Verschwunden

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Erst als ich durch leichtes Vogelgezwitscher geweckt werde, stelle ich fest, dass ich eingeschlafen bin. Vorsichtig öffne ich meine Augen und blinzele ein paar mal bis ich mich an das Sonnenlicht gewöhnt habe, was durch die hohen Fenster in das Zimmer scheint. Diesmal habe ich keinen Filmriss. Diesmal weiß ich genau wo ich bin und mit wem ich die Nacht verbracht hatte, auch wenn es vielleicht nicht auf die Weise war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ja ich hatte mir erhofft dass wir miteinander schlafen würden, schon seitdem er gesagt hat, dass er zeit mit mir verbringen wollte, schon seitdem er mit mir getanzt hatte und wir uns eng umschlungen über den Platz bewegt hatten. Doch irgendwie bin ich nun keineswegs enttäuscht oder traurig das es nicht passiert ist. Im Gegenteil irgendetwas fühlt sich sogar sehr...glücklich darüber, dass die Nacht anders verlaufen ist als ich sie mir vorgestellt hatte. Denn zum ersten Mal hat Bucky seine Gefühle vor mir zugelassen. Zum ersten mal habe ich etwas von dem echten Bucky gesehen. Von dem verletzten, traurigen Bucky, der so viele schlimme Dinge durchmachen musste. Nicht von dem, der seine Gefühle ständig mit einem Lächeln und einem dämlichen Spruch versteckte. Natürlich hat es sich angefühlt als wäre mein Herz zerbrochen, als ich ihn so gesehen habe. So verletzt, so verzweifelt. Sein Schluchzen zu hören und seine Tränen zu sehen, aber gelichzeitig hat es sich gut angefühlt für ihn da sein zu können. Es hatte sich gut angefühlt diese Seite von ihm endlich mal sehen zu können. Es hat sich gut angefühlt, als er sich an mich geschmiegt hat, Schutz und Trost bei mir gesucht hat. Ich hab mich gefühlt als könnte ich ihm tatsächlich helfen, indem ich einfach hier bin und ihm im Arm halte. Ich hab mich hilfreich gefühlt. Ich hab mich gefühlt als würde er etwas wichtiges mit mir teilen. Nur mit mir.

Bei dem Gedanken legt sich ein Lächeln auf meine Lippen. Ich strecke mich ausgeschlafen im Bett bevor ich mich schließlich herum drehe um ihn zu sehen. Doch als mein Blick auf die leere Betthälfte neben mir trifft verschwindet das Lächeln sofort weider. Er ist nicht hier. Er ist einfach gegangen, während ich geschlafen habe.

...

Nachdem ich nachdenklich in mein Zimmer geshlurft war um mir ein paar frische Klamotten aus meiner Reisetasche anzuziehen und mich zu waschen, bin ich nun auf dem Weg zum König. Wo auch immer dieser sein mag. Ich hoffe einfach irgend einen Bediensteten oder eine Wache zu finden der mir sagen kann wo er sich zur Zeit aufhält. "Eure Hoheit ist vor ein paar Minuten los um sich mit der Prinzessin im Labor zu treffen.", erklärt mir eine ganz in schwarz gekleidete Frau, welche ein paar Bücher in der Hand hält und schnell an mir vorbei geht. Doch ich drehe mich noch einmal zu ihr herum. "Haben Sie zufällig auch...ähm Seargant Barnes gesehen?" Die Frau sieht mich fragend an. "Wen?" "Er hat einen Arm aus Metall." "Ah, der weiße Wolf." Stimmt ja so nennen sie ihn hier. "Nein, ihn habe ich seit gestern nicht mehr gesehen." "Totzdem Danke.", bedanke ich mich bei ihr und mache mich schließlich auf den Weg ins Labor. Vielleicht wissen die anderen ja wo Bucky ist.

...

