte ansahen. „Und wir müssen unbedingt zu den Löwen!" „Ja, und dann zu den Zebras!" „Genau, und dann zu den Pinguinen!" „Und dann zu den Schlangen!" „Und dann zu den Kamelen!" „Und dann zu den Giraffen , die sollen soooo groß sein!" „Und dann zu den Koalas." „Genau, und dann zu den Fischen!" „Und die Affen!" „Und die ..." „MALIO, DRACO, WIR WOLLEN LOS!" rief plötzlich eine laute Stimme von irgendwo, und die beiden packten die Karte hastig ein und rannten aus dem Zimmer.

Harry sah einfach den beiden Kindern hinterher. Sie hatten so schnell gesprochen, dass er sich wirklich anstrengen musste, jedes Wort zu verstehen. Offenbar wollte die Familie in den Zoo gehen. Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, landete er in dem bekannten Strudel und fand sich plötzlich in einer dunklen Gasse wieder. Vor ihm standen Lucius, Severus, Narcissa und Tom, alle in ihrer typischen ernsten Pose, aber mit einem Hauch Besorgnis in den Augen.

„Okay, Kinder, ihr wisst noch, was wir gesagt haben?" fragte Lucius und richtete die Kleidung der beiden, die durch die schnelle Reise leicht verrutscht war.

„Ja, wir gehen nirgendwo alleine hin", sagte Malio artig. „Und wir sind lieb und hören, wenn ihr etwas sagt", fügte Draco hinzu.

„Und das Wichtigste?" hakte Severus nach.

„Wir sagen niemandem, wie wir heißen, wir gehen mit niemandem außer euch mit, und wir verraten niemandem etwas über unsere Welt", sagten die beiden synchron.

Narcissa lächelte und strich den beiden über den Kopf. „Na dann, wollen wir gehen. Wir werden schließlich nicht jünger." Lucius und Severus nahmen die Kinder an die Hand, und gemeinsam gingen sie aus der dunklen Gasse hinaus. Harry staunte. Er konnte sich nicht erinnern, schon einmal vor den Dursleys im Zoo gewesen zu sein.

Narcissa kaufte die Tickets, und die fünf gingen los. „Wo wollt ihr als Erstes hin, Jungs?"

Malio und Draco zogen die Karte aus ihrer Tasche und zeigten sie den Erwachsenen. Harry musste lachen, als er die Karte sah. Jedes Tier, das die beiden sehen wollten, war rot umrandet, und auf der gesamten Karte konnte man nur rote Kreise erkennen. Da hatten sich die beiden wirklich etwas vorgenommen.

„Wir wollen zuerst zu den Pinguinen", sagte Draco und sah zu Malio. Als dieser nickte und zustimmte, zeigte Draco auf den roten Kreis, auf dem das Bild des Tieres abgebildet war.

Tom lachte leise auf. „Na dann, dann wollen wir dorthin. Vielleicht sehen wir ja auf dem Weg noch andere Tiere." Malio und Draco bekamen große Augen. Sie durften wirklich direkt zu den Pinguinen gehen!

„Na dann, kommt, wir müssen da entlang", sagte Severus, nachdem er die Karte und die umliegenden Wegweiser kurz studiert hatte.

Auf dem Weg zu den Pinguinen konnte Harry mit der Familie mitgehen und sich die Tiere in seinem Traum noch einmal ansehen. Es wirkte fast so, als wäre er wirklich im Zoo und nicht nur in einem Traum. Stunden vergingen, während die Kinder voller Energie durch die Wege rannten, die Tiere bestaunten und staunten. Schließlich ließ die Energie der Jungen nach, und Lucius und Severus mussten jeweils einen der beiden tragen.

Nach einer kurzen Stärkung, bestehend aus Pommes und einem Eis, ging die Tour durch den Zoo fast weiter, hätten Draco und Malio nicht einen der Souvenirläden entdeckt. Neugierig gingen sie hinein und sahen sich die vielen Kuscheltiere und Bilder der Tiere an.

„Wow!" sagte Draco und nahm einen kleinen, süßen Pinguin aus dem Kasten. „Guck mal, wie weich der ist, Malio!"

Aber Malios Aufmerksamkeit galt einem anderen Tier. Direkt neben den Löwen stand eine Kiste mit Eisbären. Begeistert betrachtete er den kleinen, flauschigen Bären. Das letzte Tier, das sie vor dem Essen gesehen hatten, waren die Eisbären, und Malio fand, dass diese Tiere mit ihrem strahlend weißen Fell einfach wunderschön waren.

Harry betrachtete den kleinen Eisbären ebenfalls genau. Ehe er sich versah, stand er wieder in einem ihm sehr bekannten Raum. „Was hast du da versteckt? Na los, zeig es mir!" Tante Petunias Stimme klingelte in Harrys Ohren. Er stand in dem Flur der Dursleys, und Tante Petunia stand vor der geöffneten Kammertür und sah klein Harry böse an.

Harry versteckte etwas ängstlich hinter seinem Rücken und schüttelte schüchtern den Kopf. „Vernon, komm her und hilf mir! Der Bengel versteckt etwas hinter seinem Rücken!" keifte Petunia. Ein lautes Poltern war zu hören, und die Tür zum Wohnzimmer öffnete sich. Vernon versuchte erst gar nicht, zu reden, sondern packte die schon zu große Kleidung des Jungen und zog ihn aus der Kammer.

Da klein Harry nicht damit gerechnet hatte, ließ er vor Schreck sein kleines Geheimnis los und Petunia sah auf den heruntergefallenen Eisbären.

„Wo hast du das her?" fragte sie wütend und hob das Tier angeekelt mit zwei Fingern auf.

„Das hab ich bestimmt von meiner Mama und meinem Papa. Das hab ich schon immer", sagte klein Harry leise.

„Das Ding ist dreckig und ekelhaft, und du wirst es nicht wiedersehen!" Damit ging Petunia ins Wohnzimmer und warf den kleinen Eisbären ins Kaminfeuer. Vernon lachte, während Harry die Tränen aus den Augen kullerten, und er kroch zurück in den Schrank.

Traum Ende

Harry wachte mit nassem Gesicht auf. Er konnte sich an den kleinen Bären erinnern, den er immer versteckt hatte, bevor er die Kammer verlassen hatte. Einmal hatte er verschlafen, und Tante Petunia hatte ihn erwischt, bevor er ihn verstecken konnte. Mit der Zeit hatte er vergessen, was genau passiert war zu groß war der Schmerz gewesen, das geliebte Kuscheltier zu verlieren.

Mit einem Blick auf die Uhr bemerkte Harry, dass er bald aufstehen musste. Er stand auf und ging ins Bad, um lange und ausgiebig zu duschen, wobei er die Ereignisse seines Traums noch einmal in Gedanken durchging.

Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen :)

Überarbeitet 4.1.2026

Plötzlich ein MalfoyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt