FIFTY - TWO

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ᴘᴀɪɴ.

Aras Sicht.

,,Chanyeol", sage ich leise lachend, als ich seine Lippen an meinem Hals spüre und sein Griff um meine Taille sich verstärkt. Der Film endet gerade und es mittlerweile spät abends.

Ich höre ihn nur leise murren, ehe er seufzt und dann von mir ablässt.
Sein Blick hat etwas ziemlich intensives an sich und mich kostet es viel Überwindung, meine Arme nicht um ihn zu schlingen und meine Lippen gegen Seine zu pressen.

,,Wir haben noch gar nicht über die Universitäten geredet", versuche ich das Thema zu wechseln und merke sofort, wie sich Chanyeols sanfter Griff um meine Taille sich verkrampft.

,,Stimmt", sein Lächeln wirkt nun gezwungen und ich werde stutzig.

,,Ist was?", hake ich nach und Chanyeol schüttelt schlicht seinen Kopf.

,,Du kannst es mir sagen", sage ich leicht lächelnd und Chanyeol winkt nur ab. Er löst sich nun vollständig von mir und bleibt neben mir sitzen.
Sein Blick trifft meinen nicht und er schaut für einige Sekunden überall hin, aber nicht zu mir.

,,Auf welche Universität willst du denn gehen?", fragt mich Chanyeol dann viel zu ruhig und schaut wieder zu mir. Sein Gesicht ist neutral und ich ziehe meine Augenbrauen für den Bruchteil einer Sekunde zusammen.

Etwas stimmt doch nicht.

,,Um ehrlich zu sein weiß ich es noch nicht. Auf jeden Fall werde ich Englisch studieren— vielleicht wäre das was", antworte ich wahrheitsgemäß und mein Nachbar nickt langsam. ,,Und du?", frage ich langsam.

,,Ich habe noch keine Ahnung", kommt es zurück und ich hebe überrascht meine Augenbrauen.

,,Was sagen denn deine Eltern?", frage ich ihn und Chanyeol schweigt für eine Sekunde. Er wirkt mit einem Male so still und das verwirrt mich.

,,Sie..", er verstummt und atmet scharf aus. Mit einem Ruck steht er plötzlich auf und schaut mit einem leidenden Gesichtsausdruck zu mir runter. Meine Lippen sind leicht geöffnet, während Chanyeol seinen Kiefer anspannt.

,,Was ist los?", frage ich ihn direkt und stehe ebenfalls auf. Chanyeol lockert seinen Kiefer sofort und atmet fast schon erschöpft aus. Es wirkt so, als würde er gleich zusammenbrechen.

,,Chanyeol", ich sage seinen Namen mit so viel Nachdruck, wie ich kann.
Er soll endlich begreifen, dass er mit dem, was ihm belastet, rausrücken soll.

,,Ara, es tut mir leid und ich schwöre—", er verstummt, da er fast schon nach Luft schnappt. Meine Verwirrung wächst immer mehr, als ich sehe, dass seine Augen sich mit Tränen füllen.

,,Du schwörst, was?", frage ich ihn und trete einen Schritt näher an ihn heran. Meine Hände finden seine Arme, welche sich viel zu warm anfühlen.

,,Ich habe alles versucht", kommt es leise über seine Lippen. Ich öffne meinen Mund, um zu fragen was er meint, aber er unterbricht mich sofort.

,,Wir müssen uns trennen, Ara", fügt er hinzu und meine Augen weiten sich sofort. Ich lasse meine Arme langsam sinken und lasse mich benommen aufs Sofa fallen.
Ich blinzle verwirrt zu Chanyeol hoch und versuche das, was er mir gerade gesagt hat zu verarbeiten.

Zu meinen Gunsten zucke ich sofort zusammen, als Chanyeol sich vor mich hinkniet und meine Hände in seine nimmt. ,,Warum?", frage ich Chanyeol leise.

,,SM verbietet es mir eine Beziehung während der Ausbildung zu führen, Ara. Ich habe alles versucht, aber es hat nichts geklappt und..", er redet weiter, aber es dauert nicht lange bis ich abschalte. Es gibt nur eine Antwort auf eine Frage, die mich interessiert. Es ist eine der Momente, in der ich die Antwort weiß, aber von der Person persönlich hören will.

Ich weiß, dass mich die Antwort verletzen wird und verdammt, Ich weiß, dass es mir das Herz brechen wird.

,,Ara?", Chanyeols zögernde Stimme holt mich aus meinen trübseligen Gedanken und ich bringe es mit viel Mühe über mich, ihm vollends in die Augen zu blicken. Der erste Schritt danach ist, meine Hände von seinem sanften Griff zu lösen und erneut aufzustehen. Chanyeol wirkt etwas überrascht und steht ebenfalls auf.

Seine Augen ruhen immer noch auf mir und ich bewundere ihm teils dafür, dass er so viel Geduld hat.

,,Wie lange hast du dieses Geheimnis schon?", frage ich Chanyeol ruhig.

,,Ein paar Wochen."

Autsch.

,,Du vertraust mir echt nicht, oder?", frage ich ihn fassungslos, kann meine Tonlage jedoch flach halten.

,,Ich vertraue dir, Ara. Ich wollte dich nur nicht verletzen und—"

,,Vergiss es", unterbreche ich ihn kurzgebunden und Chanyeol verstummt sofort. Er wirkt ziemlich niedergeschlagen und fährt sich leise seufzend mit seiner Hand durch seine dunklen Haare.

,,Du bist ein verdammt guter Schauspieler", sage ich zu ihm und eine Art Erkenntnis huscht über sein Gesicht. Chanyeol öffnet seinen Mund, aber ich schüttele meinen Kopf, damit er schweigen soll.

,,Und ich kann dich verstehen, dass du es mir verschwiegen hast und ich kann verstehen, dass du deinen Traum verfolgst und die Beziehung mit mir beendest, aber", ich verstumme, als sich ein nervtötender Klos im meinem Hals bildet.

Ich räuspere mich und bin unendlich froh, dass meine Sicht nicht verschwommen ist.

,,Aber es tut weh, Chanyeol. Ich würde dir am liebsten sagen, dass du egoistisch bist, aber das, was du gerade hast, ist ein Dilemma und ich wünschte..du hättest mir viel früher davon erzählt. Wir hätten das zusammen durchstehen können", ich atme tief aus und blinzle schnell, damit die Tränen nicht fließen.

,,Ich verdiene dich nicht", höre ich ihn sagen und ich schüttele meinen Kopf.

,,Sag so etwas bitte nicht", erwidere ich und Chanyeol blickt noch ungläubiger.

,,Ich habe dich anfangs sooft verletzt, dich von mir gestoßen und mir ist bewusst, dass ich dir nicht guttue", sagt Chanyeol leise und ich schürze meine Lippen etwas.

,,Ara, ich werde das bereuen, dein Herz erneut gebrochen zu haben", fügt Chanyeol hinzu und ich lächle wehmütig. Chanyeol erwidert mein Lächeln nicht und schluckt langsam.

,,Ara?"

,,Hm?"

,,Ich liebe dich. Und das werde ich immer", seine Stimme ist so wackelig, dass ich ihn erstmal gar nicht verstehe.

Er liebt mich.


______

:)

SWEET | p.cy✔︎ Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt