Am Montag vor der Schule warte ich vor der Garage meiner werten Nachbarn, bis Lewis und McKayla das Haus verlassen.
„Morgen, Vee.", begrüßt das kleine Mädchen mich und schultert ihren Vans- Rucksack.
Als ich Lewis sehe muss ich erst an den letzten Montag denken, an dem er keinem der anderen erzählt hat, dass wir Nachbarn sind, aus welchem Grund auch immer und dann an den Schwimmunterricht in Jacobs Pool.
Wir waren uns sehr nah gewesen und ich habe mich wohl in seiner Gegenwart gefühlt, auch wenn ich Angst vor dem Wasser hatte.
Lewis öffnet das Garagentor und fährt kurz darauf mit dem Auto vor.
McKayla und ich steigen ein.
Der Blonde begrüßt mich mit einem bescheidenen Grinsen und dreht das Radio auf.
Schweigend fahren wir zur Schule und verabschieden uns dann von McKayla.
„Warum willst du nicht, dass die anderen wissen, dass wir Nachbarn sind?", platzt es auf dem Weg zum Eingang aus mir heraus.
„Das wollte ich damals nicht, weil sie nicht denken sollten dass irgendwas zwischen uns ist weil wir uns öfter sehen und so. Ramsey liegt viel an seinen Freunden und er will wissen wenn jemand ihm etwas vorenthält wie, dass er einen Brief mit einem Liebesgeständnis an jemanden geschrieben hat, die mittlerweile die Freundin von Samuel ist. Er würde mich nur noch mehr verdächtigen."
Verständnislos sehe ich ihn an. „Also hast du ihn geschrieben-" „Nein, Vee. Aber Ramsey glaubt es und jetzt ist die Situation noch angespannter, nachdem rausgekommen ist, dass Samuel und du aufeinander steht. Ramseys Kontrollwahn ist noch krasser als Samuels."
Genervt verdrehe ich die Augen und sehe zu Ramsey, auf den wir mittlerweile zugehen.
Lewis' Erklärung macht schon Sinn und es überrascht mich, dass er so ehrlich ist.
„Warum willst du nicht vermutet werden?", frage ich etwas leiser, werde dann aber von Jacobs Hi unterbrochen.
„Weil ich es nicht war und keinen Streit anfangen will.", sagt Lewis, als würden wir nur ganz am Rande ein Gespräch führen, während ich Jacob zur Begrüßung kurz umarme und Ramsey ein Lächeln zuwerfe, der es nur halbherzig erwidert.
„Was warst du nicht?", fragt Ramsey dann interessiert an Lewis gewandt.
„Ich hab den Brief nicht geschrieben."
Lewis sieht zu mir herüber und ich halte Ausschau nach meinem Freund.
-Ich meine Fake- Freund.
In der Menge der Schüler taucht erst ein roter Schopf auf und dann ein brauner mit verstrubbelten Haaren.
Lorys Haar würde ich von überall wieder erkennen.
Ihre langen, welligen hellroten Haare passen einfach perfekt zu ihr.
Samuel und sie bahnen sich einen Weg durch die Menge und sobald Lory mich entdeckt setzt sie ein breites Lächeln auf. Meinem Fake- Freund huscht ein mattes Lächeln über das Gesicht und die beiden kommen auf uns zu.
„Hey, Vee. Wir haben ja Gestern nicht mehr richtig gesprochen. Hast du gut geschlafen?", fragt Lory leise, als wir uns umarmen.
„Ist das eine Anspielung? -Und ja, habe ich. Allein. Auf meiner Bettseite.", flüstere ich ihr zu und sie verdreht die Augen.
„Hey, Dunn.", Samuel schließt mich in seine muskulösen Arme und ich lege meinen Kopf an seine Brust, damit alle sehen wie süß wir sind- falls wir süß sind und nicht aussehen wie ein Jugendlicher und eine 6- jährige.
„Ihr seid süß.", erklingt die Stimme meines besten Freundes neben uns und ich löse mich von Samuel um Eugene in die Arme zu fallen.
„Eugene! Ich hab das Gefühl wir haben uns Jahre lang nicht mehr gesehen. Wie geht's dir? Läuft alles mit Isaac?"
Eugenes Lächeln zerbröckelt mit der Erwähnung seines Freundes.
„Mir geht's gut und das mit Isaac muss ich nich klären.", seufzt er und ich lege ihm eine Hand auf die Schulter.
„Du weißt, dass wenn du wen zum reden brauchst-" „Ja, Vee. Aber nicht jetzt und nicht hier."
„Wir haben Bio, Vee. Lass uns gehen.", Lewis lächelt unsicher und ich nicke. Ich bin kurz davor ihm zu folgen, als Samuel mich zurückhält.
Er kommt mit seinem Kopf meinem sehr nah, aber bevor sich unsere Nasenspitzen berühren schwenkt er zur Seite um mir etwas ins Ohr zu flüstern.
