"Ihr müsst die Oberhäupter des Senju-Clans und des Uchiha-Clans sein. Es ist mir eine Freude solch hübsche Männer kennenzulernen."
Izuna und Tobirama erfüllt derweil ein Gefühl von Unbehagen.
Masako Shijimi hat nämlich eindeutig andere Interessen als die Shinobi.
Trotz des seltsamen Starts schüttelt Hashirama höflich, wie er ist, Masako die Hand und stellt sich noch einmal richtig vor. Zwangsmäßig tut Madara dies auch, obwohl ihm Masako bereits absolut unsympathisch ist.
Kubo kümmert sich derweil um Nori und hebt sie vorsichtig hoch. Zu seinem Bedauern hat die Tochter des Feudalherren allerdings nicht vor, ihn einfach so mit ihr davonziehen zu lassen. Eigentlich hatte er sich das bereits gedacht.
"Stehengeblieben, Kubo." Ohne Widerspruch bleibt er stehen. Sein Blick ist aber inzwischen merklich gereizt. Zwar ist Nori so gesehen erstmal wieder unter Kontrolle, aber sich mit Masako auseinandersetzen zu müssen, ist eigentlich das schlimmere Übel.
Er weiß bis heute nicht, warum die Tochter des Feudalherren so ein großes Problem mit Nori hat. Gut, Nori hat ihr nie so wirklich den gebührenden Respekt entgegengebracht, aber sie war nie so unhöflich, dass sie es verdienen würde, so von Masako gehasst zu werden.
"Gibt es noch etwas?", fragt er nach, bemüht, die Ruhe zu wahren. Kubo weiß nicht mal, ob Masako sich bewusst ist, dass Nori nur durch ihren provokanten Kommentar fast Amok gelaufen wäre. Dass sie aber so Salz in Noris offene Wunde durch Shous Tod gestreut hat, ist sogar für ihn absolut unverständlich.
Zudem kommt noch Noris Anschuldigung. Normalerweise hat sie in solchen Sachen letztendlich recht behalten.
Aber dann wieder die Frage – was hat Nori Masako Shijimi getan, dass diese Attentäter auf sie ansetzt? Und Kubo war immer an Noris Seite. Es ist nie etwas vorgefallen, das so etwas rechtfertigen würde.
"Natürlich gibt es noch etwas", beschwert sie sich sofort. "Dieses Miststück hat mir absolut unberechtigte Dinge unterstellt. Ich verlange, dass sie eingesperrt wird!"
Kubos Blick wird düsterer. In seinem Leben hatte er noch nie solche Probleme damit, sich zusammenzureißen.
"Ihr habt keine Befugnis dazu", lässt Kubo sie stumpf abblitzen. "Willst du es wirklich darauf ankommen lassen? Dieses Monster könnte jederzeit wieder wüten", empört Masako sich. Am liebsten würde Kubo einfach gehen, aber er weiß, dass sie ihm dann folgen würde.
"Das war eine Ausnahme, nicht die Regel", versucht Kubo sichtlich, Nori zu verteidigen, was aber eigentlich nur noch zornigere Reaktionen auslöst.
"Du verteidigst gerade eine Psychopathin, die uns alle töten könnte! Offenbar hat sie was gegen mich. Willst du schuld daran sein, wenn sie mich umbringt?"
Du hast etwas gegen sie und nicht andersherum, geht es Kubo durch den Kopf. Würde nicht die Tochter des Feudalherren vor ihm stehen, hätte er ihr schon längst seine Meinung gegeigt.
"Ich glaube, diese Worte sind doch ein wenig hochgegriffen", mischt sich Hashirama ein weiteres Mal ein. "Ich würde einfach mal anzweifeln, dass Nori psychopathische Tendenzen hat. Und sollte so etwas nochmal passieren, werden wir sie gewiss auch noch ein weiteres Mal beruhigen können. Sie zu verhaften, ist eine etwas extreme Maßnahme, findet Ihr nicht auch?"
Das warmherzige Lächeln auf Hashiramas Lippen lässt Masako für einen Moment verstummen und sie nickt fast schon automatisch. "Ja, Ihr habt recht..."
Das war mal Rettung in letzter Sekunde. Egal, Kubo ist alles recht, solange er noch ein wenig Zeit für Nori schinden kann. Er wird nicht zulassen, dass man sie verhaftet.
Sonst wird er sich, sobald er selbst im Jenseits ankommt, einiges von Shou anhören dürfen.
Kubo dreht sich diesmal endgültig um und geht, bevor Masako ihn doch nochmal zurückhält.
Er legt Nori auf ihrem Bett ab. "Ruh dich aus", murmelt er und deckt sie zu. Er hat ganz vergessen, die Uchiha zu fragen, wie lange dieses Genjutsu anhält, aber das spielt gerade gar keine Rolle. Er muss nur da sein, wenn sie aufwacht und bis dahin wissen, wie sie nun vorgehen sollen.
Zudem sollen noch die Verhandlungen zwischen den Senju und Uchiha morgen anfangen. Und er muss Masako von Nori fernhalten und sicherstellen, dass sie dem Feudalherren nicht irgendeinen Unfug erzählt. Am besten bringt er auch noch die Wachen dazu, dass sie seine Aussagen statt ihre stützen. Er hat also eine ganze Menge Arbeit vor sich.
Kubo seufzt schwer und lässt sich auf einen Stuhl neben Noris Bett sinken. Er würde am liebsten selbst die Augen schließen, wenn auch nur für fünf Minuten, aber er muss sich zusammenreißen und auf die bevorstehenden Aufgaben konzentrieren.
Bei den Verhandlungen zwischen den Senju und Uchiha darf nichts schiefgehen. Und dass man ausgerechnet Masako als Stellvertreterin des Feudalherren geschickt hat, lässt ihn schon daran zweifeln, dass dieser es wirklich ernst meint. Eine junge Frau, die nichts anderes als ihre eigenen Interessen im Kopf und keinerlei Wissen über Politik oder Shinobi hat, hat nichts zu suchen bei einer Verhandlung für einen Waffenstillstand. Vor allem sollte sie da nichts zu melden haben, aber so wie er Masako kennt, wird sie es schaffen, die eigentliche Diskussion mit ihren unnötigen Anmerkungen Stunden, wenn nicht sogar Tage, hinauszuzögern!
Er beugt sich vor und stützt seinen Kopf in seine Hände. Seine innere Gedankenwelt gleicht mehr einem Schlachtfeld. Rein nach logischem Verständnis wären 99 % seiner Probleme weg, wenn Masako nicht wäre. Sie könnte Nori nicht mehr schikanieren, wodurch diese genug Freiraum hätte, um Shous Tod zu verarbeiten. Er müsste sich nicht sorgen, dass sie die Meinung des Feudalherren beeinflusst. Die Friedensverhandlungen wären um einiges schneller vom Tisch und das Risiko, dass Masako irgendetwas sagt, das das Verhältnis zwischen den beiden Clans und dem Feuerreich noch schlimmer macht, würde komplett verschwinden!
Ein Klopfen an der Tür reißt ihn aus seinen Überlegungen. Er ist glücklich, dass er weiß, dass es sich nicht um Masako handelt. Die würde nicht klopfen, sondern reinplatzen. Vorsichtig erhebt er sich und öffnet die Tür einen Spalt breit. Vor der Tür steht Tobirama Senju.
"Wir müssen reden."
"Worüber?", will Kubo wissen. "Über dieses Monster in ihr. Ich habe mich letztens noch mit ihr darüber unterhalten."
Kubo schaut Tobirama einen Moment an. Er sagt die Wahrheit. Aber wann hat er Nori aus den Augen gelassen, so dass sie die Möglichkeit gehabt hätte, den Senju etwas davon zu erzählen?
Er öffnet die Tür weiter, um Tobirama hereinzulassen, und schließt sie hinter ihm wieder. Kubo muss wissen, was Nori ihm erzählt hat, und will hören, was Tobirama eigentlich will. Dass Tobirama etwas zu dem Monster in Nori hören will, ist nämlich ein ganz eindeutiger Vorwand. Und das kann Kubo so klar erkennen, weil er das Gespräch an Tobiramas Stelle genauso starten würde.
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Riversides
Fanfiction(abgeschlossen) Nori wird von Hashirama und Madara aus dem Fluss gerettet, doch ist sie darüber nicht allzu glücklich und offenbart den Beiden, dass sie von ihren jüngeren Brüdern beobachtet werden. Tobirama ist als einzigem klar, dass irgendetwas m...
