Ich glaube ich habe schon Jahre nicht mehr so gut und so fest geschlafen wie vergangene Nacht. Die Sonnenstrahlen kitzeln mich ganz leicht auf meinem Gesicht und ich strecke mich einmal richtig um dann aus dem Bett aufzustehen.
Langsam tappse ich ins Bad um meine Zähne zu putzen und meine Haare ein wenig in die richtige Lage zu bringen als mir ein fast vergessener Geruch in die Nase steigt. Meine Nüstern weiten sich und mein Magen fängt sofort an zu grummeln. Neugierig und Hungrig beschließe ich, nachzuschauen und als ich unten in der Küche ankomme, strahlt Morgan mich schon freundlich an.
„Na? Gut geschlafen?“, fragt er mich.
Ich nicke nur lächelnd und gehe langsam auf ihn zu.
„Was möchtest du?“, fragt er, „Wir haben Eier, Kaffee und selbstgemachtes Brot und Marmelade.“
Ich schaue Morgan nur ungläubig an und schüttele mit offenem Mund den Kopf als ich mich sagen höre,
„Alles!“
Er grinst amüsiert und bereitet mir einen ganzen Teller voll zu um sich dann mit mir zum Frühstück an den Esstisch zu setzen.
„Dankeschön.“, sage ich ihm.
„Maya, du wirst dich schon bald wie zuhause fühlen. Ich bin ja selbst noch nicht so lang hier aber weg möchte ich auch nicht mehr.“, erklärt er vorsichtig.
Ich nicke nur kurz und bereite meine Scheibe Brot zu um es mir endlich schmecken zu lassen.
„Du redest nicht sehr viel oder?“, fragt er nun.
„Ich bin vorsichtig.“, sage ich Schulter zuckend.
Morgan lacht und nickt nur.
„Was?“, frage ich, auf ihn konzentriert.
„Nichts aber es ist witzig, dass Daryl jemanden her bringt, der genauso ruhig ist.“, sagt er.
„Wie kommst du denn jetzt auf Daryl?“, frage ich verdutzt.
„Ich hab euch gestern gesehen. Oder besser gesagt eure glühenden Zigaretten und es ist ungewöhnlich gewesen da er dort jeden Abend allein sitzt.“, erzählt er mir.
„Aber warum? Er ist doch ein richtiges Mitglied eurer Gruppe oder?“, frage ich ihn.
„Ja natürlich. Er ist die rechte Hand von Rick aber eben auch ein Einzelgänger. Versteh mich nicht falsch, Daryl ist gut. Er hilft jedem wenn er kann aber er will keine Freunde und die einzige Person die er an sich heran lässt ist Carol.“, gibt er zu verstehen.
„Ach sie ist seine Frau?“, frage ich nach.
„Nein ich denke so würde ich das nicht sagen. Eher Freundin.“, sagt er.
In dem Moment wird die Haustür aufgestoßen und dort steht er auch schon mit der Armbrust über die Schultern gelegt.
„Kannst du nicht anklopfen?“, fragt Morgan ihn grinsend.
„Warum? Weil die Dame des Hauses frühstückt?,“ meckert Daryl zurück und ein Ruck durchfährt mich weil mir das irgendwie unangenehm ist.
„Richtiger Scherzkeks was?“, zicke ich zu ihm.
„Immer!“, sagt er nur und knallt die Armbrust auf den Küchentisch.
„Morgan, ich wollt raus, nen bisschen Jagen gehen. Bist du dabei?“, fragt Daryl nun.
„Ihr habt doch hier Essen.“, stelle ich fragend fest.
„Maya, das ist hauptsächlich um uns fit zu halten. Außerdem rosten wir dann an unseren Waffen nicht ein.“, erklärt mir Morgan.
Ich muss zugeben, dass er Recht hat und hätte ich ein paar gute Messer, würde ich auch wieder mit raus wollen. Leider kann ich andere Waffen nicht bedienen und wäre wohl gefundenes Fressen für die Biester da draußen.
„Was mit dir Prinzessin? Heute Küchendienst?“, zieht Daryl mich auf.
Ich gucke ihn böse an aber er lacht mich nur eiskalt aus.
„Möchtest du mitkommen?“, fragt mich Morgan nun und ohne zu überlegen stimme ich zu. Das liegt wohl daran, dass ich Daryl seinen Spruch heimzahlen möchte und wie ich sehe ist mir das gelungen denn sein, nun genervter, Gesichtsausdruck spricht Bände.
„Ich passe auf das Kücken hier nich auf.“, erklärt uns Daryl sofort.
„Ok. Dann zieh dich um Maya. In fünf Minuten am Tor.“, sagt Morgan und ich flitze los in das obere Stockwerk. Schnell ziehe ich Jogginghose und Top aus, steige in meine schwarze Jeans, ziehe das enge Tank top über, springe in meine Chucks und werfe mir meine Umhängetasche um. Meine langen Haare wehen hinter mir, als ich in einem Affenzahn aus dem Haus, nach vorn zu Tor renne.
Ich erkenne Daryl, der mit einer Kippe im Mund, nach hinten an seinem Bike lehnt und mich mit zusammen gekniffenen Augen mustert. Morgan grinst nur und bitte mich in den Wagen zu steigen.
Als wir abfahren frage ich Morgan,
„Fahrzeuge zum Jagen?“
„Wir haben eine Liste für Besorgungen bekommen und müssen diese heute nun abarbeiten. Welche Waffe hast du dabei?“, fragt er mich.
„Ehhhmmm….“, druckse ich herum.
„Ok, das bekommen wir schon hin. Bleib ruhig.“, sagt er mir.
Wir fahren schon etliche Minuten und die Luft im Wagen ist zum Scheiben schneiden. Wir haben jetzt am Morgen schon um die dreißig Grad und ich merke wie der Schweiß sich auf meiner Stirn sammelt. Ich lasse die Scheibe auf dem Beifahrersitz herunter und sofort lässt der Wind meine Haare heraus wedeln. Sie flattern über mein ganzes Gesicht und dieses Gefühl ist einfach herrlich.
Daryl taucht neben mir auf Höhe des Wagens auf und unsere Blicke treffen sich kurz. Dieser Blickkontakt lässt meinen Bauch kurz Purzelbäume schlagen aber ich bleibe ganz ruhig und beachte ihn nicht weiter was ihn Gas geben und uns überholen lässt.
Die Reaktion meines Körpers auf diesen Typen gefällt mir ganz und gar nicht, denn es macht mich unachtsam und vor allem unsicher. Das kann man sich in so einer Welt nicht leisten.
Ich schüttele den Kopf und Morgan grinst schon wieder vor sich hin ohne etwas zu sagen.
„Was ist wieder so witzig?“, frage ich.
„Du magst ihn.“, sagt er, ohne mich anzuschauen.
„Quatsch. Er geht mir einfach tierisch auf die Nerven mit seiner Arroganz.“, meckere ich.
„Außerdem ist er ein alter Sack.“, sage ich schroff.
„Na schönen Dank. Wenn Daryl mit vierunddreißig Jahren ein alter Sack ist, dann kann ich mich ja schon beerdigen lassen.“, witzelt Morgan.
Es vergeht eine ganze Stunde, als wir endlich einen kleinen Vorort erreichen und zum stehen kommen. Wir verlassen unseren Wagen und auch Daryl hält nun neben uns.
„Die Luft ist rein. Hab nur zwei Beißer sehen können.“, sagt Daryl nun.
Morgan nickt und zeigt auf die kleinen Läden vor uns.
„Die Apotheke zuerst.“, erklärt er und geht voran. Daryl wartet bis ich Morgan folge und schließt sich uns dann an.
Vorsichtig betreten wir den heruntergekommenen Laden, in dem die Regale umgestürzt sind und betrachten achtsam die Räumlichkeiten. Ich kann nebenan ein Röcheln hören und Daryl richtet die Armbrust auf um den Raum von dem Beißer zu befreien. Morgan drückt mir die Liste in die Hand und ich versuche alles abzuarbeiten, was ich finden kann. Aber auch andere Dinge tüte ich rasch ein, denn gebrauchen kann man heutzutage alles was man findet.
Der nächste Laden hat noch Konserven übrig die ich selbstverständlich alle mitgehen lassen. Ich bin so in meinem Besorgungen vertieft, dass ich nicht sofort bemerke, wie ein Beißer rechts neben mir aus einer kleinen Ecke stürmt. Er reißt mich sofort um und liegt auf mir. Mit Tritten und Schlägen versuche ich mich zu befreien aber er ist mir überlegen. Ich versuche irgendeine Möglichkeit zu finden um ihn mir vom Leib zu halten aber hier unten auf dem Boden ist nichts Brauchbares zu finden also denke ich nicht mehr lange nach und steche ihm meine beiden Zeigefinger in die Augen. Ich spüre wie sie durch totes und stinkendes Fleisch bohren um einen Weg in den Schädel zu finden. Die faulige Suppe aus Blut und Eiter läuft in mein Gesicht aber wirklich etwas ausrichten kann ich nicht. Meine Kraft neigt sich dem Ende zu als der Beißer plötzlich am Kragen von mir herunter gezogen wird. Ich brauche einen Moment und mir alles aus dem Gesicht zu wischen und zu realisieren, dass Daryl mir gerade wieder den Hintern rettet. Er hält den Beißer von hinten fest und schneidet ihm mit der anderen Hand den Schädel vom Hals bis er ihn schließlich ich die Ecke knallen lässt.
Er schaut kurz auf mich herunter, ich nicke ihm zu und er geht weiter. Ich komme rasch wieder auf die Beine und beginne unsere Ausbeute mit in den Wagen zu schaffen. Das plündern der anderen Läden geht ganz fix von der Hand und so befinden wir uns am Nachmittag auch schon wieder auf dem Weg zurück in die Stadt.
Als wir hinter dem Tor halten, kommen schon alle angerannt um beim Ausladen zu helfen. Eine junge Frau legt mir ihre Hand auf die Schulter und schaut mich besorgt an.
„Hallo Maya, ich bin Maggie. Ist alles in Ordnung mit dir?“
„Ja mir geht es gut. Es ist nicht mein eigenes Blut.“, sage ich ihr.
Sie nickt beruhigt in meine Richtung und ich helfe den anderen, damit wir schneller voran kommen.
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Die letzte Rose
RomanceIn einer Welt, welche überhäuft mit Gewalt und Tod ist,wo Blut an allen noch mit Leben gefüllten Händen klebt, gedeiht ganz langsam etwas Neues. Eine ganz kleine Rose, die einem fast verloren geglaubtem Herz aus Stein wieder Liebe einhaucht. Wenn e...
