Die Hochgefühle verschwinden schlagartig. Ohne ersichtlichen Grund sind sie einfach weg. Verlasst mich nicht. Bleibt bei mir, macht den Zweifeln keinen Platz. Zu spät, schon schleichen sie sich leise und heimlich an den verlassen Platz des verdrängten Glückes und machen es sich dort bequem. Habt ja nicht vor länger hier zu bleiben.
Und direkt beginnen die Geister in meinem Hirn herumzuspuken, gleiten durch meine Gehirngänge und hinterlassen überall wo sie waren eine klamme Kälte. Es gelingt mir nicht eine wärmende Flamme zu erzeugen. Es fühlt sich fast an, als hätte sich eine dünne Schicht Eis über meinen Körper gezogen. Meine Muskeln erstarren, ziehen sich zusammen. Ich ziehe die Beine an mich heran und schlinge die Arme um meine Schienbeine.
Mein Magen ist verwirrt von den Schmetterlingen des Glückes, die innerhalb kürzester Zeit wieder zurück in ihren Kokon gewebt haben um sich darin zu verstecken. Gleichermaßen erschrickt mich der Rückschlag. Die Raupen haben sich innerhalb eines wunderbaren Prozesses zu den schönen Schmetterlingen entwickelt. Es erforderte Kunst, Anstrengung und vor allem Geduld. Das alles sollte umsonst gewesen sein?
Vor meine Augen legt sich ein schwarzer Schleier, der mich die Farben nur noch in unterschiedlichen Stufen grau, schwarz und weiß unterscheiden lässt. Seltsamerweise scheine ich das rot auf dem Bild an meiner Wand immer noch zu sehen. Als wäre es das einzige, was mich noch an die Zeit vor der Übernahme meiner Gedanken, klammere ich mich daran fest und wende meine Augen nicht davon ab.
Ich suche angestrengt nach der hellen Ecke in meinem Kopf um mich dort zu verstecken. Irgendwo muss sie sein. Ich finde sie nicht, folge Irrlichtern, die mich noch weiter in die Dunkelheit leiten. Mir bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder lasse ich das Dunkel zu und hoffe darauf, dass es bald wieder von selbst verschwindet, oder ich gebe nicht auf und suche weiter nach dem Licht der Hoffnung.
Weiterhin starre ich das von schwarz und weiß umrundete Rot an, bettle es mit Blicken an, dass es mir die Entscheidung abnimmt. Soll ich die Fäuste sinken lassen, mich einfach hinkauern und mich von der dunklen Last erdrücken lassen, die wie schweres klebriges Pech auf meine Schultern klebt? Das Rot starrt zurück. Ein wortloser und hilfloser Mund, der ins Nichts führt.
Wie ein Flüstern, schleicht sich die erleichternd einfache Idee ein, mich einfach sinken zu lassen. Das Flüstern steigert sich zu einem dringlichen Rat einer fremden Stimme in meinem Kopf, die mich bald flehentlich anschreit, bis ich endlich nachgebe, in die Knie gehe. Die Dunkelheit wird immer dichter. Eben hatte ich noch hindurchsehen können, nun sehe ich kaum noch das Rot.
Die schwarze Hand, die meine ergreift, ist eins mit der Finsternis um mich herum, ich sehe sie nicht, spüre sie nur. Kalt, knochig und unbarmherzig umfassen die langen Finger meine Hand. Ich wehre mich nicht, lasse mich entführen. Ich akzeptiere den Fakt, dass ich nicht mehr auf meine Sinne vertrauen kann und folge einfach der Hand, die mich vertraulich mit sich nimmt, immer tiefer in das dickflüssige Dunkel.
Die Zweifel übermannen mich und schwappen über meinem Kopf zusammen, wie eine schwarze Flut. Eine übermenschliche Macht, gegen die ich nicht fähig bin mich zu wehren. Ich lasse mich mitreißen und von dem Wasser tragen. Schlucke das Schwarz und ertrinke.
DU LIEST GERADE
Twenty One Pilots |-/ OneShots
FanficEin paar Kurzgeschichten über twenty one pilots. Hoffe du hast Spaß beim Lesen. Stay alive my fren! |-/
