Wish we could turn back time

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Es war ein sehr schöner Frühsommertag. Ein Tag, an dem es einem Gewissensbisse bereitete nicht raus zu gehen. Vor allem, da es die letzte Woche fast dauerhaft geregnet hatte und so war die Sonne heute ein wahrer Segen. Ich zog ganz hibbelig an Tylers Hand und versuchte ihn zum Aufstehen zu bewegen. Er wollte sich partout nicht vom Sofa erheben. Um mich noch ein bisschen mehr zu ärgern ließ er sich zur Seite fallen, sodass sein Gesicht in einem Kissen lag. Mist. Er war zu schwer für mich.

"Komm schon", maulte ich und zog nochmal an seinem Arm. Er lachte nur. "Tyyylleeeeeer", rief ich seinen Namen. Er konnte sich gar nicht mehr einkriegen und rang nach Luft. Beleidigt sah ich auf ihn hinunter und ließ seine Hand fallen.
"Okay, dann gehe ich ohne dich", sagte ich und verließ das Zimmer.

Ich setzte mich auf den Boden und band meine Schuhe. Als ich wieder aussah, stand ein lächelnder Tyler vor mir. Ich stand auf. "Ach, hat sich der Herr doch dazu begnügt seine kostbare Zeit mit mir zu verbringen?" Er kam zwei Schritte auf mich zu. "Ich könnte mir keinen schöneren Zeitvertreib vorstellen", murmelte er, schlang seine Arme um mich und küsste mich auf die Wange nahe meines Mundwinkels. Wie konnte man ihm böse sein? Ich seufzte und versuchte mein Lächeln zu verbergen. "Du brauchst gar nicht so zu tun als wärst du sauer", grinste Tyler mich frech an. Ich verdrehte die Augen, lachte aber. "Nicht so selbstverliebt", ermahnte ich ihn und wich ihm aus, als er mich wieder in eine Umarmung ziehen wollte und huschte zur Tür hinaus.

Es war so schön warm, dass wir in T-Shirts herumliefen. Ich hatte den Tag genutzt und meinen neuen Rock angezogen. Er war kurz, in einem schlichten schwarz und war so geschnitten, dass er in Falten fiel. Die Luft war voller Sommer und Wärme. Ohne bestimmtes Ziel liefen wir Hand in Hand durch die Stadt und ich war glücklich wie lange nicht mehr. Um unser Glück zu vollenden, kauften wir uns beide noch ein Eis mit jeweils zwei Kugeln. In der einen Hand mein Eis und in der anderen den Mann, den ich liebte. Ging es noch besser? Nein.

Doch. Wir waren im Park angelangt. Zu meinem Erstaunen waren hier nur wenige Menschen. Als wir am einem Spielplatz vorbeikamen machte ich abrupt Halt. Mit gerunzelter Stirn sah Tyler mich an. Ich ließ seine Hand los und hielt ihm mein Eis hin. "Halt mal", wies ich ihn an. Mehr aus Reflex griff er danach, ich ließ aber nicht direkt los, sondern sah ihm tief in die Augen und sagte: "Aber nichts davon essen."

Dann rannte ich auf den Spielplatz und setze mich auf eine der Schaukeln und begann hin und her zu schwingen.
"Nicht dein Ernst", lachte Tyler, der nun mit zwei Eis in beiden Händen neben der Schaukel stand, sich an den Holzbalken lehnte und an meinem Eis leckte. "Hey", rief ich empört, als ich es bemerkte. Er mag nicht einmal Joghurteis. Doch diese Frechheit hielt mich nicht davon ab weiter zu schaukeln. Vor und zurück. Vor und zurück. Meine Haare wehten im Wind und ich schloss einen Moment die Augen. Schon als Kind habe ich Schaukeln geliebt. Man hatte mich fast nicht vom Spielplatz wegbewegen können. In dem kurzen Moment, in dem ich mit geschlossenen Augen hin und her flog, war ich wieder das kleine Mädchen mit einem langen geflochtenen Zopf, der gegen meinen Rücken peitschte und mit einem sorglosen Lächeln auf meinen Lippen. Der Geruch des feuchten Sandes und frischer Luft lag in meiner Nase.

Dann öffnete ich meine Augen wieder. Die Sonne blendete mich. Tyler setzte sich ungeschickt auf die Schaukel neben mir, sehr darauf konzentriert, dass das Eis nicht in den Sand fiel. Leider ohne Erfolg. Er hielt seine Waffel etwas zu schräg, als er seinen Arm um das eine Seil schlang, um sich festzuhalten und das Eis platschte in den Sand. In diesem Moment entfuhr ihm ein kleiner Schrei und er starrte in einer Mischung aus Trauer und Wut auf die Überreste seines Eises. Mir entfuhr ein schadenfreudiges Auflachen, welches mit einem schnellen Seitenblick von Tyler bestraft wurde. Er sah noch ein paar Sekunden auf sein Eis auf dem Boden, dann begann er fast trotzig weiter an meinem zu schlecken. Ich konnte nicht anders und begann laut zu lachen.

Ich schaukelte weiter, immer höher, mit dem Ziel dem Himmel nahe zu sein, während Tyler neben mir hin und her wippte und zufrieden mein Eis schlozte. Irgendwann war er fertig und begann ebenfalls vor und zurück zu schwingen, bis er auf meiner Höhe war. Wir schaukelte im selben Takt. Ich sah ihn von der Seite an. Er hatte seine Augen geschlossen und ich konnte wetten, dass er gerade das selbe Throwback hatte wie ich eben. Fasziniert von ihm, starrte ich ihn weiterhin an und vergaß meiner Schaukel weiterhin Schwung zu geben, weswegen unsere Schaukeln gegensätzlich zueinander schwangen. Ich riss mich von seinem Anblick los und bemerkte das Grinsen in meinem Gesicht. Meine Wangen wurden ein wenig rot und ich sah auf meine Beine, die ich nach vorne ausstreckte und verlor mich in meinen Gedanken und Erinnerungen.

Als ich kurze Zeit später wieder zu Tyler hinüberschaute erwischte ich ihn dabei, wie er mich betrachtete. Ich sah ihm in die Augen. Unsere Schaukeln waren fast schon wieder stehen geblieben. Ich lehnte meinen Kopf gegen das eine Seil, ohne meine Augen von ihm zu lassen. Er streckte seine linke Hand nach mir aus und ich legte meine linke hinein. Seine Finger drückten fest meine Hand und sein Daumen strich sanft über meine Haut. "Ich liebe dich", sagte er leise. "Ich dich auch", erwiderte ich.
Mein Herz klopfte schnell und laut. Mein Magen kribbelte. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Ich sah in seine lachenden dunklen Augen und war von Glück erfüllt.

Hay, ich melde mich mal mal wieder mit einem etwas kürzerem Kapitel. ;) Mir ist lagweilig.
Wie geht's euch so? :))
Also eigentlich habe ich nichts zu sagen, außer stay street und natürlich: stay alive my frens. |-/

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