Neue Bekanntschaften

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Verdammt!

Unauffällig verkrampfte ich meinen Griff um das Glas. Jason fuhr erschrocken herum, begann aber kurz darauf zu lachen.

"Was machst du denn hier, Marc?"

Neugierig drehte ich mich ebenfalls um und sah, wie Jason und Marc sich lachend in den Arm nahmen.

Marc war etwas kleiner als Jason und hatte braune Haare, die irgendwie den Drang in mir weckten sie zu verstrubbeln. Außerdem hatte er helle blaue Augen, die mich nun fragend musterten. Augenblicklich erwachte ich aus meiner Starre und lächelte. "Ich heiße Lizza", sagte ich und streckte ihm zur Begrüßung meine Hand hin, die er ,ebenfalls lächelnd, ergriff.

"Marc, freut mich dich kennenzulernen", entgegnete er und warf Jason einen vielsagenden Blick zu. Ich lachte nervös und warf Jason einen hilfesuchenden Blick zu. Doch er ignorierte mich und ging zu einer anderen Person, die ihn nun lächelnd in den Arm schloss. Danke auch!

Die Frau war schon etwas älter und schien ihr Geld gerne in Schmuck zu investieren.  Und wie es aussieht, trug sie immer alles auf einmal, egal wie es aussah. Ich verkniff mir ein Lachen und wandte mich wieder Marc zu, der ebenfalls verschmitzt lächelte. "Ich finde Mrs Harble ist ein bisschen verrückt, du nicht? Aber genau das ist es, was sie so liebenswürdig macht." Ich lächelte und nippte leicht an dem Sekt, den ich immer noch in der Hand hielt.

"Dann werde ich dir halt in der Zeit die anderen vorstellen", sagte Marc und sah mich fragend an. "Kommst du?"

Ich nickte leicht und folgte ihm zu einem der Tische,  wo die Leute sich gerade aufgeregt unterhielten. "Darf ich vorstellen?", fragte Marc und machte eine ziemlich komische Bewegung.  Sofort ruhten alle Augen auf mir. "Das ist Jasons neue Freundin, Lizza." Ich lächelte und versuchte so wenig aufsehen wie möglich zu erregen.

Das konnte doch auch nicht sein Ernst sein, mich mit einem wildfremden Typen alleine zu lassen!

"Freut mich dich kennenzulernen", sagte ein älterer Herr mit ziemlich freundlichem Gesicht. "Ich bin Richard Johnson." Ich brauchte eine Sekunde um mich zu fangen, ehe ich antwortete. "Freut mich sie kennenzulernen Herr Johnson."

Er lächelte. "Bitte, nenn mich einfach Richard! Ich hasse diese formellen Anreden. Das da vorne ist übrigens meine Frau Eva." Ich folgte seinem Blick und entdeckte eine etwas jünger aussehende Frau, die, obwohl sie ihre Haare rot gefärbt hatte, einige weiße Strähnen hatte und mir nun aufgeregt zuwinkte. Ich lächelte sie an und wandte mich wieder an Richard. "Vielen Dank, dass ich hier sein darf."

Ich wusste zwar nicht, ob man sowas auf solchen Veranstaltungen sagte, aber es kam mir höflicher vor. Richard winkte lachend ab. "Das ist doch selbstverständlich! Schließlich haben wir alle darauf gewartet Jasons neue Freundin kennenzulernen." Ich sah ihn erschrocken an. Bitte was?!

Tja, scheiße gelaufen Babe.

Danke, du hilfst mir gerade wirklich weiter!

"Zumal er ja auch noch so lange Single war", fügte Marc hinzu. Ich schluckte. Das war doch wohl nicht sein Ernst!

"Redet ihr schon wieder über mich?", fragte plötzlich Jasons vertraute Stimme hinter mir. Ich atmete erleichtert aus und schüttelte heimlich den Arm ab, den er um meine Hüfte gelegt hatte. Marc lachte und griff nach einem Glas Sekt, dass ihm gereicht wurde. "Dann erzähl mal, wie habt ihr euch kennengelernt." Ich schluckte und sah Jason fragend an. Er erwiderte meinen Blick, ehe er begann. "Das ist eigentlich eine ziemlich langweilige Geschichte..." Ich zog meine Augenbrauen hoch. Ist das so?

Schweigend trank ich den Rest von meinem Sekt aus und reichte das Glas einem der Kellner. "Lizza hat studiert und wir haben uns auf einer ihrer Partys kennengelernt", begann er.

Der redet doch jetzt nicht ernsthaft von meiner Entführung!

Sieht ganz so aus.

Na warte...

Ja! Zeig's ihm!

Langsam wirst du mir richtig sympathisch.


Tja, I'm perfekt!

Ok übertreib es nicht!

Angespannt hörte ich Jasons kleiner Geschichte zu und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. "Ich konnte den ganzen Abend nicht meine Augen von ihr lassen, doch sie schien mich gar nicht bemerkt zu haben. Als sie dann vor ihren Freunden die Party verließ, folgte ich ihr und bat ihr an sie nach hause zu fahren."

Mit jedem seiner Wort verkrampfte ich mich immer mehr um die Lügengeschichte nicht auffliegen zu lassen. "Natürlich war es leichtsinnig von ihr mitzukommen, aber für mich war es die beste Entscheidung die sie treffen konnte. In meinem Auto schlief sie dann ein und da ich nicht wusste wo sie wohnte, hatte ich sie einfach mit zu mir genommen. Natürlich war sie am nächsten Morgen etwas verwirrt, aber als ich ihr alles erklärt hatte... Ja ihr wisst ja wie Frauen sind. Und jetzt sind wir ein Paar", schloss er.

Okay jetzt reicht's!

Ehe ich realisierte, was ich da eigentlich tat, drehte ich mich wütend zu ihm um. "Lügner!", zischte ich und funkelte ihn an.

Maid ReluctantWo Geschichten leben. Entdecke jetzt