Graue Augen ,schneller Puls

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Als mein Wecker klingelte, fuhr ich vor Schreck hoch. Oh man, was für eine Nacht. Ich sprang schnell unter die Dusche und wusch den Schlaf von mir. Ich war total verspannt und meine Lust auf die Arbeit, hielt sich in Grenzen.
Ich rief Miu an und fragte ob sie Lust auf einen Kaffee in der Stadt hatte.
Um 12 Uhr trafen wir uns in einem kleinen Cafe an der Promenade. Ich erzählte Miu lieber nichts von dem Vorfall vergangene Nacht, sie machte sich immer zu schnell; zu viele Sorgen und würde mich keinen Moment aus den Augen lassen.
„Mensch Shay, du siehst heute garnicht gut aus. Hast du etwa die Nacht durchgemacht?"
„Schlecht geschlafen, das liegt einfach am Stress. Ich bin froh, wenn dieses blöde Stadfest wieder vorbei ist und die Bar nicht mehr überquillt." Miu schnaufte und stimmte mir zu. Wir redeten noch etwas über ein paar süsse Kerle, die drei Tische weiter saßen, bezahlten und gingen gemeinsam noch in die Stadt.
In dem ganzen Getummel, musste man sich regelrecht durch die Menschenmasse quetschen, um durch die Straßen zu kommen.
Wir wollten eigentlich ein bisschen shoppen gehen, aber wir gaben schnell auf, da die Läden einfach zu überfüllt waren. Als wir gerade aus einer Traube von Menschen rausstolperten, stieß ich gegen einen Kerl mit selstam gepunkteter Hose. Als ich aufsah, blickte ich in graue Augen.
Er wollte sich anscheinend gerade beschweren, bis er mich erkannte und kurz sein rechter Mundwinkel nach oben zuckte.
„Hopla, Vorsicht junge Dame, sonst verletzt sich noch jemand. So sieht man sich also wieder."
Ich lief etwas rot an und entschuldigte mich rasch. Warum werde ich plötzlich so nervös.
Auch Miu schien das aufzufallen, weshalb sie das ganze grinsend, mit einer hochgezogenen Augenbraue beobachtete.
Er schmunzelte etwas und fragte : „ Wissen Sie zufällig wo hier eine Apotheke in der Nähe ist? Bevor wir wieder aufbrechen brauchen wir noch ein paar Heilmittelchen."
„Ehm.. ja k-klar.. Sie müssen sich hier nur rechts halten und nach etwa 6 Blocks, werden Sie eine erreichen." während ich ihm mit meiner rechten Hand die Richtung weiste, kam er mir näher, um in die Richtung zu blicken, die ich deutete. Mein Puls beschleunigte sich, als er ein ‚Danke', an meinem Ohr raunte, sich verabschiedete und dann mit seinen drei Crewmitglieder in besagte Richtung lief.

„Was war denn das?" fragte Miu, die bemerkte, dass ich etwas schwer atmete.
„Der Kerl war bereits zweimal in unserer Bar. Hattest du ihn etwa noch nicht bemerkt?"
„Mhm.. scheinst ihn ja ziemlich heiss zu finden, wenn du so rot wirst." zwinkerte Miu mir zu und lachte.
Ich fasste mir schnell an die Wangen, um zu bemerken, wie sie glühten und murmelte „gar nicht wahr" vor mich hin, was sie nur stärker zum lachen brachte.

Wir machten uns auf den Weg zur Bar, da es schon fast 17 Uhr war. Bei ‚Jacks Finger' musste ich mit Minaka den Vorrat durchgehen.
Wir liefen also gemeinsam in die Vorratskammer, um eine Auflistung von dem zu machen, was noch da war. Ich zählte, Minaka notierte. Als ich bei den Rumfässern angekommen war, streckte Minaka sich kurz, womit mir etwas ins Auge fiel. „Minaka?! Was ist das an deiner Hüfte? Und an deinem Oberarm?! Wer war das?" schockiert wollte ich die blauen Flecken und roten Striemen begutachten, als sie sich ruckartig wegdrehte. „Das geht dich nichts an!" „Minaka lass dir doch helfen! Was ist passiert?" „N-Nichts.. E-Es ist Nichts passiert.." sie schluckte kurz und ich sah das sie Tränen in den Augen hatte. „Lass gut sein Shay! Sonst gibt es nur noch mehr Probleme.."
Ich konnte nicht fassen was ich sah. Wer könnte ihr das angetan haben? Etwa ein Pirat? Ihr muss gedroht worden sein, dass wenn sie etwas sagte, es für sie böse enden wird. Arme Minaka. Nach etwa 15 weiteren Minuten, waren wir fertig. Wir redeten in dieser Zeit nicht miteinander und sie hatte es nun auch eilig von mir weg zu kommen.

Um ca. 22 Uhr betrat der Käptn mit den grauen Augen wieder die Bar. Irgendwie war ich aufgeregt ihn zu sehen, allerdings änderte sich dieses Gefühl schlagartig, als ich sah, dass er wieder zwei dieser Flittchen im schlepptau hatte. Als er wieder den hintersten Tisch ansteuerte, blickte er sich um. Suchte er etwa nach mir? Nach ein paar Sekunden entdeckte er mich und nickte mir kurz zu. Ich nickte ebenfalls, wendete mich allerdings schnell einem Gast zu und versuchte ihn zu ignorieren, bis ich seine Bestellung aufnehmen musste.

„Was darfs denn heute sein?" fragte ich mit leicht genervten Ton, als eine Blondine, mit super knappen Hotpans, sich auf den Käptn schwingte und dämlich kicherte.
Boah da bekommt man ja das kotzen.
Der Pirat war ziemlich emotionslos und sagte „Das gleiche wie die letzten Male". Er achtete dabei nur auf die Blondine und versuchte sichtlich sich zu beherrschen. „Alles klar." sagte ich drehte mich um und ging zu Bruno um zu fragen, ob er mir hilft.
Er hat dieses mal garnicht seine Hilfe angeboten, dachte ich. Naja, er ist eben ein Mann, schwanzgesteuert sind sie doch alle. Kaum hüpft ein blondes Flitchen vor dennen rum, schaltet das Gehirn aus und fangen das sabbern an.
*Würg*

Aber warum interessiert mich das? Kann mir doch egal sein. Morgen ist er eh verschwunden und er taucht hier nie wieder auf. Jedenfalls hatte Bruno leider keine Zeit. „Sorry Shay, aber wie du siehst, könnte ich hier selbst noch einen Arm mehr gebrauchen."
Also schleppte ich diese blöden Fässer alleine an seinen Tisch. Nach dem dritten Gang, stellte ich das letzte Fass ziemlich laut ab, was ihn kurz aufblicken ließ. „Lasst es euch schmecken." mit diesem Satz drehte ich mich um.
Verdammt, warum konnte ich mir das nicht verkneifen??

Ich konnte es nicht lassen, den ganzen Abend hin und wieder zu ihm zu schauen. Dieses ständige Gekichere, von diesen Tanten, war nicht auszuhalten. Was findet der nur an denen.
Mh.. ganz Eindeutig eine schnelle und leichte Nummer.
Denn er, seine Männer und die beiden Mädels, jeweils eine an auf jeder Seite an ihm eingehakt, verschwanden nachdem bezahlen ziemlich heiter aus der Bar.
*Männer* dachte ich mir und war den Rest des Abends eigentlich ziemlich schlecht gelaunt.

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