"Was Shou und Kenzo angeht habe ich ein schlechtes Bauchgefühl", murmelt Nori.
"Ein Bauchgefühl allein hat noch nichts zu bedeuten."
"Natürlich nicht, aber es stört mich trotzdem. Jede Minute mit dir macht es noch unterträglicher, Kubo."
Am nächsten Morgen wacht Nori von den Sonnenstrahlen, die durchs Fenster scheinen, auf. "Morgen", meint Kubo knapp. "Bis gerade dachte ich, der Tag könnte schön anfangen, aber ich habe deinen Kommentar nicht mit einberechnet." Kubo verdreht nur die Augen. "Dann leg dich eben nochmal hin und starte den Tag ein weiteres Mal neu." "Verzichte", murrt Nori und steht auf.
"Wie viel Uhr ist es?" "Fünf."
"Das ist ja tatsächlich noch sehr früh." "Die anderen werden ihren Weg bestimmt ebenfalls um diese Zeit fortsetzen. Sowohl Shou und Kenzo als auch die Senju und die Uchiha werden hier in den nächsten Stunden eintreffen."
"Lieber früh als spät", meint Nori.
Nachdem sich beide für den Tag bereit gemacht haben, führt ihr Weg sie nach draußen. "Was wollen wir hier?", fragt Kubo, während er hinter Nori hergeht. "Ich warte lieber draußen als in diesem einengenden Gebäude."
"Ich hoffe, das ist deine einzige Motivation." "Natürlich. Obwohl ich sagen muss, es ist traurig, dass du so wenig Vertrauen in mich hast. Und das, obwohl wir uns bereits so viele Jahre kennen", meint Nori leicht übertrieben. "Es liegt einzig und allein an deinen Taten. Soll ich dich jetzt wirklich an deinen damaligen Versuch abzuhauen erinnern? Nachdem du diesen Clan ausgelöscht hast?"
"Das ist bestimmt schon mehr als zehn Jahre her." "Und dennoch hast du uns damals eindeutig bewiesen, dass man dich keine Sekunde aus den Augen lassen darf." "Es war eure Unfähigkeit, die es erst so weit hat kommen lassen", entgegnet Nori leicht gereizt. "Damit magst du Recht haben, wir konnten deinen Amoklauf damals nicht verhindern. Aber es hat uns ebenso wie dir fast den Kopf gekostet. Ich lasse es nie wieder darauf ankommen."
Nori seufzt tief und setzt sich ins hochgewachsene Gras. "Wenn du meinst." Ihr Blick wandert zum Himmel. Die beiden schweigen sich eine Weile an, bis Nori wieder das Wort ergreift. "Ich schätze deine Arbeit, auch wenn ich dich auf den Tod nicht ausstehen kann."
Kubo runzelt die Stirn. "Was?" "Vergiss das einfach wieder." "Aus deinem Mund kam etwas Nettes-" "Ich sagte, vergiss das wieder", murrt Nori und legt sich ins Gras.
Während Kubo ein Auge auf Nori behält, vergeht die Zeit ohne Auffälligkeiten.
Und das beunruhigt Kubo nach einer Stunde schließlich. Wo bleiben Shou und Kenzo? Er und Shou sind auch nicht die besten Freunde, aber zuverlässig ist Shou schon. Sie hätten bereits am Vortag ankommen sollen. Dass es jetzt immer noch kein Zeichen von ihnen gibt, kann nichts Gutes bedeuten.
Erst um den Vormittag herum wechseln die beiden erneut ein Wort miteinander. Und das, weil Nori ein Chakra spürt.
"Die Senju kommen." Kubo nickt knapp und Nori springt auf. "Lass sie uns in Empfang nehmen."
"Das gehört nicht zu unseren Aufgaben", merkt Kubo an. "Es mag dich verwundern, aber man kann Entscheidungen auch treffen, ohne sich nur an Vorschriften zu halten", meint Nori und geht vor. Kubo folgt ihr stumm.
Es dauert eine Weile, bis Hashirama und Tobirama Senju aus dem Wald kommen. "Herzlich willkommen", meint Nori mit einem Lächeln auf den Lippen, das nicht aufgesetzter sein könnte. Die Senju verbeugen sich höflich. "Euer frühes Ankommen bedeutet hoffentlich, dass der Weg ohne Komplikationen verlaufen ist", meint Nori, und Kubo kann gar nicht fassen, wie scheinheilig sie sein kann, wenn sie nur will.
