Ich hole noch einmal tief Luft, wie um mir Mut zuzusprechen. Langsam lege ich probeweise meinen Kopf auf seiner Schulter ab. Er hat die perfekte Höhe für mich. Ich lausche einfach nur seinem Atem und spüre den sanften Luftzug an meiner Kopfhaut, wenn er redet. Seine Anwesenheit ist so präsent und elektrisierend, dass ich mich nur stückchenweise und ganz vorsichtig bewege. Er lässt mich zu und unterhält sich weiter mit den Menschen uns gegenüber am Tisch. Ich habe mich schon längst aus dem Gespräch ausgeklinkt und höre nur noch mit halbem Ohr zu. Er hat meine ganze Aufmerksamkeit.
Er rutscht kaum merklich nicht mal einen Zentimeter zu mir, während er seinem Gesprächspartner zuhört. Ich nehme das als ein Zeichen und lehne mich mit meinem ganzen Körper an ihn, sodass meine Beine über seinem rechten Oberschenkel liegen. Ich merke, dass er sich bewegt und hebe meinen Kopf ein wenig an. Sein bunter Arm legt sich um mich, was es mir viel bequemer macht. Mein Kopf liegt nun in der Kuhle zwischen seiner Schulter und dem Schlüsselbein.
Wenn er redet, vibriert seine unverkennbare angenehme Stimme in meinem Ohr und ich genieße es. Ich lausche seiner Stimme, als wäre sie Musik und weiß kaum, wovon er spricht. Und wenn ich genau hinhöre, kann ich den Schlag seines Herzens hören, der meinen eigenen Puls überlagert, der mir in den Ohren rauscht.
Ich lege meine Wange an seine Brust und atme kaum merklich ein. Sein Duft ströhmt in meine Nase und ich schließe für einen langen Moment die Augen, einfach nur um ihn zu riechen. Dabei bemerke ich, wie müde ich mittlerweile bin, doch ich werde nicht einschlafen, ich werde versuchen keinen Moment hiervon zu verpassen. Erst jetzt fällt mir auf, wie sehr ich mir das gewünscht hatte.
Seine Hand legt sich auf meine Schulter und hält mich. Er strahlt angenehme Wärme aus. Ich öffne meine Augen wieder und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. Wir sind auf einer Geburtstagsfeier. Ich sehe auf die Uhr, mittlerweile ist es eigentlich schon morgen. Die beiden unterhalten sich immer noch über etwas, das mich nicht wirklich interessiert. Neben mir auf der Sitzbank liegt eine Freundin eher, als dass sie sitzt auf ihrem Freund. Sie hat heute ein bisschen übertrieben und ist ein bisschen neben sich. Auch die anderen unterhalten sich ab und zu, oder sitzen einfach nur da und lauschen. Es ist jedoch eine angenehme Ruhe eingetreten und im Hintergrund läuft Musik in angemessener Lutstärke.
Ich lenke meine Aufmerksamkeit wieder auf Josh. Der vollkommene Moment lässt eine Gänsehaut über meinen Rücken fahren. Könnte es noch schöner werden? Seine Finger beginnen kleine kreisende Bewegungen auf meinem Oberarm zu machen. Wenn er lacht hebt und senkt sich sein Brustkorb schnell auf und ab und ich sehe vor meinem inneren Auge sein Lachen, was mein Herz höher schlagen lässt.
Seine Beteiligung am Gespräch wird immer weniger und ab und zu legt er kurz sanft seinen Kopf auf meinem ab. Einmal glaube ich seine Lippen in meinen Haaren zu spüren. Ich muss mich ein wenig zusammenreißen und aufpassen, dass sich mein Mund nicht zu einem Dauergrinsen verzieht.
Doch ich habe Angst, dass es nur für heute Abend ist. Was, wenn es nicht auch morgen noch anhält? Das ist mir schon einmal passiert und ich will nicht, dass mir das gleiche mit Josh geschieht. Er bedeutet mir wirklich etwas. Und das ist nicht einfach nur so dahin gesagt.
Ich beschließe, dass ich mir heute keine Sorgen mehr machen werde, ich werde den Moment leben, diese Nacht nutzen und genießen und mich nicht von meinen Gedanken unterkriegen lassen.
Carpe noctem.
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Twenty One Pilots |-/ OneShots
FanfictieEin paar Kurzgeschichten über twenty one pilots. Hoffe du hast Spaß beim Lesen. Stay alive my fren! |-/
