Ich schlief sehr unruhig. Ladislao fehlte mir. Wir hatten schon morgens, aber er war immer noch nicht da. Klar, schließlich meinte er auch, dass er die Nacht nicht kommen würde. Dennoch wünschte ich mir, dass er wenigstens am Morgen da wäre. Ich schlug meine Augen auf, legte mich auf meinen Rücken und breitete meine Arme aus. Die Lampe hing elegant von der Decke herunter. Sie war mit Kristallen geschmückt, in denen sich das weiße Licht zerlegte. Ein wunderbares Schauspiel. Ach, was denke ich nur!
Es passierte so viel, aber irgendwie auch nichts. Heute hatte ich auf nichts Lust. Weder wollte ich etwas lesen noch trainieren. Oder auch sonst etwas. Ich lungerte im Bett noch, bis ich Hunger bekam. Mein Magen knurrte.
Mich selbst zwingend stand ich auf, machte mich kurz frisch und lief in die Küche. Camilla oder Nadja waren im Moment nicht da, da wir schon mittags hatten und die Frühstückszeit um war. Ich stellte mich an die Theke und machte mir selbst was zu essen. Vertieft in meine Arbeit bekam ich nichts mehr um mich herum mit. Körperliche Arbeit zu verrichten tat manchmal sehr gut, wenn man einfach nicht mehr denken, sondern nur tun und handeln wollte. Die Gedanken legten sich für einen Moment still, das Essen nahm meine ganze Konzentration in Anspruch. Es tat wirklich gut.
„Oh, hätten Sie mir doch nur Bescheid gegeben", erschrak mich plötzlich eine überraschte Stimme.
Ich drehte mich um und erkannte Rebecca.
„Bitte, setzen Sie sich. Ich mache das geschwind fertig."
„Nein", kam es ungewollt barsch von mir. „Ich mache das schon. Kümmere dich um deine Arbeit."
Ich bemerkte die Putzsachen neben ihr auf dem Boden, die sie wahrscheinlich eben dort abgestellt hatte. Sie wollte noch etwas erwidern, aber ich schnitt ihr das Wort ab. Konnte man nicht einfach mal selber was tun? In Ruhe? War das zu viel? Sie gab sich geschlagen und ging ihrer Arbeit nach.
Nachdem ich gegessen hatte, begab ich mich ins Wohnzimmer. Was sollte ich nur tun? Gerade als ich mich hingesetzt hatte, wurde die Tür geöffnet und Ladislao kam herein. Ich stand auf, um ihn zu begrüßen, aber er bemerkte mich nicht. Er sah ziemlich fertig aus und lief schlendernd die Treppen hoch. Ich ging ihm nach bis er im Zimmer ankam.
„Was ist los?", fragte ich ihn, als ich die Tür hinter mir schloss.
Er drehte sich abrupt um und sah mich lange an. Was war nur los? Wir sahen uns einfach nur in die Augen. Sein müde dreinschauender Blick ließ mich selbst fragen, was er wohl die ganze Nacht gemacht hatte.
„Was ist passiert?"
„Nichts", kam es von ihm. „Ich bin nur sehr erschöpft."
Irgendwie konnte ich ihm nicht ganz glauben.
„Wo warst du?", trat ich einen Schritt auf ihn zu.
„Hatte einiges zu erledigen."
„Und was genau?"
Wieso verriet er mir nichts? Die ganze verdammte Nacht war er weg.
„Läuft das so in einer Beziehung?", fragte er kichernd, als würde er es nicht ganz glauben können. „Man stellt seinen Partner zur Rechenschaft, fragt ihn nach seinem Tag, was er gemacht hatte und wo er war."
Er wirkte seltsam, einfach nur komisch. Was sollten diese Fragen?
„Tut mir leid, ich erlebe das zum ersten Mal", erklärte er.
Er wandte sich ab und zog vor mir seine Sachen aus, welche er anschließend auf dem Boden liegen ließ. In seinen Boxer Shorts lief er zur Couch und setzte sich hin. Ich setzte mich zu ihm und legte eine Hand auf seinen Unterarm.
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Zwei Frauen✅
Romance"Die Straßen wurden mein Zuhause, der Boden mein Bett, die Nacht meine Decke. Vergessen wie eine Ratte, verdammt zu einem Leben in einer Gasse." Vor weniger Zeit lebte Crystal noch auf den Straßen. Nun sollte sie die Frau eines der reichsten Männer...