"Das stimmt", entgegnet Hashirama lächelnd. Noris und Tobiramas Blicke treffen sich für einen Moment, bevor sie wieder zu Hashirama schaut. "Das freut mich. Ich hoffe, ihr könnt euch ein wenig in Geduld üben, da wir möglicherweise noch eine Weile warten müssen. Wollt ihr euch derweil zu uns gesellen oder sollen wir euch hineinführen?"
Kubo seufzt. Dass sie nett zu den Senju ist, ist nicht das Problem, sondern dass er sich sicher ist, dass sie im erstbesten Moment seiner Unachtsamkeit die Chance ergreifen könnte, irgendwas hinter seinem Rücken zu tun. Und wenn er auch noch zwei Fremde im Auge behalten muss, kann er sich allein nicht auf Nori konzentrieren. Das war auch schon während ihres Aufenthalts im Uchiha-Clan so.
"Das ist sehr freundlich", meint Hashirama, bevor Tobirama bereits das Wort übernimmt. "Wir sollten erstmal ankommen und uns auf die bevorstehenden Verhandlungen vorbereiten", wendet Tobirama ruhig ein. "Wohl wahr", lächelt Nori. "Die Wachen am Eingang werden euch bestimmt gerne zu euren Zimmern führen."
"Gut", meint Tobirama ruhig und greift nach Hashiramas Arm, um diesen mitzuzerren, bevor dieser auf irgendwelche Faxen kommen könnte.
Sobald die beiden Senju aus Hörreichweite sind, wendet sich Kubo an Nori. "Du solltest aufhören zu versuchen, Kontakt mit ihnen aufzubauen. Nach diesen Verhandlungen wirst du sie bestenfalls sowieso nie wiedersehen."
"Du verstehst es wirklich nicht, oder Kubo?" "Ich verstehe was nicht?" "Sei's drum", meint Nori schulterzuckend. "Wir sollten uns viel lieber auf einen Konflikt mit den Uchiha vorbereiten. Dass Kenzo und Shou nicht hier eingetroffen sind, bedeutet, dass sie jemand davon abhält."
"Und wenn es nicht die Uchiha waren, sondern die Angreifer, die uns ebenfalls überfallen haben?", wirft Kubo ein. "Blödsinn. Als ob Shou sich von solchen Weicheiern besiegen lassen würde."
"Kenzo ist kein Shinobi, sondern ein Abgeordneter des Feudalherren. Vielleicht hatte Shou die Hände voll damit, ihn zu beschützen." "Das glaubst du doch wohl selbst nicht! Shou mag ein naiver Trottel sein, aber du glaubst doch wohl selbst nicht daran, dass irgendwelche zweitklassigen Attentäter ihn überrumpeln könnten!"
"Eigentlich nicht, aber es ist dennoch eine Option, die wir nicht komplett außer Betracht lassen sollten. Ich überlege nur, was realistisch passiert sein kann. Einer der beiden könnte verwundet sein, weshalb der Weg länger dauert."
"Selbst wenn, dann wären sie inzwischen angekommen!"
"Nori, beruhig dich. Wir wissen beide, was passiert, wenn du zu sehr aus der Haut fährst." "Ich habe ja wohl jedes Recht, aus der Haut zu fahren! Darf ich dich daran erinnern, dass mein verdammtes Leben davon abhängt, dass du und Shou an meiner Seite bleiben? Wenn der Idiot sich noch mehr Zeit lässt, dann klopp' ich ihn bei seinem Eintreffen windelweich!"
Kubo seufzt genervt. "Du bist nervös, aber versuch zumindest, dich davon abzulenken. Für uns beide ist es das Beste, die Fassung zu wahren."
Nori holt tief Luft und kommt ein wenig runter. "Ich weiß..."
"Gut, dann lass uns reingehen und etwas zu Mittag essen", beschließt Kubo. "Seit wann entscheidest du das denn?" "Ich mache dir nur einen Vorschlag, um auf andere Gedanken zu kommen."
"Darauf wäre ich auch selbst gekommen, aber meinetwegen", meint Nori schließlich, und Kubo gibt sich mit dieser sturen Antwort zufrieden. Solange er sie davon ablenken kann, sich zu sorgen, ist alles gut.
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Riversides
Fanfiction(abgeschlossen) Nori wird von Hashirama und Madara aus dem Fluss gerettet, doch ist sie darüber nicht allzu glücklich und offenbart den Beiden, dass sie von ihren jüngeren Brüdern beobachtet werden. Tobirama ist als einzigem klar, dass irgendetwas m...
