Kapitel 21

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Luke;

Kaputt saß ich auf meinem Bett und starrte einfach an die Decke. Ich wusste nicht, was ich denken sollte, ich wusste nicht, wem ich glauben sollte. Catherine kannte ich schon total lange, und warum sollte sie mich anlügen, wenn es um sowas geht? Ich meine, sie hat mir eine glaubwürdige Geschichte erzählt, aber was, wenn Michael die Wahrheit sagte? Ein großes Gefühlschaos machte sich breit. Langsam bekam ich Bauchschmerzen und verzog mein Gesicht. Der Tränenschleier versperrte mir die Sicht auf die Bilder an der Tür, von denen ich nicht weichen konnte. Dort waren hauptsächlich Michael und ich zu sehen. Die Mitglieder der Band auch, aber nur auf ein oder zwei Fotos. Auf keinem war Catherine drauf. Oder Calum. "Luke, willst du gleich was essen? Oh, Lukey.", schmollte Liz, die gerade hereinkam und sich direkt zu mir aufs Bett setzte. "Hey, was ist denn los?", fragte sie besorgt und zog mich sofort in ihre Arme. Ich war so froh, dass meine Mum endlich Zeit für mich gefunden hatte. Doch ich konnte ihr nichts davon erzählen. Sie würde es sowieso vergessen. Es würde ihr nicht wichtig sein und sie wüsste mir sowieso nicht zu helfen. "Warum bist du eigentlich nie da?", fragte ich leise und drückte mich an sie, während ich mir die Tränen wegstrich. "Ich hab viel zutun, das weißt du. Mein Job ist nicht ganz einfach.", versuchte sie sich zu verteidigen und strich mir über den Rücken. Mein Magen tat so unheimlich weh. "Ich hab noch Amnesie, kann mich an kaum etwas erinnern. Meine damaligen Freunde verarschen mich, manche versuchen mein Vertrauen wieder zurück zu gewinnen... ich weiß nicht, was ich machen soll und du bist nicht einmal da für mich.", schrie ich fast und sprang auf. "Wenn das so ist, brauchst du auch so nicht mehr zu mir zu kommen.", fügte ich sauer und enttäuscht hinzu, bevor ich meine Jacke anzog und aus dem Haus lief. Ich wollte nur noch zu Michael.

Michael;

Luke fehlte mir. Seine blonden, verwuschelten Haare, seinen warmen Körper an meinem. Müde sah ich nach rechts, als auf einmal Catherine hereinkam und mich breit angrinste. "Hallo, Clifford.", grinste sie falsch. "Verschwinde.", zischte ich und wollte schon auf den roten Knopf drücken, damit eine Krankenschwester kam. "Wieso? Ich will dir nur helfen. Komme im Auftrag von Luke.", meinte sie und kam immer näher zu meinem Bett, ihre Hände hinter ihren Rücken. Sollte ich ihr das glauben? "Er kann selbst kommen, wenn etwas ist. Verschwinde.", knurrte ich schon fast. "Ah, Clifford. Dir kann man echt nichts vorspielen. Gut, dass Luke so einfach zu verarschen ist.", grinste sie und setzte sich zu mir aufs Bett. "Ich wollte dir was erzählen.", meinte sie nun ehrlich, was ich ihr auch glaubte. "Das wäre?", fragte ich genervt. "Wir sind wieder zusammen.", lächelte sie breit. "Als ob.", lachte ich spöttisch und verschränkte meine Arme. "Wir hatten schon Sex, Kleiner. Glaub mir, du bist für ihn gestorben. Ich hab ihn alles erzählt, was er wissen sollte. Dass du ein kleines Arschloch bist und Calum das Leben nicht ruinieren wirst." Ihre Stimme wirkte auf einmal so gefährlich, so böse. Dieser Unterton gefiel mir nicht. Ich glaubte ihr kein Wort. "Verschwinde, Catherine, oder du wirst es bereuen.", drohte ich und setzte mich schon auf. "Du wirst es bereuen, so ein Wichser gewesen zu sein, Mikey.", hauchte sie an meine Lippen, schnappte sich kurzerhand das Kissen unter mir und drückte es mir feste aufs Gesicht. Komischerweise konnte ich mich nicht wehren, denn meine Arme fühlten sich so an, als wären sie betäubt worden. Ich merkte, wie mir die Luft wegblieb und ich panisch mit meinen Beinen herum fuchtelte, doch es brachte alles nichts. Das sonst so regelmäßige Piepen der Maschine, die mein Herz überwachten, gab nur noch ein langgezogenen Ton von sich. 


Amnesia {Cake/Muke ff} ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt