Die Winterinsel

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Er richtete sich auf und zog sich an. Auch ich schlüpfte wieder in meine Klamotten. „Hier." ich schaute zu ihm auf. Er hielt mir einen schwarzen langen Mantel hin. „Wir werden kurz an dieser Insel halten. Wenn du mit an Land möchtest,brauchst du eine Jacke." Ich nahm den Mantel dankend an.

Nach dem Mittagessen, machte sich die Mannschaft für den Landgang bereit. Ich hatte drei Schichten Kleidung an, damit mir das nicht nochmal passierte. Eingewickelt in Laws Mantel, folgte ich den Jungs an Land. Weil Shachi hier mit Krücken nicht gut vorankam, blieb Penguin bei ihm an Bord. Wir schlenderten in dieser Winter-Wunderlandschadt Richtung Norden. Wir kamen durch einen Wald. Links von uns schlängelte sich ein teils zugefrorener Fluss durch das Land. Hier und da kamen kleine Ladungen Schnee von den riesigen Tannen die hier standen. Sie waren bestimmt 50 Meter hoch. „Man, die müssen ja bestimmt schon seit hundert Jahren wachsen." sagte ich bewundernd und versuchte die Tannenspitzen zu erkennen.
„Kommt, wir sollten hier raus aus dem Wald." sagte Law an der Spitze unsere Gruppe. Was hatte er denn? Hier ist es doch sehr friedlich. Ein paar Eichhörnchen flitzen über den Boden und suchten nach Vorräten.
Ich war ein paar Schritte hinter den Jungs, da ich in dem immer höher werdenden Schnee langsamer vorankam. Ich schnaufte ziemlich laut und beschwerte mich grummelnd über meine zu kurzen Beine.  „Toll, so nass wie meine Hose jetzt wieder ist, bringt auch die zweite darunter nichts. So schön wie es ja ist, aber muss das weiße Zeug so verdammt kalt sein?!" Da ich während ich mich durch den Schnee kämpfte auf den Boden schaute, bemerkte ich erst als ich in Cliones Rücken lief, das Law die Hand hielt, als Zeichen das wir stehen und ruhig sein sollten. „Was ist?" fragte ich flüsternd. „Psst." Bepo sah mich schulterzuckend an. „Käptn? Tschuldigung." „Wir sind hier nicht allein." war das einzige was Law sagte. Mir stellten sich die Nackenhaare und ich krallte mich an Cliones Rücken fest. Ich blickte hastig in alle Richtungen. „Alles wird gut Shay, wir beschützen dich." sagte Clione mit angeschwollener Brust. Wir bewegten uns wieder vorwärts. Als ich ein Knurren vernahm. „Äähm.. Leute? Ihr habt das eben auch gehört, oder?!"

