sixty føur

237 16 12
                                        

"Josh hilfst du mir bitte die Kisten in den Lagerraum zu bringen?", bittet mich Mr. Thomson und ich eile sofort zu ihm.
"Sag mal Josh", hattest du eine Schlägerei?"

"Sowas in der Art", erkläre ich und trage die Kisten in den Lagerraum.

"Schade um die Platten...", seufzt er leicht traurig.

"Wieso?", frage ich ihn und nehme ihm die Kiste ab.

"Weil wir sie leider wegschmeisssn müssen.."

"Was?! Das sind zwei Kisten mit mega guten Platten! Wieso?", hacke ich nach.

"Weil sie seit Jahren niemand kauft. Möchtest du sie haben?"

"Liebend gerne!", füge ich ihn zu und grinse über beide Ohren.

Den Rest des Tages verbringe ich mit dem Sortieren der Platten. Es ist nun 18.00 Uhr, der Plattenladen müsste jetzt geschlossen sein, aber ich habe einen Zweitschlüssel bekommen und darf noch am Schlagzeug spielen. Ich hab dieses Teil so vermisst. Dort kann ich all meine Wut auslassen und mich auspowern. Meine Gedanken kann ich durch das spielen auch besser ordnen. Am liebsten würde ich die ganze Zeit am Schlagzeug sein.

Stunden vergehen und es ist schon knapp Mitternacht. Schnell sperre ich den Laden zu und fahre mit einem Taxi nachhause, wie gestern. Ich betrate das Haus und er nutzt die Ketten, wie gestern, nur dass er von Tag zu Tag fester zuschlägt. Er hebt mich am Kragen hoch und schlägt in mein Gesicht. Immer wieder. Immer fester.

Ich liege wieder in meinem Zimmer am Boden und krümme mich vor Schmerz zusammen. Wieder will ich mit meinem Leben spielen. Wieder schaffe ich es nicht. Wutentbrannt schlage ich mit der Faust gegen den Spiegel sodass er zerspringt. Die Tür knallt auf und Er kommt herein. Ohne seine Sekunde zu warten knalllt seine Hand auf meine Wange. Diese Wucht lässt mich zurück fallen. Alles was ich jetzt noch höre ist "Du verlässt dieses Haus nie wieder! Du wirst uns alles töten" Ich werde uns alle töten? Ich könnte uns alles töten. Ich werde uns alle töten. Langsam lege ich mich auf den Boden kerzengerade hin und schlafe ein. Der Schlaf ist unruhig.

"Wach auf und hol uns Bier!", weckt mich eine Stimme schreiend. Uns? Schnell tapse ich runter und schaue ins Wohnzimmer. Zwei weitere Typen sitzen auf der Couch. Rasch renne ich in den Keller und hole drei Bier Flaschen. Ich bringe es ihnen.

"Und den darf man schlagen?", lacht einer und hebt mich am Kragen auf.

"Ja, den kannst du schlagen", ruft Er ihm zu. Sofort schlägt er zu. Der Mann lässt mich auf den Boden knallen und tritt gegen meinen Bauch. Wieder und immer wieder. Tag ein Tag aus. Heute ist Weihnachten. Mein letztes Weihnachten?

________________________________

Sein letztes Weihnachten?

Silence || JoshlerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt