• Simon Curtis - Super Psycho Love •
Nachdem ich einmal schnell zur Bushaltestelle gerannt bin - und das nur, um dem Bus hinterher winken und seine Rücklichter bewundern zu dürfen - musste ich noch einmal zurück nach Hause laufen. Ich habe meinen Rucksack genommen, mir mein Fahrrad geschnappt und bin so schnell gefahren, dass man meinen könnte, eine Horde Zombies sei hinter mir her gewesen.
Auf dem Weg schreibe ich meinen Eltern eine SMS, in der ich ihnen erkläre, dass sie sich keine Sorgen machen sollen und ich bei Loreen übernachte, weil sie ein wenig Kummer hat und jemanden braucht, der sie tröstet. Mein Vater wird vermutlich an die Decke gehen, wenn er die Nachricht liest, weil er weiß, dass ich morgen meine Klausur schreibe - eine Klausur, die ziemlich wichtig ist - aber es ist immer noch besser, als dass er die Wahrheit kennen würde.
Mein Hals fühlt sich trocken an, als ich mein Fahrrad nach etwa einer halben Stunde schließlich in einen Busch im Vorgarten der Moranis fallen lasse und auf das Haus zurenne. Es würde mich nicht wundern, wenn ich morgen krank im Bett liege und langsam und qualvoll vor mich hinsterben würde.
Bevor ich überhaupt dazu komme, an der Tür zu klingeln, reißt Caleb sie schon auf. Überrascht öffne ich den Mund, aber der Kleine legt seinen Finger auf die Lippen, um mir zu signalisieren, dass ich leise sein soll. Im Hintergrund höre ich etwas zerbrechen. Ich reiße entsetzt die Augen auf, versuche dennoch, ruhig zu bleiben und lasse mich von Caleb durch den Flur und dann ins Gäste-WC ziehen. Er schließt leise die Tür und lässt sich dann schließlich seufzend dagegen fallen.
Ich denke gar nicht weiter darüber nach, als ich ihn da so stehen sehe, stattdessen stürme ich auf ihn zu, um ihn in meine Arme zu reißen. Zitternd streiche ich ihm durch die braunen Haare.
»Caleb«, flüstere ich. »Geht es dir gut? Wo ist Alec?«
Als er zu mir hochschaut, sehe ich Tränen in seinen Augen. Ich presse die Lippen aufeinander und drücke sein Gesicht wieder fest an meine Brust. Es schmerzt, ihn weinen zu sehen und nicht zu wissen, was der Grund dafür ist. Ich würde ihm gerne helfen, aber dazu muss er mir erst einmal erzählen, was passiert ist.
»Mir geht es gut«, murmelt Caleb in meine Brust. »Aber Alec...er ist im Wohnzimmer. Er weiß nicht, dass ich zu Hause bin.«
Verwirrt ziehe ich die Brauen zusammen. Ich drücke ihn leicht von mir, um ihm ins Gesicht sehen zu können.
»Ich habe ihn angelogen und ihm gesagt, dass ich heute bei einem Freund Übernachte«, sagt er und wischt sich über die feuchten Augen. »Er hat mir noch dabei geholfen, meine Tasche zu packen und alles war normal.« Caleb lacht kurz und sein Lachen zerbricht mir das Herz, denn die Tränen glitzern noch in seinen Augenwinkeln. »Er hat mir sogar noch ein neues Videospiel geschenkt und gemeint, ich soll es mitnehmen, um mit meinem Freund zusammen zu spielen.«
»Und warum bist du dann noch hier?«
»Ich wollte nie bei einem Freund übernachten«, schluchzt Caleb. »Ich wusste, dass Alec, wenn er glaubt, dass ich nicht hier bin...ich wusste, dass das passiert. Es ist jedes Mal so. Er will es nicht vor mir zugeben, würde er nie, aber ich weiß es. Heute ist...« Er verstummt augenblicklich, als wieder etwas zu Bruch geht und Alec irgendetwas brüllt, dass so undeutlich klingt, dass ich es nicht verstehen kann.
»Okay«, sage ich leise und lasse ihn dabei langsam los, um ihn ansehen zu können. »Geh du in dein Zimmer. Ich rede mit ihm, in Ordnung?«
»Du kannst nicht mit ihm reden, nicht wenn er so drauf ist. Niemand kann das.« Caleb beißt sich auf die Unterlippe, während er Löcher in die Wand starrt. »Er dreht vollkommen durch. Es ist immer so. Heute ist-«
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Badass
RomantizmDass eine einzige Party das Leben der siebzehnjährigen Rebecca völlig auf den Kopf stellt, hatte sie nicht kommen sehen, aber als ein schöner, unbekannter Mann plötzlich in ihrem Leben auftaucht, ist es um sie geschehen. Er sieht aus wie der Mann ih...
