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„Nein!", schrie sie, als sie sah, dass die zwei schon in den Flammen standen. Schnell sprang sie von ihrem Pferd, rannte durch die Menge und zückte ihr Messer. Ohne darüber nachzudenken erklomm sie den Scheiterhaufen und schnitt Finnian sowie Dustin von ihren Fesseln los.
Ihr war es egal, dass ihr Kleid dabei Feuer gefangen hatte oder dass ihre Haare sich etwas kreuselten. Sie wollte sie retten. Kaum waren sie auf festem Boden, kam ein Strahl Wasser über sie. Godfrey war Victoria mit einem Eimer Wasser, den er aus einem nahegelegenen Brunnen geschöpft hatte, gefolgt.
Dustin lag auf dem Boden, sein Bein haltend. Seine Hose hatte ein riesiges Loch, und seine Haut war verbrannt. Finnian hingegen hatte es am Arm erwischt. Victoria half den beiden, sich aufzusetzen. „Geht es euch gut?!", fragte sie voller Sorge. Godfrey zog erst Dustin in eine Umarmung, ehe er Finnian und schließlich auch Victoria mit hinein zog.
„Ich dachte, ich verliere euch", flüsterte er, pure Erleichterung in seiner Stimme.
„Ich war nie tot", sagte Adennes in diesem Moment. Fest entschlossen trat sie nach vorne. „Mich haben Wölfe im Wald angegriffen, deswegen das Blut und meine Krone, die ich dort verloren habe. Ich bin geflüchtet, weil ich schwanger war!" Sie hielt Penelopes Hand, die hinter ihr hervorlugte. Kian stand der Mund offen. Sie lebte – und hatte eine Tochter?
„Durch Zufall bin ich nach Wihsae gelangt", fuhr Adennes fort. „Ich bin durch den kalten Schnee gegangen, bis ich dachte, ich kann nicht mehr. Doch ich hielt daran fest, dass ich sie hatte, deine und meine Tochter!"
Kian schluckte. „In einer Jägerhütte habe ich sie geboren und habe mich geändert. Du hast mich verletzt, aber ich hatte gehofft, dass du mich suchst. Doch du kamst nie, also verfiel ich dem Glauben, du hättest mich vergessen."
Der Teufel sah, wie eine lilafarbene Wolke vor ihm auftauchte. Der Vertrag schwebte vor ihm und zerriss sich mit einem Mal selbst. Die Frage war beantwortet.
Das war mit Adennes passiert. Er hatte das Recht auf die Seelen von Finnian und Dustin verloren. Schnell verdrückte er sich in der Menge.
„Doch jetzt bin ich wieder da", erklärte Adennes. Kian wandte sich ab und verschwand im Inneren des Schlosses. Die Menschenmenge war während der ganzen Zeit still gewesen, und nur das Prasseln des Scheiterhaufens war zu hören.
Fast dachte Adennes, dass ihr Mann sich zurückgezogen hatte. Reue kam in ihr auf. Es war wohl doch eine schlechte Idee gewesen, den vier zu folgen. Sie schaute zu den Rothaarigen, die immer noch dort saßen. Alle vier umarmten sich fest, so erleichtert, dass sie noch am Leben waren.
Adennes schloss die Augen. Die Tore öffneten sich. „Mon amour." Kians Französisch war wie damals – nicht perfekt, aber gut genug. Sie schaute auf und sah, dass er etwas in seinen Händen hielt. Ihre Krone. So strahlend silbern wie damals. Kian musste sie aufbewahrt haben!
Langsam schritt der König zu seiner Frau. „Ich habe dich so vermisst", flüsterte er, Tränen in den Augen.
Adennes lächelte traurig. „Warum, Kian? Warum das alles hier? Unschuldige Kinder?", fragte sie, als er ganz nah bei ihr stand. Er rang nach Worten. „Ich... ich war einfach so verzweifelt, weil ich... ich einfach nicht wahrhaben wollte, dass du tot warst." Er sank vor ihr auf die Knie. „Bitte, Adennes."
Er streckte die Krone hoch. „Verzeih mir und werde wieder meine Königin, die ich so sehr liebe. Ich will niemand anderen. Es tut mir so leid, dass ich dich nicht weiter gesucht habe."
Für einen Moment hielten alle inne: die Menschenmenge, Adennes, Finnian, Dustin, Victoria und Godfrey. Dann nahm die schwarzhaarige Frau mit zittrigen Händen die Krone und setzte sie auf ihr Haupt.
„Ich vergebe dir, mein König", sagte sie, zog ihn leicht nach oben und sah zum ersten Mal in sechs Jahren wieder dieses sanfte Lächeln.
„Danke", sagte er und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, ehe er sich zu der Menge wandte. „Die Königin von Diable ist zurück!"
Die Menge brach in Jubel aus, alle froh, dass Adennes nicht tot war, sondern lebte.
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Wörter: 670
Adennes ist wieder Königin und hat sogar Kian verziehen. Wahre Liebe, wenn man das so nennen kann.
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Gingers
Fantasy// "Die Legende besagt, dass rotes Haar das Symbol des Bösen ist. Es vereint Feuer, Wut und Warnung zugleich. Diejenigen, die diese Haarfarbe tragen, werden als Nachkommen jenes Wesen angesehen, die einst aus dem Himmel verbannt wurde - den Teufel...
