Kapitel 19

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Ich weiß auch nicht. Irgendwie ist das Ganze ziemlich schnulzig, wie wir den Gang entlang laufen. Vor allem heißt ein Kuss ja nicht gleich, dass man zusammen ist. Nicht, dass ich es nicht wollen würde, aber ich bin mir trotzdem nicht sicher, was mit Eric ist. Eigentlich haben wir das immer noch nicht richtig geklärt. Jedes mal, wenn ich etwas klären möchte muss Eric mich küssen! Kein Wunder, dass ich ständig verwirrt bin.

Ich bin etwas irritiert, denn wir laufen nicht den Weg zu dem Schlafsaal. ,, Eric, wo laufen wir hin?", frage ich. ,, Zu mir..." Wow, direkt so offen und so eine präzise Antwort.
,, Aber, warum?" ,, Du bist innerlich immer noch eine Ken. Genau so neugierig." Ja bin ich, sogar sehr! Wenn ich Gespräche von Freunden nur halb mitbekomme, frage ich sofort nach was passiert oder wer gemeint ist. Und wenn sie sagen "ist egal" frage ich trotzdem weiter nach und nerve sie so lange, bis sie es mir sagen. Oh gott, mein Kopf dröhnt total... war wohl keine gute Idee gewesen so ,,viel" zu trinken. Viel kann man ja eigentlich nicht sagen, nur waren die Getränke so hart und ich habe sie vielleicht etwas zu hastig hintereinander getrunken. Aber dafür habe ich eine Lektion fürs Leben gelernt. Das heißt jetzt nicht, dass ich gar nichts mehr auf Partys trinken werde, aber es nur nicht so übertreiben werde.

Wir bleiben vor einer großen Tür stehen, wahrscheinlich Erics Wohnungstür. Er steckt einen Schlüssel ins Schloss und dreht diesen um. Als die Tür aufgeht zieht er mich mit rein und ich stehe in einer modernen Wohnung, die so gut wie nur in schwarz eingerichtet ist. Hier und dort sind auch weiße Möbel oder Dekorationen. Sofort, wenn man reinkommt steht man im Wohnzimmer und rechts ist eine offene Küche. Doch in der kann ich mir Eric nicht gerade vorstellen. Außerdem gibt es ja dreimal am Tag was zu Essen im Speisesaal. Links ist eine Treppe nach oben und etwas weiter rechts ganz hinten an der Wand ist eine weitere Tür. Es ist echt schön hier. Viel ordentlicher, als gedacht. Ich werde aus meinem Staunen rausgeholt, als Eric die Tür schließt. Er steht neben mir und legt seine Hand an meinen Rücken. ,,Wenn du willst kannst du noch duschen gehen, ich leg dir dann Sachen vor die Tür. Oben ist das Schlafzimmer, wenn du willst, kann ich auf der Couch schlafen..." Ich lächel ihn an und laufe dann zum Bad. Bevor ich die Tür wieder schließe drehe ich mich nochmal um. Eric sitzt bereits auf der Couch und hat Musik angemacht. ,, Eric?" Sein Kopf schnellt in meine Richtung. ,, Danke", sage ich und schließe dann die Tür.

Sein Bad ist unglaublich schön. Es ist auch in schwarz-weiß eingerichtet. Eine große Badewanne steht vor einem riesig großem Fenster. Eigentlich geht es fast über die komplette Wand, doch zum Glück gibt es Vorhänge, dann fühl ich mich nicht son entblößt und beobachtet. In der Ecke steht noch eine Dusche. Es wäre bestimmt total entspannend sich in die Badewanne zu legen, doch das Risiko einzuschlafen ist zu hoch. Also beschließe ich lieber duschen zu gehen. Ich lege mein Kleid auf ein Regal und hänge noch ein Handtuch über die Duschwand. Seit langem kann ich beruhigt duschen, ohne das Gefühl, zich Blick auf meinem Körper zu spüren. Langsam kann ich spüren, wie der Alkohol schwindet und meine Kopfschmerzen heftiger werden. So, wie es aussieht, bin ich ein Weichei, denn ich vertrage anscheinend echt nicht viel. Doch meine Trinkfestigkeot ist gerade mein kleineres Problem. Meine Freunde wissen nicht wo ich bin und malen sich wahrscheinlich die schlimmsten Szenarios aus. Früher gab es Geräte, mit denen man Nachrichten verschicken konnte. Sowas könnte ich jetzt gebrauchen. Aber die Amite waren der Meinung, dass sowas nur Unruhe bringen würde, da damals nicht nur nette Nachrichten verschickt wurden. Naja, was soll man machen....

