Da stand er. Und sah auf den dunklen Ozean hinaus. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und das Wasser sah eiskalt aus. Der Wind riss an seiner Kleidung. Er stand da, die Hände tief in den Jackentasche vergraben und sah in die Brandung auf der sich weiße Schaumkronen bildeten. Es war nichts zu hören, bis auf das Rauschen des Meeres. Ich saß nahe der Büsche oberhalb des Strandes und traute mich nicht mich zu regen, ich dachte er würde mich sonst entdecken. Flach atmete ich die kühle Luft ein und versuchte eine Haarsträhne, die der Wind sich zu eigen gemacht hatte, wieder unter meine Kapuze zu verbannen.
Und er rührte sich nicht. Ich fühlte mich, als würde ich etwas Verbotenes machen, wenn ich ihn beobachtete, ohne dass er es bemerkte. Erst nach ungefähr einer halben Stunde drehte er sich auf einmal um und begann wieder in die Richtung zurück zu laufen, aus der er gekommen war. Seiner Schultern hatte er hochgezogen gegen den Wind. Mittlerweile begann der Himmel heller zu werden und auch das Meer wechselte seine Farbe von schwarz zu einem dunklem grau. Ich vergrub meine Hände in dem Fell meines Hundes, der neben mir im Sand lag. Währenddessen sah ich den mysteriösen Jungen immer kleiner werden, als er den Strand Richtung Häuser zurück lief. Der Wind verwischte die Spuren seiner seiner Füße.
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Auch am nächsten anbrechenden Tag war er da. Genauso, wie am übernächsten. Er kam mir fast schon vertraut vor, wie er da vor dem Meer stand. Ich begann mich über seinen Anblick zu freuen. Obwohl er mich nie sah. Alles, was ich tat, war im kühlen Sand zu sitzen, meinen noch etwas schlaftrunkenen schwarzen Hund bei meiner Seite, und ich malte mit die tollsten Geschichten über das Leben dieses Jungen aus. Alles war möglich.
Der frühe Morgen war für mich etwas ganz besonderes. Ich genoss die völlige Einsamkeit, nur ich, das Meer und mein treuer Begleiter neben mir. Das Meer faszinierte mich jedes Mal aufs Neue. Es spendete mir Geborgenheit und Ruhe, doch gleichzeitig spürte ich in mir einen tiefsitzenden Respekt für die unendlichen Wassermassen. Ich schöpfte Inspiration für mich und mein Leben aus dem Ozean. Die Ungewissheit, die das riesen Gewässer ausstrahlt, ließ jedes mal einen schwachen Schauer über meinen Rücken jagen.
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Eigentlich saß ich oft einfach nur da und sah Richtung Horizont, nun sah ich auf seinen Rücken und fragte mich, was er hier tat. Was ging in ihm vor? Schöpfte er auch nur etwas Kraft bevor er den Tag beginnen konnte? So wie ich?