Die Mannschaft reagierte blitzschnell und formierte sich in einem Kreis um mich herum. Die Sekunden vergingen und die Männer schauten angestrengt in den Wald hinein. Aus der einen Richtung hörte man Äste brechen, direkt danach aus einer anderen wieder ein Knurren. Plözlich trat ein rießiger Bär in unser Sichtfeld. Mir blieb der Mund offen stehen. „Ach, das ist ja nur ein einzelner Bär. Hey Bepo, bist du mit dem verwandt?" fragte Clione witzelnd.  Ein paar andere lachten und bevor Bepo was erwiedern konnte, hielt Law angespannt sein Schwert in beiden Händen und forderte seine Mannschaft zur Ruhe auf. „Das ist nicht nur einer. Dahinter sind mindestens zehn weitere. Und das sind auch keine harmlosen Bären. Ich habe viel über diese Art gelesen, wusste aber nicht das sie auf dieser Insel leben. Unterschätzt sie nicht Männer." als er das sagte traten weiter fünf Bären hervor. Sie fletschten die Zähne, ein paar andere richteten sich auf ihre Hinterläufer auf.
Die gesamte Crew nahm ihre Kampfhaltung ein. Ein paar hatten Schusswaffen, wieder andere zwei Schwerter. Bepo setzt wohl auf Kampfkunst. Alle standen angespannt da. Wer macht den ersten Zug.
Die Bärengruppe wurde durch weiter fünf erweitert. Eine dreier Gruppe der Bären kamen rechts auf uns zu. Clione wehrte sie gekonnt ab. Danach begann das Durcheinander. Das Feld wurde von einer blauen Kuppel makiert und ich wusste das Law mitmischte. Er teilte gerade ein Bär, als ein anderer von hinten ihm an den Hals gehen wollte. Bepo hielt ihm den Rücken frei und vermöbelte den rießigen Bären. Zwei andere Bären griffen uns von links an. Ok, ich wollte gerade mit irgendwas mich wehren, als Law mich zu Seite zog. Er trennte dem Bären den Kopf ab und verteilte dann noch so etwas wie ein Elektroschock. Er schaute mich ernst an. „Ist alles in Ordnung?!" „Ja.." ich nickte. Die Bären ließen nicht locker und griffen weiter von allen Seiten an.

Einige mussten viele Schläge einstecken. Clione wurde von einer großen Tatze erwischt und schlitterte an den nächsten Baum. Zwei der Heartpiraten kam ihm zur Hilfe. Bepo, ich und noch ein weiterer wurden von vier Bären umzingelt. Law kämpfte derweil alleine gegen fünf und wirbelte sie durch seinen Raum. Die Bären um uns rum knurrten so laut, das es in den Ohren schmerzte. Ich blickte in die großen schwarzen Augen dieser Tiere und bekam eine Gänsehaut. Im Augenwinkel erkannte ich, wie sich zwei andere dieser Bestien Law von hinten näherten. Aus unserer Reihe wurden Schüsse abgegeben. Laws Blick eilte zu mir.  Er sah die anderen Tiere und enthauptete auch diese.

Es wurde ruhig um uns herum. Der Schnee war größtenteils rot gefärbt. Einge Tiere hatte sich verletzt zurück gezogen. „Sind alle ok?" fragte Law in die Runde. „Ja." „Alles Bestens." „Bis auf ein paar Kratzer gehts mir gut." antworteten nach und nach seine Crewmitglieder. „Gut, dann lasst uns weiter gehen." sagte Law etwas aus der Puste. Wir gingen alle, ohne ein Wort zu sagen, weiter.
Wir irrten etwa drei Stunden durch diesen Wald.

„ Kannst du noch?" Law lief neben mir her und schaute mich besorgt an. „Ja, mir gehts gut. Etwas kalt, aber gut." er lachte kurz, was in ein Husten überging. Er fasste sich an seine Seite. „Hey, moment mal." Ich hielt ihn am Arm fest und drehte ihn zu mir. Seine Kleidung war komplett vollgeblutet. Klar, das meiste davon gehörte den Bären, aber das er eine Spur von Blutstropfen hinterließ, fiel mir jetzt erst auf. Deshalb lief er nicht mehr an der Spitze der Gruppe. „Oh Gott Law, du bist ja verletzt!" zischte ich leise. Ich vermute er hatte nicht beabsichtigt das es einer seiner Crewmitglieder, geschweige dem ich, mitbekam. „Das ist halb so wild." sagte er angestrengt. „Law, wir irren hier schon ewig umher und du verlierst stetig Blut. Ich denke selbst du, kannst das nicht noch viel länger aushalten." Damit seine Männer das Gespräch nicht mitbekamen, ließen wir uns noch ein paar weitere Schritte zurück fallen. „Shay, ich habe es schon notversorgt. Ich bin Arzt und weiß was ich tue. Es ist schon nicht so schlimm. Und jetzt lass es bitte gut sein." er ließ mich einfach zurück und schloss wieder zur Gruppe auf.

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