„Wir müssen reden. Ich ruf' dich an, Vee."
Ich nicke und gehe dann einen Schritt zurück um mich selbst zu beruhigen. Die plötzliche Nähe zu dem braunhaarigen Jungen macht mich nervös.
Da fällt mir auf, dass Samuel mir immer einen anderen Namen gibt. Anfangs und vor den anderen war es „Ballkönigin", dann „Dunn" und jetzt hat er mich „Vee" genannt.
Es klingt jetzt vielleicht dumm, aber hat das irgendetwas zu bedeute-
„Vee! Biologie! Jetzt!", Lewis zerrt an meinem Arm und ich merke, dass ich die letzten Sekunden einfach nur dagestanden und ins Leere gestarrt habe.
Samuel vor mir grinst mich spitzbübisch an und dreht sich um, um zu den Geschichts- Räumen zu verschwinden.
„Sorry.", entschuldige ich mich bei Lewis, der nur lächelnd mit den Schultern zuckt.
„Du schienst ja recht beeindruckt von dem gewesen zu sein, was dir Samuel ins Ohr geflüstert hat."
Ich ignoriere seinen fragenden Seitenblick und zucke die Schultern.
„Es war nichts wichtiges... Wieso eigentlich? Interessiert es dich?", bist du eifersüchtig, setze ich in Gedanken noch dahinter, aber Lewis lacht nur und antwortet: „Nein. Ich war nur überrascht, dass du ganz kurz so komplett weg warst."
Wir betreten den Bio- Raum und setzen uns auf unsere Plätze.
Phoebe, die nur zwei Plätze weiter sitzt, begrüßt mich mit einem herzlichen Lächeln.
Ihre braune Haut und ihre dunklen Haare passen perfekt zum Spätsommer und generell kann sie tragen was sie will- egal welche Farbe, welches Muster oder welches Kleidungsstück, es sieht aus wie für sie gemacht.
Etwas neidisch packe ich meine Sachen aus meinem Kanken- Rucksack und Phoebe beugt sich vor Channing Norrington hervor, der zwischen uns sitzt.
„Hey, alles gut?", fragt sie und ich nicke. „Ja, bei dir?" „Auch."
Während der Bio- stunde reden wir nicht viel aber danach gehen wir zusammen über den Schulhof.
„Du siehst toll aus in dem Crew- Neck shirt, Vee.", meint Phoebe, um ein Gespräch vom Zaun zu brechen.
„Danke, aber was sagt du denn schon? Du kannst alles tragen und siehst gut aus- selbst gelb."
Phoebe lacht und zuckt mit den Schultern. „Ich wurde eben perfekt geboren.", sagt sie mit sarkastischem Unterton und wirft ihre Braids über ihre Schultern.
„Wie läuft es mit den Vorbereitungen für den Ball am Samstag?"
„Gut. Das neue Zwischenergebnis ist draußen. Du und Samuel, ihr macht beide den ersten Platz. Das ist perfekt."
Überrascht und irgendwie auch glücklich ziehe ich die Augenbrauen hoch. „Wirklich?" „Ja, ihr seid das beste Königspaar seid Jahren, wetten?", Phoebes Handy klingelt und sie geht ran.
„Ja... Luftballons? Wieso das denn?... Heilige Mutter Maria, ja von mir aus... Mach es einfach. Wird schon hinhauen.", dann legt sie auf.
„Ich muss unbedingt zu den Vorbereitungen. Die fabrizieren das reinste Chaos.", sie umarmt mich zum Abschied und läuft in Richtung Sekretariat um sich abzumelden.
„Hey, Babe.", sagt plötzlich eine Stimme hinter mir. Samuel legt mir einen Arm um die Schultern und ich lächle ihn an.
„Babe?!" „Ja, keine Ahnung- wie soll ich dich denn nennen? Honey? Schatzi?"
Wir bekommen gleichzeitig einen Lachanfall und ich schüttele den Kopf.
„Ist schon okay so."
„Wir treffen uns Heute nach der Schule, ja? Ich wollte ja reden." „Ich auch.", sage ich.
Tatsächlich will ich wissen wie lange er es den anderen noch vorspielen will...
-1200 Wörter
Wird Lewis eifersüchtig? Habt ihr Theorien wer der Brief- Schreiber gewesen sein könnte und mit wem sie am Ende zusammen kommt, oder ob sie überhaupt mit jemandem zusammen kommt?
Immer schon stimmen und kommentieren.
I love u all
- A U X I L I M
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love letters
ChickLit!Ich hab diese Story mit 14 geschrieben- Neufassung auf meinem Profil! Eine Party, 13 Leute und ein Spiel, das darin besteht sich gegenseitig einen Brief zu schreiben. Als Vee einen an sie adressierten Brief am Tag nach der Party in ihrer Tasche fi...
