Er redete und lachte. Versuchte mich aufzumuntern. Halbherzig versuchte ich ihm einen Gefallen zu tun und lächelte, so dass mein Herz schmerzte. Ich wusste, wie traurig es ihn machte, wenn es mir nicht gut ging und nicht mal er etwas daran ändern konnte.
Mein Kopf schmerzte und drohte zu zerbersten. So viele Gedanken. Ich konnte Joshs Stimme fast nicht über das laute Durcheinander in meinem Kopf hören. Angestrengt versuchte ich mich auf seinen sanften Ton zu konzentrieren. Und scheiterte.
"Tyler? Hörst du mir zu?", fragte Josh mit sorgenvoll gerunzelter Stirn. Er wedelte kurz mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum, um mich wieder zurück zu holen. Ich fokussierte meinen Blick wieder auf ihn, so dass er wieder scharf zu sehen war und nickte.
Dann ließ ich mich nach hinten fallen. Mein Rücken traf auf den harten Boden und mein Kopf protestierte leise. Ich ließ meinen Gedanken freien lauf, hatte keine Kraft dazu, sie zu unterdrücken. Wie ich es hasste.
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Mein ganzer Körper war taub und in meinem Magen und Kehle machte sich ein Kloß breit, der es mir schwer machte zu atmen. Ich schloss meine Augen. Nur ganz kurz, dann öffnete ich sie wieder, konnte die Dunkelheit nicht ertragen.
Josh redete nicht mehr. Hatte es aufgegeben zu mir durchdringen zu wollen. Ich unterdrückte einen Seufzer und starrte an die weiße Decke. Ich hasste Sonntage.
Dann stand ich einfach auf. Ignorierte das kurze Schwindelgefühl und ging auf das Klavier zu und setzte mich auf den Hocker. Joshs Augen folgten mir aufmerksam. Er blieb im Schneidersitz auf dem Boden sitzen. Erwartungsvoll.
Ich legte meine Finger sachte auf die Tasten und ließ meinen Gefühlen freien lauf. Ich sang. Ich spielte. Und die Stimmen wurden immer leiser. Ich sang für sie. Ich spielte um Josh zu erklären, warum ich so war.
Alles um mich herum war wie in einem dumpfen Nebel. Grau. Stumm. Ich sah und fühlte nur mich und das Klavier. Mich und die Musik, die mir Halt gab. Fast hätte ich nicht bemerkt, dass Josh sich auf die Schlagzeugkiste (sorry ka wie das heißt) gesetzt hatte und mich nun leise leise begleitete. Ich teilte meinen Schmerz mit ihm. Es fühlte sich befreiend an.
Als das Lied endete, blieb ich ein paar Sekunden reglos sitzen und starrte abwesend auf die weißen und schwarzen Tasten vor mir. In mir hallten die Worte, Töne und Gefühle nach. Der Druck auf meinen Schläfen hatte nachgelassen. Ich hatte neuen Mut geschöpft.
Das Leben ist es wert. Ich werde kämpfen. Ich werde mein Hirn umbringen. Wir haben es so weit geschafft. Verdammt, ich spiele dieses Spiel. Und ich werde gewinnen.
Ich hob meinen Blick und sah Josh an, wie er mich musterte. "Alles klar?", fragte er leise. Wieder nickte ich zur Antwort. Diesmal entschlossener. Ich räusperte mich und fuhr durch meine Haare. "Alles gut", sagte ich und versuchte meine Stimme so sicher wie möglich klingen zu lassen und ignorierte, dass sie sich ein wenig überschlug.
Nach einem kurzen durchdringen Blick wandte Josh seine Augen von mir ab und trommelte auf die Holzkiste ein. Ich konnte sehen, dass er nachdachte. Was wohl in seinem Kopf vorging? Auf einmal hörte er auf und sah mich direkt an.
"Tyler", begann er und sah auf den Boden und dann wieder in mein Gesicht. "Wenn du... du weißt schon... Probleme hast oder so. Sprich mit mir. Also ich meine... ich bin immer da, wenn du mich brauchst." Ich nickte erneut. Wortlos. Fassungslos. Glücklich. Josh nickte mir zu und begann dann wieder verlegen einen kleinen Trommelwirbel zu spielen.
"Ich danke dir", sagte ich laut, jedoch leiser, als ich es geplant hatte. Ohne das Trommeln zu unterbrechen sah Josh auf und lächelte mir zu. Meine Mundwinkel hoben sich schräg. Ich war so froh, dass ich ihn hatte. Und es brauchte keine Worte, um das auszudrücken.
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Nur durch die Musik war ich fähig alles zu sagen, was ich wollte, was mich beschäftigte, was ich dachte. Musik hielt mich am Leben. Vertrieb die Dämonen aus meinem Kopf und wusch mich rein. Das war es, was ich tun wollte. Mein ganzes Leben. Dafür lohnte es sich am Leben zu bleiben. Dafür, und für Josh und meine Familie.
Kurz, ich weiß. ;) Aber mir war danach. Habe ein paar Ideen für weitere Kapitel... Hey, Leute vielen Dank für fast 1K Reads in so kurzer Zeit! Das ist der Wahnsinn *o*
So stay alive my frens and stay street |-/
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