"TˋChalla, guten morgen.", begrüße ich den König als ich das Labor betrete. "Charlotte, auch dir einen guten Morgen. Was tust du so früh hier im Labor?", fragt er mich neugierig, während er einem in weiß gekleideten Mann ein paar Trauben große, schwarze Kugeln überreicht. "Ehrlich gesagt suche ich nach Bucky." "Ich dachte er wäre bei dir.", klinkt sich plötzlich Shuri mit ein, die gerade mit einem merkwürdig aussehenden Gerät in den Händen, das Labor betritt. "Ihr saht gestern aus als hättet ihr viel Spaß." flunkert sie amüsiert während sie zu einem Tisch läuft um das Gerät dort abzustellen. Ich laufe sofort rot an bei ihren Worten und beschließe nicht weiter darauf einzugehen. "Ähm...ehrlich gesagt habe ich ihn den ganzen Morgen schon nicht gesehen.", erkläre ich und sehe fragend zwischen der Prinzessin und ihrem Bruder hin und her. "Tut mir Leid ich weiß auch nicht wo er ist.", antwortet TˋChalla schulternzuckend.

...

Nachdem mir niemand sagen konnte wo sich Bucky befindet, bin ich wieder zurück in mein Zimmer gestiefelt, hab mir von den Bediensteten etwas zu Essen bringen lassen und habe mich dann wieder auf den Weg gemacht. Denn beim frühstücken ist mir wieder eingefallen, dass er gestern dieser Familie im Dorf geholfen hat. Doch als ich dort ankomme ist er auch nirgends zu sehen. Also laufe ich etwas verärgert zurück zum Palast.

...

Ich liege nun den ganzen Tag schon in meinem Zimmer. Ab und zu stehe ich auf um etwas essen zu gehen, doch ansonsten liege ich eifnach nur auf meinem Bett und starre mal wieder an die Decke. Ich habe mir zwar von der in schwarz gekleideten Frau, die offensichtlich sowas wie eine Bibliothekarin ist, ein paar Bücher bringen lassen um etwas zu tun zu haben. doch diese Bücher liegen nun unangerührt auf dem Nachttisch neben mir. Mir ist aufgefallen dass ich gerade eigentlich überhaupt nicht die Nerven habe um etwas zu lesen. Denn meine Gedanken schweifen immer wieder zu Bucky. Wo zur Hölle ist er? Und wieso ist er einfach so verschwunden ohne mir etwas zu sagen? Irgednwie macht es mich etwas wütend, dass er sich schon wieder so von mir zurückzieht. Ich dachte, dass er gestern Nacht seine Gefühle vor mir zeigen konnte, war ein gutes Zeichen. Dass er sich mir vielleicht doch öffnen würde. Wenigstens ein bisschen. Aber wieso ist er dann einfach so verschwunden?

...

Als die Turmuhr draußen neun schlägt, treibt mich der Hunger schließlich wieder in die Küche. Allerdings schaffe ich es gar nicht zur Küche. Ich schaffe es nicht einmal aus meinem Zimmer, denn als ich die Tür um Flur öffne, steht dort plötzlich Bucky vor mir. "Bucky. Das bist du ja. Ich hab dich den ganzen Tag gesucht." Doch er antwortet nicht. Stattdessen sieht er mich einfach nur mit diesem unergründlichen Blick an. "Alles in Ordnung?", frage ich mit einer Spur Besorgnis.
"Charlotte, ich...Ich glaube es ist besser wenn du gehst." Ich sehe ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Wie bitte? Das hier ist mein Zimmer, wenn überhaupt bist du der, der gehen sollte."
"Das meine ich nicht."
Ich sehe ihn verwirrt an und will zuerst fragen was er dann meint, doch da fällt mir die Antwort schon selbst ein.
"Du willst, dass ich zurück nach New York fliege.", stelle ich schließlich fest. Er antwortet nicht, was meine Vermutung nur bestätigt.
"Du willst, dass ich Wakanda verlasse." Er sagt wieder nichts und jetzt sieht er mich nicht einmal mehr an.
"Wieso? Bucky...ist was passiert? Ist etwas im Labor bei deiner Heil-" "Es ist nichts passiert. Aber du solltest zurück nach New York gehen."
Seine schwammige Erklärung macht mich etwas wütend.
"Erst wenn du mir sagst was los ist."
Er sieht einfach nur zo Boden.
"Ist es...ist es etwa wegen gestern Nacht?", frage ich schließlich vorsichtig und als er mir erneut keine Antwort gibt, weiß ich dass es so ist.
"Bucky...hab...hab ich irgendwas falsch gemacht?"
"Nein. Du hast nichts falsch gemacht."
"Was ist es dann?"
Er seufzt.
"Ich will dich nicht hier haben, Charlotte."

Hate and Love (Bucky FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt