9. "Für eine Nacht reicht das."

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Niall's POV

Meine Lunge brannte höllisch, doch ich wollte nicht anhalten und eine kleine Pause machen um  Luft zu bekommen, daran dachte ich noch nicht einmal. Ich rannte, so wie Liam es mir befohlen hatte. Ich wusste nicht wie lange ich schon lief, aber lane würde ich es nicht mehr aushalten. Meine Füße taten bei jedem Auftritt auf der Fußsohle weh, ich schnappte nach Luft und mein Herz pochte ungesund schnell.

Die Schnittwunden an meinem Rücken waren wahrscheinlich schon wieder aufgegangen, denn eine warme Flüssigkeit kullerte in langsamen Abschnitten meinen Rücken hinunter. Die Leute, die ich begegnete, guckten mich doof an, doch es interessierte mich nicht. Immerhin war ich auf einer Flucht vor einem schwer Verbrecher.

Ich wusste auch gar nicht wo ich war. Mein Handy war immernoch bei Liam und Geld hatte ich nicht mit. Somit war ich wohl aufgeschmissen. Ich bog in einem abegelgenen Wald ab und verlangsamte meine Schritte bis ich nur noch ging. Ich hechelte nach Luft und meine Kleidung war durchgeschwitzt.

Zu meiner Erleichterung stand in einer Lichtung eine kleine Hütte und daneben war ein umgefallener Baum vorhanden wo ich mich draufsetzte. Ich war vollkommend aufgeschmissen. Daniel würde mich suchen, würde er Liam nicht schon haben. Meine Eltern würden mich erst am nächsten Tag suchen, wahrscheinlich wäre ich da schon erfroren oder von irgendwelchen Bären gefressen wurden.

Seufzend stützte ich meinen Kopf auf meine Hände, die sich auf meine Knien abstützten. Ich hätte dieses Angebot von Zayn niemals, aber auch wirklich niemals, annehmen sollen. Es war wahrscheinlich der größte Fehler, den ich machen konnte.

Meine Atmung ging wieder normal, meine Beine fühlten sich immernoch an wie Wackelpudding doch ich wollte nicht noch länger hier bleiben weshalb ich von den Baumstamm aufstand und in normalen, naja in etwas langserem, Schritt durch den Wald lief.

Unter meinen Füßen knackte es ab und zu und Grillen waren auch schon zu hören, die Luft wurde auch kälter und kleine Fliegen flogen durch die Gegend herum. Das war kein Gutes Zeichen.

Keine Minute später fing es an heftig zu regnen. Die schweren Regentropfen plächerten auf meinem Körper hinab. Meine Kleidung wurde durchnässt und ich wollte nur noch in einem Zimmer mit einer Tasse Tee und einer Decke, Liam sollte auch dabei sein. Verdammt, ich war ein Idiot. Ein ziemlich großer Idiot um genauer zu sein!

Über mir fing es an zu donnern, dabei zuckte ich zusammen. Ich hasste Gewitter. Ein Blitz erleuchte kurz vor meinen Augen, dann wurde es wieder dunkel und der Regen wurde stärker. Ich stand immernoch an der selben Stelle, ich wollte mich bewegen, doch ich wusste nicht in welcher Richtung ich her kam. Ich drehte mich um meine eigene Achse, doch ich war genauso wie vorher ratlos aus welcher Richtung ich noch mal gekommen war. Ich hätte an der Hütte bleiben sollen. Wahrscheinlich wäre Liam auch dort gewesen.

Auf meiner Haut bildete sich Gänsehaut und langsam fing ich an mit meinen Zähnen zu klappern. Ein lauter Donner schien direkt fünf Meter neben mir zu sein. Wenig später tauchte der Blitz auf. Der Regen schien nicht aufhören zu wollen und mir wurde immer kälter.

"Niall?" Meine Augen wurden größer und ich drehte mich nochmal um meine eigene Achse nur um zu sehen aus welcher Richtung die Stimme kam, doch ich fand niemanden in meinem Umkreis.

Es wurde nochmal gerufen und von mir wurde das nur von einem Niesen kommentiert. Bloß nicht krank werden. Es kam wieder ein Donner und dann direkt ein Blitz, der den Wald etwas aufleuchen ließ und ich eine dunkle Gestalt erkennen konnte. Diese Gestalt stand etwas schräg von mir. In der Hoffnung, dass es nicht Daniel sei bewegte ich mich zu der Richtung, wo die Gestalt stand.

"Verdammt, Niall. Was machst du im Regen?" Ich zuckte nur mit den Schultern, als ich die etwas größere Person vor mir erkennen konnte. Seine braunen Haare waren unter einer Kapuze versteckt, seine Kleidung war, genauso wie meine, durchnässt. Liam stürtzte sich auf mich und umarmte mich. Auch wenn ich etwas überrempelt wurde mit seine Geste umarmte ich ihn zurück. Sein Herzschlag beruhigte mich ein wenig.

Lies || Niam Horayne [AU]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt