Annie POV
Ich steckte mir nervös eine Haarsträhne hinters Ohr und blickte auf meinen Schoß, worin meine Hände lagen. "Ich sollte zurück zu Liam."
"Danke fürs Kommen, Annie.", bedankte sich Celine und die Mädchen winkten mir noch kurz zu bevor ich den Tisch verließ.
Ich hielt es hier nicht länger aus. Etwas nagte an meinem Inneren und zwang mich diesen Ort zu verlassen. Ich zog an dem Anzug von Liam, der noch ebend lachend mit seinen Freunden sprach. Er drehte sich sofort zu mir um und seine Mundwinkel zogen sich hoch als er meine müden Blicke sah. "Ich will Heim.", flüsterte ich in sein Ohr und zerrte ihn mit mir.
Seine Freunde lachten und gaben widerliche Kommentare ab, die ich nicht hören wollte. Ihre Blicke, ihr Dasein... Keins von allen wollte ich noch länger in meiner Nähe haben.
Selbst als ich im Auto saß ließ dieses lästige Gefühl nicht nach. Ich hatte endlich die Chance erlangt allein mit meinem Freund zu sein, dennoch wollte ich nichts anderes als eine Umarmung von Elias um mich von diesem elenden Gefühl zu befreien.
"Hey, was ist denn?", wollte Liam wissen; führte seine Hand behutsam über meine Schulter. Ich legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. "Ich kann nicht Nachhause gehen."
"Warum?"
"Die Schlüssel."
Liam startete das Auto und machte das Radio an. "Du hast Glück dass meine Mutter nicht da ist."
"Was für eine Erleichterung."
"Was ist plötzlich los mit dir? Ist irgendwas passiert?"
Ich sah aus dem Fenster hinaus und streifte mit dem Finger übers Glas. "Ich weiß nicht. Ich bin müde, das muss es sein."
* * *
"Lass mich los, Arschgesicht!", kreischte Melissa und zappelte wie wild in den Armen von ihrem Bruder Liam, der versuchte sie zu beruhigen.
"Ich dachte du schläfst schon du kleines Monster! Ab ins Bett mit dir.", schimpfte Liam und versuchte sie in ihr Zimmer zu tragen, doch Melissa befreite sich von seinem Griff und umarmte mein Bein. "Ich will mit Annie schlafen!"
"Ich kann's nicht glauben. Du hast eine drei-jährige allein im Haus gelassen und bist zur Party gekommen. Du hast so was von verschissen, Liam."
"Ich schwör's dir! Sie schlief, tief und fest.", verteidigte sich Liam und zog eine beleidigte Fresse.
"Das seh ich Liam, das seh ich..." Ich hob Melissa hoch und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Na, Lust mit mir zu kuscheln?"
Melissa lächelte breit und umarmte meinen Hals mit ihren winzigen Armen. "Ja!"
"Kommst du zu mir nachdem du sie schlafen gelegt hast?", fragte Liam hoffnungsvoll.
Ich zeigte ihm nur meinen Mittelfinger und ging mit Melissa schlafen, was eigentlich eine riesen Erleichterung war, da ich dachte dass Liam völlig alleine Zuhause gewesen ist.
Ich starrte auf die Decke und überlegte wie ich Nachhause gehen konnte. In dem Moment donnerte es in meinem Kopf. Wir hatten immer Ersatz Schlüssel in einem bestimmten Schuh vor unserer Haustür.
Ich zwang mich zu schlafen, doch das konnte ich einfach nicht. Das Kleid war völlig unbequem, mein Kopf schmerzte und ich musste mit meinen Schuldgefühlen kämpfen.
Als ich aufwachte sah ich wie Liam seine kleine Schwester fürs Kindergarten anzog und dabei versuchte einen Riegel zu essen.
Ich kicherte unwillkürlich und erhob mich. "Brauchst du Hilfe?"
"Bin schon fertig, danke." Er warf sich seine Schultasche über die Schulter und nahm Melissa an der Hand. "Wir gehen dann mal. Du kannst weiter schlafen. Mach hier einfach was du willst. Fühl dich wie Zuhause."
Ich begleitete die beiden bis zur Haustür und küsste sie auf die Wangen. "Viel Spaß in der Schule."
"Haha.", fälschte Liam ein Lachen. "Du schwenst also heute die Schule?"
"Da ich mit diesem Kleid nicht zur Schule gehen kann..."
"Stimmt. Dann gäbe es nämlich Hitzefrei."
Ich sah ihn fragend an und klatschte mir anschließend die Hand gegen die Stirn als ich seinen Witz verstand. "Los, ihr verspätet euch noch. Besonders du Liam." Ich drückte ihn hinweg und machte genervt die Tür zu. "Dumm, einfach nur dumm."
Schon über zwei Stunden zog ich mir irgendwelche Videos rein und als meine Augen anfingen wehzutun machte ich mich auf den Weg Nachhause.
Die Schlüssel waren glücklicherweise tatsächlich in dem Paar Schuhen vor der Haustür. "Got ya!"
Überglücklich steckte ich die Schlüssel ins Schloss und öffnete die Tür, wollte gerade herein gehen, doch erstarrte, als ich merkte dass ich nicht allein Zuhause war.
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Der perfekte Liebesbrief
Teen Fiction"Du wirst es niemals schaffen mich zu hassen.", wisperte sie gegen mein Ohr während ihre dünnen Finger über meine Brust glitten. "Du hast recht.", stimmte ich zu. "Ich werde niemals erneut solche starken Emotionen für dich fühlen." Das triumphierend...
