Kapitel 27

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Egal wo sie hin kam, nirgendwo fand sie die ruhe, den Brief aufmerksam zu lesen. Und so kam es das Ihr Füße sie wie von selbst in die unteren Etagen trugen. Dort hin, wo die Bediensteten gingen wenn sie gerade nicht gebraucht wurden. Was allerdings so gut wie nie vorkam.
Amalie fand eine kleine Nische, in welche sie sich zurück ziehen konnte. Vorsichtig holte sie den Brief aus ihrem Mieder. Er war leicht zerknittert, da Amalie sich das ein oder andere mal vergewissert hatte das der Umschlag noch da war.
Behutsam öffnete sie das Kuvert. Es war aus teurem Papier. Die Schrift war fein Säuberlich und Amalie musste mit großem bedauern feststellen, dass dieser Brief wohl nicht von Thilo kam. Diese Welle von Enttäuschung rollte allerdings auch so schnell über sie hinweg wie sie gekommen war. Der Name der Unten auf dem Brief Bogen stand, ließ ihr Herz in die Höhe fliegen.
Ihr Atem beschleunigte sich als sie begann den Brief zu lesen.

Geliebte Amalie,
meine Worte sind voller Liebe und dennoch so flehentlich wie es wohl nur ein Mann in meiner Lage zu äußern vermag. Und bedenke meine Liebe, dass keine Worte der Welt meine Liebe zu Ihnen Auszudrücken vermag. Und dennoch möchte ich es versuchen. Denn Sie bedeuten mir alles. O Liebes, mein liebes Herz!
Meiner Zuneigung können Sie sich sicher sein. Das will ich ihnen auf ewig versprechen! Mit dem Blute meines Herzens und mit meiner gesamten Willenskraft will ich für diese Worte einstehen. Auch wenn ich Ihnen versichern kann, dass all diese vielleicht banalen Schwüre für mich keines Falls ein Opfer oder sonstige Unannehmlichkeiten fordern! Denn sie bedeuten für mich alles und nichts. Leben und Tod. Das alles hängt an Ihnen und ob Sie meine Liebe erwidern.
Bejahen sie dies gerade werde ich bei ihnen sein.
Sagen Sie mir, dass sie mein sein wollen, und dass meine Entzückung zu Ihrer Person, Ihnen kein Opfer kostet! O versichern sie mir, dieses nur mit einem einzigen Wort und ich will für immer Leben. Lassen sie alles Fesseln fallen und fliegen sie mit mir. Unsere Herzen waren sich schon immer nah, nun lassen sie noch das einzige beziehungslose hin weg fallen und leben sie mit mir. Leben sie mit mir! Und ich lasse nichts und niemanden mehr zwischen unsere vereinten Seelen kommen. Nichts soll die freie Mitteilung unsere Seelen irritieren und uns auf Wege leiten die von einander weg führen! Meine Hoffnung lebt auf, Amalie! Denn diese Glückseligkeit die du mir vermagst zu geben, mit einem lächeln, mit einem scheuen Kuss, scheint mir über alle Rücksicht erhaben. Ich möchte es in die Welt hinaus schreien. "Ich bin verliebt!" Soll es jeder wissen, dass ich Sie begehre. Nur Sie.
Doch mein Herz, dass so viel ums Leiden weiß, mein geschundenes Herz, dass nun mehr liebt als jemals zuvor. Dieses Herz muss es wissen. Werden sie mich lieben können? Wird dieser voller Liebe blühende blick, auf mich niemals verblassen? So sagen Sie es mir teure Amalie! Denn mein Blutendes Herz vermag nicht mehr lange die Trauer ihrer Abwesenheit ertragen zu wissen.
Ich will ihnen versichern, dass sie vielleicht ohne mich Glücklich sein können aber ich es mir zur Lebensaufgabe machen werde, sie niemals, nicht in der Dunkelsten stunde, unglücklich bei mir zu haben. ich will ihnen alles schenken, was die Welt vermag zu geben um sie glücklich zu sehen. Denn mein Glück ist ihr Lächeln, ihre Strahlenden Augen und die art wie sie mich ansehen, so dass mir mein Herz aus der Brust zu springen droht.
Ich fühle diese Lebendigkeit in mir welche ich für immer spüren möchte.
Vielleicht sind meine Gedanken Egoistisch und sie fühlen nicht das selbe, doch wenn dem nicht so ist und sie auch so etwas wie Liebe verspüren wenn sie an mich denken, sein sie mein
denn ich möchte dieses Band Knüpfen, trotz aller Widrigkeiten die vorgefallen sind. Ich bitte sie, wenn sie diese Gefühle erwidern sein sie bei mir. Auch wenn Sie dies alles noch nicht verstehen.

Dein dich ewig liebender
Konstantin

Ihre Kehle war wie Ausgedörrt. Niemals. Niemals hatte sie etwas gelesen was sie so sehr berührte. Ohne zu denken sprang sie auf. Doch sie rutschte ab und verdrehte sich den Fuß. Ein Keuchen entfloh ihren keuschen Lippen. Ihr Knöchel pochte. Nein sagte sie sich. Sie konnte das jetzt nicht zwischen sich und Konstantin stellen. Also lief sie weiter.

Allerdings fand sie ihn nicht. Müde ließ sie sich an einer Wand hinab gleiten. Ihr Fuß bereitete ihr fürchterliche schmerzen. Doch nicht nur ihr Fuß schmerzte ihr. Warum schrieb er so schöne Worte an sie, wenn er es dann doch nicht meinte?

AmalieWo Geschichten leben. Entdecke jetzt