ungewollte Begegnung

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Das erste mal seit Wochen wache ich mal sanft auf und nicht noch mitten in der Nacht.
Jedoch habe ich trotzdem schlecht geschlafen. Ich hatte wieder einen komischen Traum bei den Amite.
Ich stand auf einem brennenden Feld und konnte nicht entkommen...

Ich liege in meinem Bett und starre einfach nur die Decke an.
Auch wenn ich länger als sonst geschlafen habe ist es immer noch so früh, dass die meisten noch am schlafen sind. Unter ihnen auch Helen, Kyra und Ely.

Ich sah zur Uhr.
8:06 Uhr.
Ok, so viel länger geschlafen hab ich jetzt nicht. Aber besser, als halb sieben oder punkt sechs Uhr.
Wir Initianten müssen ja schon früh aufstehen, aber wie früh müssen denn dann Eric und Four aufstehen. Wahrscheinlich gehen die überhaupt gar nicht schlafen.
Hoffentlich kann ich nach der Initiation noch länger schlafen, als eine Stunde mehr.

Da ich keinen Bock habe noch länger zu warten bis die lieben Damen mal aufwachen, beschließe ich mich alleine zum Frühstück zu begeben. Also schlage ich meine Bettdecke zur Seite und stehe relativ schwungvoll auf.
Schlechte Idee. Ganz schlechte Idee, denn mir wurde sofort schwarz vor Augen.
Ich hasse es, wenn das passiert. Nachdem ich mein Gleichgewicht auch mal wieder gefunden habe, nehme ich mir ein paar Klamotten und laufe zum Waschraum.

Erstmal kalt duschen gehen, um wach zu werden. Danach trockne ich meinen Körper ab und ziehe mir eine Leggings und einen Pulli an.
Meine Haare trockne ich ein wenig mit dem Handtuch und beschließe sie auch an der Luft trocknen zu lasse. Also binde ich sie mir zu einem Dutt und verlasse dann den Schlafsaal.

In den Gängen ist es immer noch sehr ruhig und nur ein paar funzelnde Lichter erhellen diesen.
Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl im Bauch.
Ich fühle mich verfolgt unf beobachtet.
Als ich an der Schlucht ankam sehe ich kurz zurück. Der Gang ist jedoch leer und still. Ich bin echt paranoid.

Ich seufze laut auf und stütze mich am Geländer ab. Ich starre hinunter ins leere Schwarz. Alles was man sieht ist, wie die Wände mit der Schwärze verschmelzen.
Ich hab gehört, dass manche Ferox sich schon einmal hier runter gestürzt haben. Schrecklich sowas.

,,Du willst doch nicht springen?", haucht eine Stimme.
Ich lasss einen kleinen Schreckensschrei von mir und drehe mich ruckartig um.
Eric.
Ist der dumm? Ich hätte übers Geländer fallen können, so sehr hab ich mich erschrocken.
,,Gott, Eric du hast mich zu Tode erschreckt", sagd ich und schlage ihm leicht gegen den Arm.
,, Sollte das etwa wehtun?" er grinst mich fieß an und kommt mir näher. Nicht nervös werden. Bloß nicht nervös werden.
Seine Hände legt er wieder auf meine Hüften und verfestigt seinen Griff.
Ich kann nicht anders, als mich panisch umzusehen.

Das wars wohl mit nicht nervös werden.

Er ist doch bescheuert. Wenn uns jemand sieht sind wir geliefert.
Oh gott, diese Augen sind einfach WOW! Es ist, wie schimmerndes Wasser. Und seine Arme sehen so muskulös aus.
Ok mein Verstand hat sich dann jetzt auch komplett verabschiedet.

Ist mir egal ob uns jemand sehen könnte, ich will gerade nichts anderes als ihn zu küssen.
Als könnte er meine Gedanken lesen, legt er eine Hand an meine Wange und zieht mich zu ihm.
Wir sind uns so nah, noch nicht einmal ein Blatt hätte zwischen uns passen können.
Ich kann seinen warmen Atem auf meinen Lippen spüren.
Plötzlich legt er seine Lippen auf meine und ich muss mir ein kleines Lächeln verkneifen.
Der Kuss wurde auf einmal  immer agressiver und fordender.

Plötzlich löst er sich von mir und fährt mit seinen Küssen meinen Hals entlang und übte leichten Druck aus. Meine Beine fühlen sich wie Wackelpudding an und ich habe jede Sekunde das Gefühl, ich könnte zusammenklappen.

Fast hätte ich vergessen, dass wir auf der Brücke stehen. Also löse ich mich schwer atmend von Eric und sehe ihm tief in die Augen.
Diese wunderschönen Augen, sie sind einfach perfekt.
Oh gott Rose hör endlich auf! Du musst seinem Chram wiederstehen, er nutzt dich nur aus! Oder vielleicht ist er wirklich interessiert, aber warum ist er manchmal dann so kalt mir gegenüber? Ich sollte echt aufhören so viele Gedanken an ihn zu verschwenden.

Etwas zögernd gehe ich einen Schritt zurück, sodass er seine Hände von meiner Hüfte löste. Ich atmete tief durch und sagte dann selbstbewusst: ,, Eric, ich weiss nicht was das soll, aber ich werde nicht eines deiner neuen Spielzeuge sein. Auf so ein Niveau lass ich mich nicht herab. Also, wenn du mich entschuldigst..."

Hallelujah, das war einfacher als gedacht und es tut einfach gut diese Worte mal gesagt zu haben.
Er steht jedoch einfach nur da, sieht mich an und sagt nichts.
Also gehe ich einfach an ihm vorbei und hatte das Gefühl, ich hätte gesehen wie er seine Hände zu Fäusten ballt und den Kiefer anspannt. Doch ich behalte meinen Stolz und gehe einfach weiter.

Der Frühtsückssaal ist leer, denn so früh haben immer nur die Intitianten gefrühtsückt. Jedenfalls hab ich noch nie vollwertige Ferox um sieben Uhr frühstücken gesehen.
Ich laufe zu den Tabletts und befüll es mir eines mit Essen.
Danach laufe ich an einen der Tische in der hintersten Ecke, welcher naja, nicht so auffällig ist. Ich hoffe einfach nur, dass ich alleine frühstücken kann, denn auf Gesellschaft habe ich gerade keinen Bock.
Vor allem nach dem Vorfall mit Eric.

Dieser Typ kommt einfach zu häufig in meinen Gedanken vor. Und jedesmal, wenn ich versuche ihn aus diesen zu vertreiben, denke ich erst Recht an ihn. Noch mehr fällt es mir schwer, da ich ihn jeden Tag sehen muss. Mir ist gerade der Appetit vergangen... Ich stelle das Tablett also weg und begebe mich wieder zu den Schlafräumen. Super... jetzt hat er mir auch noch mein erstes entspanntes Frühstück ruiniert.

In den Gängen bleibe ich ruckartig stehen, als ich eine mir sehr bekannte Stimme höre.
,, Wir starten damit, wenn die Initiation vorbei ist. Wir liefern alles weitere in der nächsten Woche."
War das gerade... meine Mutter?! Bitte nicht, bitte nicht! Nein, nein, nein! Meine Vermutung bestätigt sich jedoch, als ich um die Ecke laufe und sie dort stehen sehe... mit Eric und Max.

Wie angewurzelt stehe ich einfach nur da und schaue die drei an.
Auch sie scheint relativ erschrocken, als sie mich sieht.
Ich krame all meinen Mut zusammen und laufe auf meine Mutter zu.
,, Du hier?", sage ich kalt und begutachte sie etwas genauer.
Sie setzt ebenfalls ein kleines Lächeln auf und kommt dann auf mich zu.
Ich weiß ganz genau, dass dieses Lächeln falsch ist, so wie alles andere an ihr auch.
,, Ist das deine Art, deine Mutter zu begrüßen, Rosalie?"
Ich vernehme ein leises Schmunzeln. Es kommt von Eric, den ich nur warnend ansehe.

Super! Mit dem Namen Rosalie, werde ich jetzt immer bei ihm gebranntmarkt sein.

,, Ich würde dich ja freundlicher empfangen, aber leider stehe ich nicht mehr unter deinem Beschuss. Das heißt so viel wie, dass ich dir gegenüber nicht mehr freundlich sein muss."
Der Zug ist abgefahren liebe Mutter, dein tolles Image wird nicht lange anhalten. Ich setze noch ein falsches Lächeln auf und sage dann noch zuckersüß: ,, Wenn du mich entschuldigst, ich habe noch besseres vor!"

Also gehe ich einfach weiter an ihr vorbei. Max düsteren Blick und Erics dummes Grinsen ignoriere ich einfach mal.

Warte... was hatte sie am Anfang gesagt? Wir starten damit, wenn die Intitiation vorbei ist. Und das mit der Lieferung, sie hat doch nicht? Oder doch? Wie hat sie das nur hinbekommen? Ich hatte doch alle Akten mit den Testergebnissen verbrannt... Scheiße. Vielleicht muss ich doch nochmal mit Eric reden...

Wieder im Schlafsaal angekommen, sind die anderen endlich mal wach.
,, Auch mal wach?", frage ich und lasse mich auf mein Bett fallen.
Peter sieht mich nur müde an und nickt.
Morgens sieht er einfach so süß aus, wenn seine Haare so zerzaust sind.
Allerdings verzieht er sein Gesicht als meinen Hals auffällig begutachtet.
,, Was ist das?" Ich greife mir schlagartig an meinen Hals und sofort schießt mir durch den Kopf, wad an der Schlucht passiert ist.

Ist dieser Kerl irre geworden? Ein Knutschfleck und das auch noch an der auffälligsten Stelle?!
Ok ganz ruhig, Rose. Nicht aufregen, bleib locker.
Ich versuche nicht auszurasten und antworte ganz locker: ,, Gar nichts." Super, das kommt auch überhaupt nicht auffällig, wenn ich das sage. Trottel.
Peter sieht mich etwas ungläubig an, doch zuckt dann mit den Schultern.

,, Rose, komm wir wollen gehen!", ruft Kyra von den Treppen aus. Ich verabschiede mich noch schnell von Peter und gehen dann zu Kyra und den anderen.

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shattered souls// Eric FF//Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt