Laws Sicht:
Sie gab mir mal wieder keine Antwort auf meine Frage. Ich war schon versucht sie anzusehen, doch beherrschte mich. Ich saß immer noch vor der Badewanne. Anfangs war ich mir nicht ganz sicher, ob sie auch keinen Unsinn treiben würde. Ich vernahm ganz leise ein kurzes Zähne klappern. „Sollen wir dir nochmal warmes Wasser nachlassen?" „Ehm.. naja.. die Wanne läuft bald über." Ich drehte mich in Richtung ihrer Füße. „Warte kurz." ich krempelte einen Ärmel hoch und griff blind in die Wanne. Ich streifte kurz ein Bein von ihr, danach erfühlte ich das eigentlich Ziel, den Stöpsel. Ich zog daran und ließ Wasser ab. Sie saß nun fast wieder auf dem trockenen, als ich den Stöpsel wieder reinsteckte. Danach drehte ich wieder das Wasser auf. Mein Blick wanderte zu ihren Beinen. Ohne den Kopf zu drehen, konnte ich bis zu ihren Knien sehen. Ich war versucht, den Beinen weiter nach oben zu folgen, hielt mich aber unter Kontrolle. „Ist die Temperatur so gut?" „Mhm."
Ich stellte das Wasser wieder aus, griff nach einem Handtuch und trocknete meinem Arm. „Naja, ich werd dich mal in Ruhe lassen." „Es wäre schön, wenn du mir weiterhin Gesellschaft leisten würdest." Ich reagierte reflexartig, in dem ich zu ihr sah. Ihre Haare lagen über ihrer Brust, die Beine hatte sie überkreuzt. Ihre Wangen waren leicht rot. Sie hatte die Farbe also bei der Kälte nicht verloren. Erst als mich ihr schüchternes Lächeln traf, bemerkte ich das ich auch halb lächelte. Etwas verwirrt, über meine Reaktion, setzte ich mich wieder neben sie, mit dem Rücken an die Wanne.
Shays Sicht:
War er etwa verlegen? Er hatte die Knie angezogen und stützte sich mit dem Kopf, auf den Armen, auf den Knien ab.
Ich fragte ihn nach Shachi. Er sagte das er ganz heiß darauf war, morgen hier wieder überall ‚rumspringen' zu dürfen. Ich lachte darüber, weil ich mir das nur zu gut vorstellen konnte. „Sie mögen dich alle sehr, Shay." Ich hatte immer noch ein leichtes Lächeln auf den Lippen. „Ich mag euch auch alle sehr." ich betonte das euch extra, er sagte schließlich nur, das die anderen mich mögen würden. „Und sie werden auch bestimmt traurig sein, wenn du in naher Zunkunft nicht mehr bei uns bist." Jetzt war ich selbst auch wieder etwas betrübt. Ich holte im inneren nochmal tief Luft und gab mir selbst ein Ruck , den Mut zu fassen, für das was ich jetzt sagen wollte. „Wirst du auch traurig sein?" Ich sah ihm an, wie er die Luft anhielt. „Es wird hier vermutlich schon etwas ruhiger sein, und schließlich fehlt mir ja dann mein Dauerpatient." sagte er stichelnd. Ich spritze mit den Fingern ein wenig Wasser in seinen Nacken. Ich konnte mein Lachen nicht zurück halten, als er mit eingezogenem Nacken nach dem Handtuch griff.
„Ich glaube ich sollte solangsam mal wieder aus dem Wasser raus, bevor sich noch Schwimmhäute bilden." „Ja, ich glaube das möchtest du nicht." Er stand auf und wollte ein Handtuch nehmen. Na komm schon Shay. Ich holte Luft. Noch während er mit dem Rücken zu mir stand, stand ich auf. Er verharrte in der Position und bewegte sich nicht. Er räusperte sich, dann nahm er ein großes Handtuch und reichte es mir ohne mich dabei anzusehen. Ich wikelte mich ein und beobachtete ihn. Er kämpfte irgendwie mit sich selbst. Von der Fast-Erfrierung von vorhin, war nichts mehr zu spüren. Mein Körper glühte, hauptsächlich von innen heraus. Mein Puls beschleunigte sich. Ich verlor den Verstand. Ich spürte eine unglaublich Anziehungskraft, die von ihm ausging. Nie hätte ich mich vorher getraut so auf ihn zuzugehen. Ich kam ihm langsam näher. Er stand immer noch, mit dem Rücken zu mir, stöckelsteif da.
