,, Nein Kyra, das ist kann nicht sein... das darf nicht sein! Ich bin doch gerade mal sechzehn!", sage ich und laufe panisch hin und her. Schwanger, und das mit sechzehn! Ich glaube ich kipp gleich um. ,, Es steht ja nicht hundertprozentig fest. Es ist nur eine Vermutung.", erklärt Kyra, doch so richtig beruhigt bin ich nicht. Wie kann man auch bei sowas ruhig bleiben, selbst wenn es nur eine Vermutung ist, jeder würde so reagieren. Ich setze mich auf meine Bettkante und stütze meinen Kopf auf meinen Händen ab. Bitte lass es nur ein Traum sein, wie soll ich das denn den anderen erklären und Oh gott... Mein Kopf schießt nach oben. ,, Wie soll ich das Eric sagen?!", krächze ich. Wenn es wirklich so ist und Eric davon erfährt wird er mich bestimmt links liegen lassen. Eine Initiantin, die schwanger ist, von einem Anführer. Da werden wir beide Fraktionslos. Gott, was passiert wenn meine Mutter es heraus findet? Sie wird mich lünchen oder mich irgendwo einsperren, um ihren Ruf zu schützen. ,, Verdammt! Was soll ich denn jetzt machen?!" In meinen Augen sammeln sich Tränen und ich lasse meinen Kopf wieder in meine Hände fallen. Warum muss das ausgerechnet mir passieren, ausgerechnet jetzt? Ich zucke zusammen, als Kyra ihren Arm um mich legt und mit ihrer Hand über meinen Rücken streichelt. ,, Du kriegst das schon hin, du bist stark! Ich steh dir bei und die anderen mit Sicherheit auch. Bei Eric bin ich mir zwar nicht sicher, aber wenn du seine Reaktion siehst, dann..." Schnell löse ich mich von ihr. ,, Nein. Er wird es erstmal erst gar nicht erfahren." Ich schaue einfach gerade aus und trotzdem kann ich Kyras erschrockenen Blick sehen. So lange ich es nicht zu Hundert Prozent weiß, wird Kyra die einzige sein, die davon weiß. Ich muss es wissen und zwar so schnell wie möglich!
Es ist ein neuer Tag angebrochen. Den anderen haben wir unsere VERMUTUNG verschwiegen und gesagt, ich hätte mir nur den Magen verdorben. Es ist besser so. Kyra und ich haben beschlossen heraus zu finden, ob unsere Vermutungen stimmen und sind deshalb sofort nach unserem Training zur Krankenstation gegangen. Eric habe ich zum Glück vermeiden können.
Ich sitze auf einem Stuhl auf der Krankenstation und wippe vor Nervosität die ganze Zeit mit meinem Bein. Kyra sitzt neben mir und kaut auf ihren Nägeln herum. Wir warten auf die Krankenschwester, die mir sagt, ob sich mein Leben wieder einmal verändern wird oder nicht. Ich weiss nicht, wie ich reagieren werde, wenn das Ergebnis positiv ist. Immerhin bin ich erst sechzehn und habe noch nicht einmal meine Initiation beendet. Ich hab noch mein ganzes Leben vor mir und wollte eigentlich nicht so früh Mutter werden. Ich bin zwar keine Schutzbefohlene mehr, sondern ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft und somit ,,Bolljährig" oder ,,mündig", doch trotzdem ist es ziemlich unüblich so früh Mutter zu werden. Wir werden aus unserer Trance gerissen, als sich eine Türe öffnet, doch es ist nur ein verletzter Patient, der zu einem Bett getragen wird. Ich atme schwer aus und kralle meine Finger in die Stuhllehne, woraufhin Kyra ihre Hand auf meine Schulter legt. ,, Keine Sorge, ich bin für dich da... " Keine Sorge. Egal, was sie oder jemand anderes jetzt sagen würde, nichts würde mir diese Sorge nehmen. Ich schaue zu ihr und lächel sie schwach an. ,, Danke, Kyra. Ich weiss das zu schätzen. Doch, wenn das Ergebnis negativ ist, wird niemand davon erfahren, dass du und ich diese Vermutung hatten, ok?", sage ich ernst, weshalb sie verständnisvoll nickt. Wir wenden unsere Blicke wieder nach gerade aus und starren in die Leere. Diese Krankenschwestern quälen mich, mich so lange warten zu lassen!
Plötzlich wird wieder die Tür aufgerissen und diesmal ist es eine Krankenschwester, die vor uns stehen bleibt. Ruckartig stehe ich auf und sehe sie unsicher an. ,, Und... was ist rausgekommen?", frage ich. Kyra hakt sich bei mir ein und wartet ebenfalls auf die Antwort, der Krankenschwester. Zu erst habe ich etwas Hoffnung, als sie mich traurig ansieht, doch als sie ihre Miene ruckartig ändert und mich anlächelt, schwindet diese sofort. ,, Herzlichen Glückwunsch, ihr Test verlief positiv." Diese Worte bringen mich gänzlich zum Zusammenbruch. Ich falle auf den Stuhl und blende alles aus, was um mich herum passiert. Es verläuft alles, wie in Zeitlupe. Panik bricht in mir aus und es sammeln sich wieder Tränen in meinen Augen. Ich kriege nicht mit, was die Krankenschwester sagt oder was Kyra tut. Das einzige, was ich vernehme ist, dass die Krankenschwester sich noch verabschiedet und Kyra dann wieder anfängt gut auf mich einzureden. Mein Gesicht habe ich wieder in meinen Händen vergraben und versuche mich zu beruhigen, was nicht so gut klappt. Kyra streicht mir wieder beruhigend über den Rücken und hat mich näher an sich gezogen. ,, Rose, du schaffst das.", flüstert sie. ,, Eric wird mich hassen!", krächze ich und schlucke, bei dem Gedanken, wie er reagieren würde. Kyra hockt sich vor mich hin und nimmt meine Hände. ,, Hey, guck mich an!", befehlt sie mir und ich tue, was sie sagt. ,, Rose, du bist stark. Sehr stark! Du wirst das schaffen, mit oder ohne Eric, denn du hast so viele Leute, die dich unterstützen werden. Peter, Jai, Helen, Ely und ich! Du wirst nicht alleine sein, dafür werde ich sorgen. Und wenn Eric dich wirklich lieben würde, würde er es auch akzeptieren.", sagt sie ruhig und streicht über meinen Handrücken. ,, Kyra, ich verdiene dich nicht!" Wegen meiner Aussage muss Kyra schmunzeln. ,, Warum das denn?" Sie ist so nett zu mir, die ganze Zeit und ich verschweige ihr und den anderen, was die Ferox nach Initiation vorhaben. ,, Du musst mir versprechen es niemandem zu sagen...", ich mache eine kurze Pause und warte auf eine Antwort. Kyra nickt, weshalb ich fortfahre. ,, Die Ferox haben etwas vor, was nicht nur unser Leben bei den Ferox sondern auch das Fraktionssystem und den vermeintlichen Frieden ändern wird." Eigentlich wollte ich weiter reden, doch ich habe das Gefühl, dass Kyra mir gar nicht zuhört. Während ich erzählt habe, hat sie sich die ganze Zeit umgeguckt. Ich wedel mit der Hand vor ihrem Gesicht, sodass ihre Aufmerksamkeit wieder auf mir liegt. Sie seufzt und setzt sich wieder neben mich auf den Stuhl. ,,Hast du mir überhaupt zugehört? Die Ferox und die Ken wollen..." ,, Ich weiß.", unterbricht mich. Warte was? Was weiß sie? Das die Ferox und Ken etwas schreckliches vorhaben oder die genaueren Details? ,, Ich weiß, was die Ferox und Ken vorhaben, schon seit einer Woche oder so." ,, Von wem?" ,, Four." Wusste ich doch das was läuft. Ich meine warum sollte er es ihr sonst sagen. Er hat es ihr bestimmt nicht einfach so nebenbei erzählt. Ich habe zwar öfters bei Eric gepennt, aber wenn ich bei den Initianten geschlafen habe, war ihr Bett auch oft leer.
,, Guck mich nicht so an!", faucht sie, weshalb ich meinen Pedo Blick fallen lasse und ich sie wieder ernst angucke, so wie sie mich auch anguckt. ,, Weißt du was genaueres?", fragt sie mich. Gut Rose, krame in deinen Erinnerungen rum, an was kannst du dich noch erinnern. Puh, da gibt es vieles, was es zu erzählen gibt, doch ich glaube, dass sie das meiste nicht verstehen wird. Klingt fies, aber als nicht gebürtige Ken, wird man manche Begriffe einfach nicht verstehen. ,, Es ist glaube ich ein kognitiver Transmitter und wird injiziert, wie ein Serum... wenn ich mich recht erinnere, soll es einen empfänglicher für Befehle machen. Für dieses Serum wurde ich von der Schule genommen und musste daran mitarbeiten... bis ich die Unterlagen und alles andere verbrannt habe." ,, Wow, Jeanine war bestimmt sehr erfreut darüber.", sagt sie in einem sarkastischen Ton, weshalb wir beide anfangen zu lachen. ,, Nein, eigentlich hat sie eine Cocktail Party geschmissen.", antworte ich sarkastisch, woraufhin Kyra anfängt noch mehr zu lachen. ,, Sowas habt ihr bei den Ken gemacht?" ,, Und Dinnerpartys, doch ich durfte nie zu irgendetwas." Unser Gelächter verstummt immer mehr und mehr, bis wir nur noch da sitzen und uns anschweigen.
,, Was wirst du jetzt machen? Wegen der... Schwangerschaft? Dem Baby?", fragt Kyra und bricht somit die Stille. Das ist eine gute Frage, auf die ich noch keine sichere Antwort habe. ,, Ich weiß es nicht... ich habe Angst, wie Eric reagieren wird und welche Auswirkung das auf unsere Beziehung hat. Nicht nur ich bin noch nicht bereit für ein Kind..." Und genau in dem Moment, denke ich einen Schatten gesehen zu haben und ein paar Sekunden später sind Schritte zu hören, die immer leiser wurden. Kyra und ich sehen uns panisch an. Wir wurden belauscht...
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shattered souls// Eric FF//
FanficNach jahrelangem Krieg, überlebte nur eine winzige Anzahl an Menschen in der Stadt Chicago. Sie beschlossen die Stadt in fünf Kategorien, auch Fraktionen genannt, einzuteilen: Ken, die Gelehrten Amite, die Friedfertigen Altruan, die Selbstlosen Cand...
