Abschied

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Bevor Jason es sich anders überlegen konnte, stand ich auf und warf ihm einen letzten, prüfenden Blick zu, ehe ich mich langsam von ihm entfernte. Jason starrte währenddessen zerstreut in die Dunkelheit. Als er meinen Blick bemerkte, lächelte er schwach. "Nun geh schon!" Zögernd fuhr ich herum und trat ins Innere des Hauses. Als ich mir sicher war, dass mich niemand beobachtete, rannte ich los.

Ich wusste nicht warum, aber ich hechtete so schnell ich konnte in mein Zimmer. Dort angekommen, holte ich meinen Koffer aus der hintersten Ecke meines Zimmers und warf ihn aufgeklappt auf mein Bett. Anschließend riss ich die Schranktüren auf und begann meine Klamotten fein säuberlich in meinem Koffer zu stapeln. Meine Hände zitterten, als ich einen Kleiderstapel nach dem anderen herauszog. Ich konnte mir diese Reaktion meines Körper nicht erklären. War es die Vorfreude auf die Freiheit? Oder die Angst Jason würde es sich doch noch anders überlegen?

Ich war inzwischen bei der zweiten Hälfte des Schrankes angelangt und begann meine Kleidung vom Bügel zu holen. Als das lange rote Kleid das Jason mir gekauft hatte zum Vorschein kam, stockte ich. Langsam ließ ich meine Finger über den Stoff gleiten. Damals hatte ich mir nichts sehnlicher gewünscht als Jason höchstpersönlich in die Hölle zu schicken. Und nun? Ja, was hatte sich eigentlich verändert?

Ich hatte angefangen ihm zu vertrauen. Ich hatte seine schwache Seite kennengelernt und ihm meine gezeigt. Ich hatte ihn gehasst und doch einen Freund in ihm gefunden. Kurz gesagt, ich bin ihm näher gekommen und stehe trotzdem wieder ganz am Anfang.

Widerwillig wandte ich mich von dem Kleid ab, mit dem ich doch so viele Erinnerungen verband und schaute mich im Zimmer um. Als ich mir sicher war nichts vergessen zu haben, schloss ich meinen Koffer und stellte ihn neben die Tür. Anschließend holte ich die Kleider aus dem Schrank und verteilte sie auf dem Bett. Bestimmt würde er sie bei Jessy zurückgeben können. Ich ließ meinen Blick noch ein letztes Mal durch das Zimmer schweifen in dem ich die letzten Monate gelebt hatte, dann schloss ich die Tür hinter mir.

Es war verdächtig still im Haus. Wahrscheinlich waren die Mädchen schon schlafen gegangen. Darauf bedacht niemanden zu wecken, trug ich meinen Koffer leise die Treppe runter. Auf halbem Weg kam mir plötzlich Whinston entgegen. Wortlos griff er nach meinem Koffer und lächelte kurz, ehe er ihn die letzten Meter für mich trug. Ich versuchte zu protestieren, doch er ignorierte mich.

"Ich habe Ihnen ein Taxi gerufen", informierte Whinston mich, als er meinen Koffer vor der Tür abstellte. Ich lächelte. "Danke Whinston." Tränen sammelten sich in meinen Augen und ich konnte nicht anders als ihn in den Arm zu nehmen. Etwas überrumpelt ließ er es über sich ergehen. Dann öffnete er mir die Tür und ließ es sich auch nicht nehmen, meinen Koffer höchstpersönlich im Taxi zu verstauen. Der Fahrer wartete währenddessen geduldig. "Auf Wiedersehen", sagte ich und kämpfte mit den Tränen. Verdammt, ich hätte nie gedacht, dass mir der Abschied so schwer fallen würde!

"Auf Wiedersehen, Lizza", sagte Whinston und öffnete mir die Tür. Gerade als ich einsteigen wollte, hörte ich wie jemand meinen Namen rief. Hastig fuhr ich herum sah, wie Rachel und Nathalie sich aus dem Licht des Hauses lösten und auf mich zu rannten.
"Wahrscheinlich bist du immer noch sauer auf uns, aber du sollst wissen, dass es uns leid tut. Wir wollten es dir sagen. Wirklich!" Ich nickte und lächelte. Wortlos drückte ich die beiden an mich. "Wir werden dich vermissen!", brachte Nathalie zwischen zwei Schluchzern hervor und Rachel nickte. "Ich euch auch", erwiderte ich.

Als wir uns einigermaßen beruhigt hatten, ließ ich meinen Blick zur Tür schweifen. "Die anderen schlafen schon", erklärte Rachel und ich wusste, dass sie damit vor allem Joanne meinte. "Sind sie nun soweit?", fragte der Taxifahrer freundlich. Ich nickte. Ein letztes Mal schloss ich die beiden Mädels in den Arm, dann stieg ich ein und Whinston schloss die Tür hinter mir. Anschließend ging er zusammen mit den Mädels zurück zum Haus und schaute dem Taxi hinterher. Ich nannte währenddessen dem Fahrer meine Adresse und winkte ihnen zum Abschied, auch wenn sie es nicht sahen.

Jason ließ sich nicht mehr blicken. War wahrscheinlich auch besser so. Sonst hätte er gemerkt, wie viel er mir wirklich bedeutete.


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Hallöle!

Um ehrlich zu sein, bin ich froh das ich die Zeit hatte weiterzuschreiben. Ich bin zwar nicht zufrieden mit dem Kapitel, dachte aber das es besser ist als euch noch länger warten zu lassen.

An alle die mit diesem Abschluss nicht zufrieden sind:

DAS IST NOCH NICHT DAS ENDE!!

Zwar kommt nicht mehr allzu viel, aber es wird (hoffentlich) noch einmal richtig spannend.

Bis bald!

~ Eure DarkRose ♡

Maid ReluctantWo Geschichten leben. Entdecke jetzt