TWENTY - NINE

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,,Ara?", ihr Kopf dreht sich sofort zu mir, als ich ihren Namen sage.
Wir befinden uns auf dem Dach der Schule und schauen beide zu Himmel rauf. Als Ara mich anblickt schaue ich vom Himmel zu ihr und lächle etwas.

,,Was ist denn?", fragt sie mich und ich kann raushören wie neugierig sie klingt.

,,Ich habe etwas vor", sage ich und merke, wie viel Überwindung es mich kostet.

,,Und damit meinst du?", hakt sie nach und tritt ein Schritt näher an mich heran. Ich lege meinen Kopf etwas schief und seufze, da das, was ich ihr sagen werde, sie sehr überraschen wird.

Es sind wieder viele Tage, wenn nicht, ein paar Wochen vergangen.
Mein Vertrag mit SM ist im vollen Gange und die Schule ist so wie immer.

Es ist eigentlich alles beim Alten.

Außer ein Gedanke.

,,Ich möchte in ein paar Monaten, an unserem Abschluss bekanntgeben, dass ich Sweet bin", kommt es von mir und Ara öffnet sofort ihren Mund, um etwas zu sagen, aber um ihn dann wieder zu schließen.

,,Was denn?", frage ich sie und lächle etwas. Ara schaut kurz weg und ich kann sehen, wie sehr sich drum ringt, etwas zu sagen. Aber es kommt nichts über ihre Lippen.

,,Hey, du—"

,,Wirklich?", kommt es dann leicht lächelnd von ihr. Sie sieht keineswegs enttäuscht aus, nein, ganz im Gegenteil, sie fängt jetzt sogar an zu Grinsen, als ich nicke.

,,Wurde auch mal langsam Zeit", kommt es neckend von ihr und ich lache etwas über ihre Bemerkung.

,,Bis zu unserem Abschluss sind es nur noch wenige Monate", gebe ich von mir und Aras Grinsen knickt etwas ein. Ich bemerke dies sofort— sie hat keine Chance mehr, von mir wegzuschauen. Fast schon besorgt ziehen sich meine Augenbrauen von alleine zusammen und aus völligem Reflex greife ich nach ihrer Hand, welche sich, nach all den Monaten immer noch so klein in Meiner anfühlt. Aber so geborgen, gleichzeitig.

,,Ara?", frage ich sie sanft und sie schaut zu mir hoch— zögernd.
Ich hebe fordernd meine Braue und sehe, wie sie leise durchatmet.

,,Ich werde das hier vermissen. Das ist alles", antwortet sie und drückt meine Hand etwas. Ich bin nicht ganz zufrieden mit ihrer Antwort, da mir mein Gefühl sagt, dass sie vorgehabt hat, etwas Anderes zu sagen.
Ich betrachte sie kurz von der Seite und habe vor, nochmal nachzuhaken, lasse es jedoch, da ich umgehend vermeiden möchte, dass wir eine hitzige Diskussion über etwas Unnötigem führen.

,,Ich auch", sage ich knapp und lächle milde. Ara blickt nochmals vollends zu mir, ehe sie einen Schritt näher an mich heran tritt und ihre Arme um mich schlingt, um sich noch an mich an zu lehnen. Wir schauen beide in die gleiche Richtung— in den Himmel. Ich denke an meine Zukunft, an meinen Traum, mit meiner Musik noch mehr Menschen zu erreichen und muss mir ein breites Grinsen verkneifen.

Als ich jedoch Ara seufzen höre, fallen alle meine Gedanken weg und ich erhasche einen Augenblick, indem ich zu ihr runterschaue und entdecke, dass sich ein Schatten auf ihr Gesicht breitgemacht hat. Sie wirkt besorgt und das genau verwirrt mich.

Hat sie etwas im Kopf, was sie mich so gerne fragen will, aber nicht kann?

Ich beschließe ihr Zeit zu lassen und sie nicht dazu zu zu drängen, mir etwas zu sagen oder zu fragen, wofür sie noch nicht bereit ist.

,,Hey, Ara?", beginne ich, um die bedrückende Stille zu brechen, welche sich wie reine Frost bis in mein Mark eingeschlichen hat.

,,Hm?", kommt es von ihr zurück und ich drücke sie automatisch noch ein bisschen näher an meine Brust.

,,Was hälst du von einem Duett?", frage ich sie, während ich weiterhin in den Himmel schaue. Ich spüre Aras überraschen Blick auf mir und muss mit Mühe einen Lacher unterdrücken, da ich aus dem Augenwinkel erkennen kann, wie weit sie ihren Mund geöffnet hat.

,,Bitte? Soll das ein Scherz sein?", kommt es von ihr und ich presse meine Lippen aufeinander, um nicht anzufangen loszuprusten.

,,Nein..es ist Keiner", ist alles, was ich über meine Lippen bringe und fange an, lauthals zu lachen.

Es tut verdammt gut. Außer der Schmerz, den ich sekundenspäter auf meiner Schulter spüre, da mich Ara regelrecht dort geboxt hat.

,,War das jetzt einer, oder nicht?", fragt mich Ara zähneknirschend, während ich mir grinsend die Schulter reibe.

,,Es war Keiner. Dein Gesicht war nur witzig, das ist alles", gebe ich von mir und spüre daraufhin sofort auf meiner anderen Schulter den altbekannten Schmerz von vor zwanzig Sekunden.

SWEET | p.cy✔︎ Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt