Es war schon Mitternacht, aber von Ladislao fehlte jegliche Spur. Ging es ihm gut? Carlos war auch noch nicht da. Was taten sie nur? Ich machte mir so langsam ernsthafte Sorgen, denn auf unsere Anrufe reagierten beide nicht. Nadja versuchte parallel Carlos zu erreichen - erfolglos.
Zu dritt saßen wir im Wohnzimmer und wussten nicht, was wir dagegen unternehmen könnten. Camilla blieb auch mit uns auf und versuchte uns beide zu beruhigen. Ich schätzte zwar ihre Mühe, aber es half einfach nicht. Dass Ladislao mal fehlte war nicht neu, aber dass auch Carlos fehlte, ließ uns skeptisch werden. Gerade als wir verzweifelt versuchten unsere Männer zu erreichen hörten wir jemanden an der Haustür das Schloss drehen. Sofort sprangen wir auf und liefen zur Tür. Nadja drückte die Türklinke herunter, bevor derjenige das Schloss öffnen konnte.
Die Tür öffnete sich und ein überraschter Alfonso sah schmunzelnd zu uns.
„Habt ihr mich so sehr vermisst?", fragte er grinsend.
„Wo sind sie?", fragte Nadja besorgt.
Sie hielt es kaum noch aus, nichts von ihrem Mann zu wissen.
„Beruhig dich, alles ist in Ordnung", antwortete Alfonso.
„Wieso reagiert niemand auf unsere Anrufe?", fragte sie ihn weiter aus.
„Und ich dachte, ihr hättet mich vermisst", seufzte er nur, schob uns sanft auseinander, damit er eintreten konnte und lief ins Wohnzimmer.
„Sag doch etwas, ich mache mir Sorgen", drängte Nadja ihn.
„Ich sagte doch, dass alles in Ordnung ist", kam es nur von ihm. „Camilla, mach mir einen Kaffee."
Alfonso stand auf, wo er sich doch eben hingesetzt hatte und ging auf die Treppen zu.
„Wann kommen Ladislao und Carlos nach Hause?", fragte diesmal ich.
Er blieb am Treppenansatz stehen und drehte sich zu mir, wobei er mir fest in die Augen sah.
„Sie werden die Nacht wahrscheinlich nicht kommen können. Geht schlafen. Sie sind nur beschäftigt, ihnen geht es gut."
Mit diesen Worten wandte er sich ab und lief hoch. Zurück blieben wir, nicht weiter ahnungsvoll.
„Ich glaube, alles ist in Ordnung, sonst wäre er nicht so ruhig, oder?", sah Nadja verzweifelt zu uns.
„Ja", bestätigte ich nur und ging selber hoch in mein Zimmer, wobei ich den beiden noch eine gute Nacht wünschte.
Ich wollte gerade einfach nur alleine sein, denn so konnte ich meine Probleme am besten verarbeiten. Das war schon immer so der Fall gewesen. Mir war bewusst, dass wieder einmal eine lange Nacht mich erwartete. Wenn er fehlte, konnte ich nicht einschlafen, da er zu so einer Art Beruhigung für mich geworden war.
Die Minuten wurden zu Stunden und die Nacht zum Morgengrauen. Mein lieber Verlobter war immer noch nicht da. Ich versuchte, mir keine Sorgen zu machen. Wenn es ihm nicht gut ginge, dann wäre doch Alfonso niemals in aller Ruhe schlafen gegangen. An diesen Gedanken klammerte ich mich fest, lag im Bett und bekam immer mehr seine Abwesenheit zu spüren. Seit wann war er mir so wichtig geworden? Seit wann konnte ich ohne ihn keine Ruhe finden?
Der Morgen brach an und ich hatte keine Sekunde geschlafen. Gerade als ich meine Hoffnung komplett verloren hatte, kam jemand den Flur entlang. Die Schritte der Person drangen zu mir.
Mit frischer Hoffnung sprang ich vom Bett auf, rannte zur Tür, welche ich aufriss und sah Ladislao vor mir. Ohne wirklich auf ihn zu achten rannte ich auf ihn zu und schloss ihn in meine Arme.
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Zwei Frauen✅
Romansa"Die Straßen wurden mein Zuhause, der Boden mein Bett, die Nacht meine Decke. Vergessen wie eine Ratte, verdammt zu einem Leben in einer Gasse." Vor weniger Zeit lebte Crystal noch auf den Straßen. Nun sollte sie die Frau eines der reichsten Männer...