Ich wollte gerade die Hand anheben, als er sich zu mir umdrehte und mich mit zusammengezogenen Augenbrauen irritiert anschaute, so als verstünde er nicht, was in diesem Augenblick passiert. Ich schaute in seine unendlich tiefen grauen Augen. „Shay, was hast du vor?" fragte er mit tiefer Stimme.
Laws Sicht:
Ich musste schwer schlucken, als ich sie nur mit einem Handtuch vor mir stehen sah. Ihre Wangen waren immer noch errötet, ich vermute aber, dass das nicht vom heißen Wasser kam. Meine Güte, sie spielt mit mir. Ich bin ein Mann, der seit sie an Bord kam, kein Sex mehr hatte! Ich musste also aufpassen. Ich wusste nicht, wozu sie bereit war, wenn das was sie hier gerade machte, beabsichtigt war. Sie müsste wahrscheinlich nur auf ihrer Lippe herum kauen und ich würde über sie herfallen.
Shays Sicht:
Er verzog kaum eine Miene. Ich merkte, wie er auch langsam wieder diese kalte, abweisende Art annahm. In meinem Unterleib, war ununterbrochen diese seltsame Kribbeln und Ziehen zu spüren. Es macht mich fast wahnsinnig. Mein Herz raste. Ich müsste nur einen Schritt vormachen, um wieder seine Lippen berühren zu können. Um wieder diesen köstlichen Duft voll und ganz aufzunehmen. Ich driftete fast komplett in meine ‚Fantasie-Welt' ab, doch holte mich eine winzige Bewegung seinerseits zurück. Er schloss die Augen und atmete hörbar aus. Ich stand vor ihm und konnte mich nicht bewegen. Mist. Jetzt hab ich mich schon getraut aus dieser blöden Badewanne auszusteigen und jetzt wusste ich nicht weiter?! Bravo Shay!
Ich frimmelte an dem Handtuch rum. Toll, jetzt steh ich da wie ein kleines,schüchternes Ding. Vor lauter Verzweiflung nagte ich an meiner Unterlippe.
Laws Hände umschlossen plötzlich mein Gesicht, so dass ich gezwungen war ihn anzuschaun. „Was tust du hier gerade?" er sagte es so verzweifelt, das es einem schon fast Leid tat. Aber was versuche ich hier wirklich? Will ich ernsthaft den Käptn der Heart-Piraten, ein gesuchter Pirat mit einem Kopfgeld von, wie viel? 500.000.000 Berry, ins Bett bekommen?! Alles in mir schien Gottverdammt JA! zu schreien.
„Ich.. ich.."
Law schloss wieder die Augen.
Jetzt reichts! Ich versuchte mich ihm langsam zu nähern. Er verhinderte es nicht, ließ die Augen aber auch nicht mehr geschlossen. Sein Blick festigte sich. Es lag plötzlich so viel Kraft darin, das ich wie gefangen war. Ich bewegte mich keinen Zentimeter mehr. Noch zwei Herzschläge vergingen, als Law mit einem „Ach scheiß drauf!" die Lücke endgültig schloss und wir uns in unserem Kuss verloren.
DU LIEST GERADE
Erblicke den Horizont
FanfictionShay Kingsley, ein 23 jähriges Mädchen, kommt nach einem dramatischem Ereignis auf Trafalgar Laws Boot. Er kümmert sich um sie, bis sich seltsame Gefühle bei beiden entwickeln. Keiner weiß so recht was das zu bedeuten hat. Shay wird wohl noch die n...
