Keines der Fotoalben half mir irgendwie mich wieder an mein damaliges Leben zu erinnern. Wollte ich das denn? Als sich meine Augen vom Album entfernten und nun an meiner Wanduhr klebten, erkannte ich, dass es nach Mitternacht war. Liz war immer noch nicht da. Calum war weg. Und ich war tränenleer. Irgendwie kam ich mir blöd vor, wenn ich jemanden erzählen würde, dass ich auf jemanden reingefallen bin, der mich nie geliebt hat, der es nie ernst mit mir gemeint hat, der mich ausgenutzt hat. Mich und meine damalige Band. Auf einmal sprang mir ein Bild mit einem Mädchen ins Auge. Verwirrt untersuchte ich es, bis mein Handy nicht aufhörte zu vibrieren und ich etwas genervt abnahm. Überfordert versuchte ich der bekannten Stimme zu lauschen, bis mir klar wurde, dass Michael sich am anderen Ende meldete und versuchte mich zu beruhigen. "Hör auf zu weinen.", sprach er in den Hörer. "Was ist passiert?", fragte er besorgt und wäre er hier, würde er mich jetzt in den Arm nehmen und mich küssen. "Wie schnell kannst du hier sein?", fragte ich weinerlich und wischte mir die Tränen weg. Wenige Sekunden später hörte ich Michael lächeln, bis er auflegte. Hat er mich eben abserviert?
"Michael.", schluchzte ich, während ich mich an der Tür in seine Arme fallen ließ. Dieser hob mich hoch, nahm mich mit rein und legte mich sanft auf dem Sofa ab. Ich erinnerte mich schwach an die ersten Tage, wo er hier war. Verletzt. Kaputt. Zerstört. Nun hatten wir die Rollen getauscht. "Luke, Prinzessin, was ist passiert?", fragte er mich sanft. Der große Blondschopf setzte sich neben mich und strich mir sanft über den Rücken, ließ sogar zu, dass ich meinen Kopf in seinen Schoss legen konnte. "Calum.", hauchte ich an sein Bein, während ich mich versuchte zu beruhigen. "Dieses Arschloch." fluchte er, doch seine ernste Miene lockerte sich und er gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Ich mach das schon.", sagte er sanft und strich mir über die Wange. "Wo ist Liz?", fragte er. Woher kannte er meine Familie? Etwas verwirrt sah ich leer in die Luft, schluckte. Mir fehlten irgendwie die Worte. "Luke?", erkundigte er sich wieder besorgt. "Kannst du mir etwas von damals erzählen?", fragte ich ihn unsicher. "Ich bin so verwirrt.", versuchte ich es weiter. Wieder stiegen mir die Tränen in die Augen. "Weißt du, wie das ist, nichts mehr zu wissen? Alles, was du gemacht hast, für was du gearbeitet und gelitten hast, das alles war umsonst. Ich bin so verwirrt und möchte einfach nur die Wahrheit wissen, Michael.", schniefte ich, wollte stark sein, doch meine Fassade bröckelte. Michael sah nachdenklich aus. Der Blonde sah weg, überlegte, sah mich dann etwas schmollend an, wie ein Katzenbaby. "Ich darf dir aber nichts sagen, Kleiner.", sprach er sanft und man hörte, wie er selbst darunter litt. "Mach eine Ausnahme.", sagte ich leise. "Bitte." Er sah so verloren aus, so wie ich. Auf einmal sah er auf. "Aber ich hab es deiner Mutter versprochen.", murmelte er leise. "Und ihm.", hörte ich, aber ich war mir nicht sicher, ob er die Worte wirklich gesagt hatte. Schweigen. Ich wollte einfach nur die Wahrheit hören, mehr nicht. Wütend setzte ich mich auf und kam Michaels Gesicht gefährlich nahe. "Willst du auch so leiden wie ich?", fragte ich ihn. Zum Glück kamen diesmal keine Tränen. Etwas geschockt sah der sonst so starke Michael mir in die Augen. "Das tu ich doch schon.", hauchte er an meine Lippen. Auf einmal bekam ich Gänsehaut und grinste kurz. Ich musste meine Gefühle unter Kontrolle halten. Schnell schluckte ich, öffnete meine Augen und verlor mich direkt in seine. Michaels linke Hand lag auf meiner Wange und versuchte mich zu beruhigen. "Bitte.", versuchte ich es nochmal. Plötzlich zog er mich an meinen Beinen auf seinen Schoss, sodass ich diese spreizen musste. "Du machst mich verrückt, Luke.", hauchte er wieder an meine Lippen. "Ich sag es dir, versprochen.", grinste er auf einmal und schlang seine Arme und meinen Hals. "Unter einer Bedienung.", sagte er dann etwas ernster und strich sanft über meinen Nacken, was mich leicht auffahren ließ. "Die wäre?", fragte ich unsicher und biss mir auf die Unterlippe. "Zeig mir, was ich dir beigebracht habe."
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Amnesia {Cake/Muke ff} ✔
FanfictionDas Jahr 2015 war das aller schlimmste Jahr, was Luke Hemmings je erlebt hatte. Zuerst ging es mit seiner kleinen Band bergab, dann verließ ihn seine Freundin und nun hatte der sonst so starke Blondschopf einen Autounfall. Und da das Schicksal ihn s...