Fertig geduscht trockne ich meinen Körper ab und wickel mir das Handtuch um den Körper. Bevor ich nachschaue, ob Eric mir wirklich Sachen rausgelegt hat, laufe ich zum Spiegel und wische über den beschlagenen Spiegel. Ich erschrecke etwas, da mir das Spiegelbild keine glückliche Frau zeigt. Mein Make- Up ist durch das Wasser verschmiert und meine Augen sind rot. Sehr attraktiv. Ich will gar nicht wissen, wie ich vorm Duschen ausgesehen habe. Wahrscheinlich noch schlimmer als jetzt, wegen meinen Haaren. Die standen bestimmt in alle Richtungen ab und lecker nach Rosen gerochen habe ich wahrscheinlich nicht. Und so was, wie mich hat Eric geküsst. Das muss ihn echt Überwindung gekostet haben. Auch mein Verhalten. Oh gott, im Nachhinein ist mir das so unendlich peinlich. Vor allem das mit dem Tanzen.
Nachdem ich auch mal fertig bin, nur schlecht über mich zu reden, gehe ich zur Tür. Diese öffne ich einen Spalt und schnappe mir die gefalteten Sachen vom Boden. Dann schließe ich wieder die Tür und betrachte die Sachen. Nichts weltbewegendes. Ein etwas zu großes T-shirt und keine Hose. Super. Das hat der doch geplant! Ich schnappe mir noch meine Unterwäsche von der Heizung und ziehe diese und das T-shirt an. Natürlich ist es etwas zu groß. Ich meine, ich gehe Eric mal gerade bis zur Schulter.
Ich nehme mir noch den Föhn aus einem Regal und fange an meine Haare zu trocknen.

Umgezogen und mit trockenen Haaren, laufe ich aus dem Bad. Eric sitzt nicht mehr auf der Couch, auch in der Küche ist er nicht. Wahrscheinlich ist er oben. Also beschließe ich mich, nach oben zu gehen und nachzugucken. Und, wie erwartet steht Eric im Schlafzimmer. Vor dem Kleiderschrank. Oberkörper frei. Nur in einer Jogginghose. Verdammt, selbst sein Rücken ist attraktiv. Ok, das klingt komisch.
Ich räuspere mich einmal und sofort dreht sich Eric erschrocken um. Er mustert meinen Körper, was mir etwas peinlich ist. Ich hasse es, wenn das Leute bei mir machen. ,, Du solltest ab sofort immer meine Sachen tragen. Du siehst heiß aus." Er grinst mich dreckig an. Idiot. Sofort werfe ich mein Kleid nach ihm. Jedoch sind seine Reflexe so gut, dass er es gekonnt fängt. ,, Arschloch!", brumme ich und setze mich auf die Bettkante. Er sieht mich belustigt an und wirft das Kleid über eine Stuhllehne. ,, Redet man so mit dem Anführer?"
,, Diese Nummer, kannst du dir sowas von abschmieren! Die zieht bei mir nicht." Stimmt ja auch. Das war ja nur Spaß, aber es gibt oft Momente, in denen er das ernst meint. Vor allem bei den Initianten zieht er diese Masche ab.

