Als ich auf die Dachterrasse hinaustrete, atme ich begierig die frische Nachtluft ein. Die kalte Luft in meinen Lungen tut gut und fegt meinen Kopf wieder frei. Ich gehe bis vor zum Geländer und genieße für einen Augenblick die Stille. Was zur Hölle ist nur mit mir los? Wieso kann ich nicht einfach so mit Bucky umgehen, wie ich es doch die ganze Zeit über getan hab? Wieso kann ich ihn einfach nicht mehr hassen? Verdammt, wieso fühle ich mich immer so überfordert, wenn er mir so nah ist?
Nach ein paar Minuten unterbricht eine Stimme meine Gedanken. "Hey, Charlotte ich weiß du hast gesagt, dass du alleine sein willst, aber ich dachte du brauchst vielleicht was zum trinken." Ich drehe mich zu ihm um. "In der Tat. Ich hab gesagt ich brauche Zeit für mich alleine.", ich überspiele meine Nervosität sofort wieder mit Genervtheit, doch wie immer lässt Bucky sich nicht davon einschüchtern und lächelt mir sanft zu. "Genau genommen hast du gesagt du brauchst einen kurzen Moment für dich."
Ich sehe ihn mit gehobenen Augenbrauen an. "Willst du jetzt auch noch klug scheißen?" Er zuckt mit den Schultern, während sein Grinsen wieder breiter wird. "Vielleicht will ich dich auch einfach nur ärgern.", schließt er grinsend, worauf ich keine schlagfertige Antwort finde. Er hält mir das Glas Wasser hin. Ich nehme es wortlos entgegen, trinke einen großen Schluck daraus und drehe mich wieder zur Stadt, während Bucky es mir nach tut und sich neben mich ans Geländer stellt.
Eine Weile stehen wir einfach so da. Niemand sagt etwas und ich bin sehr dankbar für die kurze Stille. Mit der Zeit merke ich, wie Bucky immer näher an mich heranrutscht, so weit bis sich unsere Arme berühren und mir ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Da legt er plötzlich seine Hand auf meine, die auf dem Geländer liegt. Ich zucke zusammen und ziehe sofort meine Hand zurück. "Was zur Hölle wird das schon wieder?!", frage ich empört und sehe verärgert zu ihm auf. Als er anfängt zu lachen, macht mich das nur noch wütender.
"Wieso musst du eigentlich immer gleich so wütend werden, bei allem was ich tue?", fragt er belustigt. Ich antworte ihm bewusst nicht. Als er merkt, dass ich ihm auch weiterhin nicht antworten werde, hält er mir seine Hand mit der Handfläche nach oben hin. Ich sehe ihn erneut mit zusammen gezogenen Augenbrauen an. "Gib mir deine Hand." "Ich denk gar nicht dran." Er lacht. "Na gut...dann halt nicht." Er zuckt mit den Schultern und wendet sich dann wieder der Stadt zu. Ich tue es ihm gleich und versuche einfach so zu tun, als wäre er nicht hier. Doch mein rasender Herzschlag erinnert mich immer wieder an das Gegenteil.
Nach ein paar Minuten die vergehen, ohne dass jemand von uns etwas sagt, bricht Bucky plötzlich wieder die Stille. "Was ist mit deiner Familie passiert?" Erschrocken sehe ich zu ihm auf. "Was?" "Deine Familie...w-wie hast du sie verloren? Und wer hat dir das angetan? Wer hat diese grausamen Experimente an dir durchgeführt? Deine Eltern werden das doch sicher nicht zugelassen haben?" Ich sehe ihn ernst an. "Hör zu, Bucky. Ich mag dir vielleicht erzählt haben, dass meine Kindheit nicht allzu friedlich verlief. Aber das war auch alles. Du musst nicht so tun, als würdest du dich für mich interessieren. Wie ich schon sagte...wir sind keine Freunde."
Er sieht mich durchdringend an und unter seinem Blick werde ich erneut etwas nervös, was ich mir jedoch nicht anmerken lasse. "Wieso nicht?" Ich sehe ihn verwirrt an. "Wieso was? Wieso wir keine Freunde sind?", frage ich mit einem belustigten Schnauben. Er nickt. "Ja. Wieso sind wir keine Freunde? Ich weiß noch, dass wir uns eigentlich ganz gut verstanden haben, als du neu hier warst." Ich wende schnell meinen Blick von mir ab, als er mich an die Zeit zurück erinnert, in der ich in ihn verliebt war. "Vielleicht wusste ich damals einfach noch nicht, was für ein arroganter Idiot du eigentlich bist.", gebe ich schnippisch wieder zurück, um nicht wieder in Verlegenheit zu geraten. Er hält sich die Hand an die linke Brust und sieht mich gespielt verletzt an. "Autsch. Das tat jetzt echt weh." Auch wenn ich mich strikt dagegen wehre, kann ich nicht anders und muss für einen Moment grinsen.
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Hate and Love (Bucky FF)
FanfictionCharlotte 'Charlie' Wilson ist die Adoptivschwester von Sam Wilson, der auch als Falcon bekannt ist. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten, wird sie von ihrem großen Bruder mit den Avengers bekannt gemacht und als Agentin rekrutiert. Dort lernt sie...
