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Lichter!
Überall sind Lichter.
Ich glaube, ich kotze gleich. Ich trage ein türkisfarbenes Kleid, das eine Schleppe hat, die mit funkelnden Steinen besetzt ist, und Schuhe aus türkisfarbenen Stoff und Absetzten. Meine Haare sind zu Locken gedreht und auf die linke Seite gescheitelt. Meine zu großen Ohrringe bestehen aus Federn, die blau im Licht schimmern. Kurz; ich bin komplett blau gekleidet.
Meine Lider sind silbern und meine Lippen golden. Gold hängt in meine viel zu langen Wimpern und meine Nägel sind mit zweimal so langen Extra-Nägel überklebt geworden, die türkis angemalt mit goldenem Rand angemalt sind.
Meine Designerin ist, als sie mich gesehen hat, fast in Ohnmacht gefallen. Nicht weil sie gedacht hat: Oh mein Gott, ist das ein hübsches und reizendes Mädchen, sondern ,,Hilfe, schafft mir diesen Affen raus!,,.
Ich weiß, extrem freundlich. Leider sind alle in dieser Stadt so extrem freundlich, dass man größte Lust bekommt, jedem mal eine zu kleben.
Und noch einmal ein ,,leider,,: überall stehen Sicherheitswachen, die jeden Unruhestifter mit nehmen! Das heißt wohl so viel, dass man es besser lassen soll.
Akneya steht hinter der Absperrung, die genau mal genug Platz lässt, um zwischen den tausend Leuten auf die große glitzernde Bühne zu kommen.
Bald ist es so weit. Ich muss mich zusammenreißen, um nicht nach dem nächsten Klo zu fragen. Ein Wache mit schwarzer Uniform packt meinen Arm und dreht mich gewaltsam um. Ich keuche auf und sehe in das Gesicht eines Bekannten.
Ich entreiße ihm meinen Arm und blicke ihn angeekelt an.
"Nimm deine Dreckfinger von mir, Gideon", fahre ich ihn an und er zieht eine Augenbraue in die Höhe.
Ich will mich schon wieder umdrehen, doch er dreht mich wieder um und beugt sich bedrohlich nahe vor. Nur noch wenige Zentimeter trennen unsere Gesichter. Ich kann sein Parfum riechen und würge. Es ist wohl etwas viel auf einem Platz.
"Schätzchen, bringst du hier nur jemand um, wirst du für immer im Kerker landen und glaub mir, wir überwachen diese Welt", haucht er mir ins Gesicht.
Ich will angewidert zurücktreten, doch er verstärkt seinen Griff. "Hast du verstanden?"
Plötzlich habe ich nicht die geringste Lust ihm zu antworten. Ich besinne mich anders und im nächsten Moment schreit er voller Schmerzen auf. Ich habe ihm ohne wirklich nachzudenken zwischen die Beine getreten. Es ist unglaublich still. Niemand sagt ein Wort, alle starren uns gebannt an.
"Was glotzt ihr alle denn so? Kümmert euch um euren eigenen Scheiss", knurre ich und drehe mich auf den Absatz um.
Ich halte an der Türe auf der mit großer Schrift ,,Kyle,,, steht und gehe zu den vier anderen Türen.
,,Lion,,
,,James,,
,,Ahlia,,
Keine Türe mehr!
Ich fluche. Diese Stadt will mich wirklich nicht dabei haben. Ich gehe wieder alles zurück und lese alles noch einmal durch. Toll. Dann klopfe ich gegen Ahlias Türe. Ein Kreischen ertönt von innen und jemand kommt mit schnellen, klappernden Schritten auf die Türe zu. Sie wird mit Schwung geöffnet und ich blicke in zwei braune Augen, die mich wütend anfunkeln. Ein Mädchen im Alter von etwas zwanzig Jahren steht in einem eng liegenden violetten Kleid, das ihr bis zu den Knien reicht, vor mir. Ihre Augenbrauen sind elegant geschwungen und ihre Lippen sind knallrot. Ihre Wimpern sind mit violettem Glanz bedeckt und ihre braunen Haare fallen ihr auf die Schultern.
Sie verschränkt die Arme und ich ziehe eine Augenbraue hoch.
"Was willst du?", fragt sie bissig.
Ich klimpre mit den Wimpern und lächle genauso falsch zurück. "Man hat meine Türe vergessen!"
Sie legt den Kopf schief und lacht auf. "Es gibt noch drei weitere Türen!"
Sie schließt die Tür vor meiner Nase. Toll. Ich sehe mir um und klopfe schließlich bei der Türe ,,Kyle,,. Ich warte, bis ich Schritte höre. Das wird ja noch lustig werden, wenn ich mit einer solch blöder Kuh quasi Ferien machen muss!

City of DevilWo Geschichten leben. Entdecke jetzt