Auch wenn es kaum zu glauben ist, sehe ich erst jetzt auf seinen Oberkörper. Ich bin ziemlich überrascht, dass es mir jetzt erst auffällt, aber WOW! Ich wusste zwar schon vorher, dass er muskulös ist, aber mal mehr, als seine Oberarme zu sehen, hätte ich nicht gedacht. Ich starrt genau auf seinen Oberkörper. Etwas zu auffällig. ,, Du kannst deinen Mund wieder schließen, ich weiß ,dass ich unwiderstehlich bin.", protzt er und stellt sich genau vor mich hin. Einegbildetes Arschloch! Etwas peinlich berührt setze ich mich im Schneidersitz in die Mitte des Bettes. ,, Ich habe nicht gestarrt!", versuche ich mich zu rechtfertigen. Eric schmunzelt und setzt sich dann ebenfalls aufs Bett. Er schaut mich einfach nur an, ohne was zu sagen. ,,Ich kann wie gesagt auf der Couch schlafen." ,, Es ist schon ok.", gebe ich von mir. ,, Wie viel Uhr haben wir?" ,, Ein Uhr. Du solltest schlafen, morgen fängt die zweite Phase an.", erklärt Eric und streichelt mir über meinen Arm. Ich finds zwar süß, dass er so nett zu mir ist, aber es ist schon irgendwie gruselig. Immerhin ist er Mr.SchlechteLaune höchst persönlich. Aber wie gesagt, es ist trotzdem süß. ,, Hast du noch Kopfschmerzen?“ ,, Es geht, aber mir ist auch ein wenig schlecht. Ich glaub,ich brauch einfach Schlaf.“, erkläre ich und fahre durch meine Haare. ,, Kotz mir bloß nicht ins Bett!“, scherzt Eric, doch ich weiß, dass es eigentlich sein voller Ernst ist.

Mittlerweile liegen wir im Bett. Das Licht ist aus und ich liege mit dem Rücken zu Eric. Ich will mich nicht mit dem Gesicht zu ihm drehen. Da hab ich das Gefühl beobachtet zu werden und dieses Gefühl ist natürlich komisch. Und so kann ich auch mein total breites Grinsen verbergen, welches noch breiter wird, als Eric seinen Arm um mich legt. Bestimmt schläft er schon, denn sein Schnarchen ist unhörbar. Eric ist zwar total süß, seit er mich im Flur gefunden hat, was irgendwie auch komisch ist, aber gerade könnte ich ihn köpfen. Ich hasse es, wenn Menschen schnarchen. Peter hat das auch schon oft getan und selbst mein Kissen auf seinem Gesicht, hat ihn nicht zum Schweigen gebracht.

Da ich mir ziemlich sicher bin, versuche ich mich doch umzudrehen, was nicht auf Anhieb klappt, denn Erics Arm ist ziemlich schwer. Trotzdem schaffe ich es und sehe in Erics schlafendes Gesicht. Nur weil ich nicht im Schlaf beobachtet werden möchte, heißt das nicht, dass ich das nicht bei anderen machen darf. Wenn Eric schläft sieht er so glücklich, vollkommen aus. So süß. Er lächelt im Schlaf.

Auch wenn ich total glücklich bin, habe ich meine Zweifel und habe Angst. Zweifel, weil ich nicht weiß, ob Eric das hier auch so auffasst, wie ich und Angst, dass er mich verletzen könnten. Er ist zwar gerade total süß zu mir, aber trotzdem muss ich immer noch vorsichtig sein...

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Hey, ich wollte mich an dieser Stelle für die vielen Votes bedanken!❤ Das bedeutet mir echt viel! Auch Danke an gwenny_sheperd für die ich ein neues Cover machen durfte und die meine Geschichte weiter empfohlen hat!❤

Was ich auch noch loswerden will ist, dass ich gerade eine leichte Schreibblockade habe. Trotzdem versuche ich die Kapitel weiter zuschreiben, für euch.❤

Lg Antonia

shattered souls// Eric FF//Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt