[13 - Einladung]

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Das Reich und seine Menschen hätten sich viel weiter entwickeln können, wenn man sich nicht so vor Veränderungen fürchten würde.
Sie weiß, dass sie nicht die gesamte Welt revolutionieren kann, doch irgendwer muss den ersten Schritt in die richtige Richtung machen.

Nachdem Nori aufgewacht ist, konnte sie auch nicht mehr einschlafen. Dennoch liegt sie mit geschlossen Augen da, um den Anschein zu erwecken.

Als sie später dann alle gemeinsam frühstücken tun Shou und Nori bereits wieder so als wäre am Vortag nichts zwischen ihnen vorgefallen.
Die Stunden ziehen friedlich an ihnen vorbei. Auch nach dem Essen sitzen sie nur in der Gegend herum. Immer hin gibt es für sie gerade sonst nichts zu tun.

"Da nähert sich uns jemand von den Uchiha", merkt Nori irgendwann und setzt sich auf.

"Was die wohl wollen...", murmelt Shou, der ein wenig verstimmt zu sein scheint.

Nur Nori kann sich denken, dass es irgendwas mit Madara Uchihas Nachricht an sie zu tun hat. Er hat sie wiedererkannt und möchte mit ihr reden.

Und der effektivste Weg dazu ist...
"Unser Oberhaupt, Madara Uchiha, möchte euch höflichst zum Essen in den Uchiha-Clan einladen."

Der gesandte Uchiha händigt ihnen die schriftliche Einladung aus.

Während Kubo das Schriftstück ziemlich misstrauisch mustert, lässt Nori sich die Chance nicht entgehen die Einladung anzunehmen.

Und sobald sie erstmal eingestimmt hat... kann sowieso keiner mehr widersprechen.

"Warum hast du einfach zugestimmt?", will Kubo - nachdem der Uchiha mit der Zustimmung verschwunden ist - offensichtlich wenig begeistert wissen.
"Warum denn nicht?", erwidert Nori monoton wie immer. Selbstredend mit voller Absicht ihre Kameraden zu provozieren.
Ihnen ist sowieso allen langweilig. Bis sie mit den Friedensverhandlungen starten dürfen, können sie ja wohl noch ein wenig Spaß haben.

"Bevor du jetzt mit dem das könnte aussehen als wären wir parteiisch-Argument kommst", startet Nori.
"Es könnte unseren bevorstehenden Verhandlungen genau so schaden, wenn wir unhöflicherweise eine Einladung des Uchiha Oberhauptes ablehnen.
Falls sie sich wirklich einschleimen wollen, lassen wir sie lieber in dem Glauben, dass wir uns so einfach um den Finger wickeln lassen. Wir besitzen alle die nötige Neutralität uns nicht einlullen zu lassen. Sie können es nicht zu offensichtlich machen, also wenn es nicht klappt, tun sie einfach so als wären da keine Hintergedanken gewesen.
Und profitieren tue am Ende immerhin ich, weil es ein leckeres Essen gibt."

"Oder sie vergiften das Essen, um uns aus dem Weg zu räumen und ihre eigenen Plänen umzusetzen", murrt Kubo und Nori verdreht die Augen.

"Willst du behaupten du hast so wenig Vertrauen in deine Fähigkeiten, dass du nicht erkennst, wenn man uns Gift untermischt?", provoziert Nori ihn absichtlich.
"Natürlich nicht. Ich will nur sagen, dass deine Art zu denken naiv ist."

Es ist Nori nur recht, wenn das auf andere so wirkt. Ihr ist klar, dass Madara es nur darauf abgesehen hat sich mit ihr zu unterhalten und das lässt sich während so einem Essen ganz einfach tun, ohne, dass irgendwer Verdacht schöpft.

"Es wäre lächerlich zu versuchen uns zu vergiften. Das Risiko die Konsequenzen zu spüren wäre viel zu hoch als jeder Vorteil, den man dadurch kriegen könnte."

"Dann gehen wir eben. Aber ich warn dich nicht, wenn dir doch wer was untermischt", gibt Kubo schließlich nach und Nori muss sich ein Grinsen verkneifen.

Kubo hat eben ein unfassbares Ego.
Doch da Nori genau weiß, wo sich seine Achillesverse befindet, hat sie ihn bisher immer mit seiner eigenen Logik schlagen können.

"Jedenfalls", startet Nori erneut "Ich geh dann mal meine Morgenroutine erledigen."
Ohne auf eine Antwort zu warten, verschwindet sie in den Bäumen. Während Shou und Kubo das ganze herzlich wenig zu interessieren scheint, erweckt es Kenzos Aufmerksamkeit.

"Ist das wirklich in Ordnung, wenn sie alleine weggeht?", will Kenzo wissen und die anderen Beiden nicken.
"Wir haben zwar auch keine Ahnung, was sie mit Morgenroutine meint, aber komischerweise ist diese Morgenroutine in all den Jahren das einzige gewesen bei dem sie alleine gelassen werden will", erklärt Shou schulterzuckend.

"Immer noch keine Begründung ihr ins Bad zu folgen", stellt Kubo klar, woraufhin Shou rot anläuft.
"Die Geschichte ist doch schon ewig her, das brauchst du wirklich nicht jedem unter die Nase zu reiben!", beschwert Shou sich aufgebracht.

Im Großen und Ganzen war es ein Missverständnis, weil Shou damals (es war eine einmalige Sache) die Anweisung "Behaltet sie ständig im Auge" zu wörtlich genommen hat.
Kubo gefällt es aber immer noch Shou an diesen Patzer, dass er Nori - als wäre es selbstverständlich - ins Bad gefolgt ist, zu erinnern.

"Und was ist diese Morgenroutine?", fragt Kenzo aus Interesse nach, woraufhin ihre beiden Aufpasser aber nur mit den Schultern zucken. "Sie wechselt auf jeden Fall ihre Verbände, aber keine Ahnung, was sie sonst so treibt. Nori hat ein merkwürdiges Empfinden für ihre Privatsphäre."

Die Verbände an Noris Armen sind Kenzo auch schon aufgefallen, er hat aber bisher nicht nachgefragt, da es ziemlich naheliegend ist wieso sie diese trägt.

"Verstehe", meint Kenzo darauf nur, um das Gespräch abzurunden.
Es geht ihn ja eigentlich auch gar nichts an.

Sobald der Friedensvertrag zwischen Senju und Uchiha steht und sie sich offiziell unter die Herrschaft der feudalen Familie stellen, wird Kenzo sowieso wieder zum Feudalherren zurückkehren und sie wie gewohnt, um langweiliges Zeug wie Finanzen kümmern.
Eigentlich hat Kenzo nämlich rein gar nichts mit solchen Abenteuern wie diesem zu tun. Und auch kein Interesse daran, das ist ihm viel zu anstrengend.
Er ist nur dabei, weil er ja schlecht ablehnen konnte, als der Feudalherr ihn darum bat mitzugehen und sich um die Formalitäten zu kümmern und sicherzustellen, dass alles nach dem Willen des Feuerreiches von statten geht.

"Shou, reiß dich zusammen, sobald wir bei den Uchiha sind", ermahnt Kubo seinen Kollegen, der die Arme vor der Brust verschränkt.

"Was soll das denn heißen? Ich bin immer zusammengerissen", verteidigt der Andere sich.
Kubo verdreht die Augen.
"Ich meine nicht, dass ich dich für vollkommen inkompetent halte, sondern dass du besonders vorsichtig sein sollst.
Auch wenn Noris Vermutung wie immer zumindest halbwegs legitim klingt, traue ich weder den Uchiha noch ihr. Wenn wir Pech haben, hat sich Nori schon längst mit ihnen verschworen."

"Also erstens, wieso musst du das so betonen, dass du mich nicht für vollkommen inkompetent hältst? Und zweitens übertreibst du schon wieder. Abgesehen davon, dass Nori keine Gelegenheit dazu hatte, warum sollte sie sich mit den Uchiha verschwören?", nimmt Shou Nori mal wieder in Schutz.

"Hast du die Nachricht vergessen, die die Uchiha ihr überreicht haben? Und wie sie diese sofort verbrannt hat? Außerdem hat sie vollkommen unüberlegt diesem Essen zugesagt. Und nur weil wir kein Motiv sehen, heißt es nicht, dass sie nicht eines haben kann, das außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt. Oder denkst du wirklich wir würden Nori verstehen können?"

Shou seufzt. Er weiß, dass Kubo und Nori sich nicht sonderlich verstehen... aber diese Verschwörungstheorien findet er immer ziemlich übertrieben. Ja, sie können Nori nicht verstehen, das bestreitet er gar nicht, aber das heißt nicht gleich, dass Nori sich mit den Uchiha verschworen hat oder würde. Wieso auch?

"Ich werde besonders aufpassen", meint Shou schließlich. Diese Diskussionen führen sowieso zu nichts.

RiversidesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt