Hannah:
Fünf Tage nach dem Vorfall im Hotel, Hannah kochte gerade Abendessen für ihre Familie, klingelte es an der Wohnungstür. Sie eilte zur Tür und blieb wie erstarrt stehen, als sie sah, wer vor der Tür stand. „Hallo, mein Name ist Pino Brönner und ich bin ..." „Ich weiß. Sie sind der Manager von Paddy. Was wollen Sie hier?" Hannah sah sich erschrocken um. Aus dem Wohnzimmer waren die Stimmen ihrer Töchter zu hören. „Ich muss mit Ihnen sprechen. Darf ich hereinkommen?" Hannah wusste überhaupt nicht, was sie machen sollte. Da hörte sie das Zischen des überkochenden Nudelwassers aus der Küche. Sie fluchte und lief in die Küche. Pino folgte ihr und blieb in der Tür zur Küche stehen. „Es tut mir leid, dass ich Sie so überfalle. Michael Patrick Kelly hat mich gebeten, mit Ihnen zu sprechen." Hannah gab Salz und Nudeln in das kochende Wasser und drehte sich dann langsam zu Pino um.
„Was gibt es da zu besprechen?" Hannah fühlte sich in die Enge getrieben. Jeden Moment konnte ihr Mann nach Hause kommen. „Michael Patrick Kelly möchte sicher gehen, dass nichts ...." „Keine Angst, ich werde mit Sicherheit niemandem etwas davon erzählen. Ich bin nicht stolz auf meinen Aussetzer." Hannah wurde wütend. „Mama, Mama ..." Erschrocken blieb Emma stehen, als sie den fremden Mann bei ihrer Mutter in der Küche stehen sah. „Ich komme gleich, Schatz. Der Herr hier geht gleich wieder." „Warum bist du hier?" fragte Emma Pino. „Ich muss kurz mit deiner Mama etwas besprechen, okay?" Pino lächelte Emma an. Diese rannte zurück ins Wohnzimmer. Pinos Augen verwandelten sich von warm zu eiskalt im Bruchteil einer Sekunde. Hannah fiel es sehr schwer, seinem Blick Stand zu halten. Er sah sie so verachtungsvoll an. Sie verachtete sich ja selber, aber ihm stand es nicht zu, sie so anzusehen. „Ich hasse lügen und ich betrüge normalerweise auch nicht. Ist es immer Ihre Aufgabe, Paddys Affären hinter herzuräumen?" „Nein, Paddy tut so etwas auch nicht." Pino biss sich auf die Lippe, er hatte ganz offensichtlich etwas gesagt, was er nicht hatte sagen wollen. Hannah war erleichtert, das zu hören. Sie hatte sich in den letzten Tagen so sehr wegen möglicher Krankheiten verrückt gemacht. „Sie gehen jetzt bitte. Paddy braucht sich keine Sorgen zu machen. Ich habe keinerlei Interesse, dass irgendjemand etwas von unserem Fehler erfährt. Bitte gehen Sie jetzt. Mein Mann kommt gleich und ..." „Sie sind verheiratet und haben Kinder?" Hannah hörte den Vorwurf in Pinos Stimme sehr deutlich. Sie lief rot an. „Ja. Und es ist unverzeihlich was passiert ist. Gehen Sie jetzt!" Hannah warf Pino fast raus und machte dann hektisch das Abendessen fertig. Der Besuch von Paddys Manager hatte sie vollkommen aus dem Konzept gebracht.
„Hallo, ich bin wieder zu Hause." „Papa, Papa." Die Mädchen umarmten ihren Vater und Hannah lächelte Axel verlegen von der Küchentür aus an.
Paddy:
Paddy hatte ungeduldig auf die Rückkehr von Pino gewartet. Er bereute es, ihm zugestimmt zu haben, mit Hannah zu reden. Es machte ihn irgendwie nervös, zu wissen, dass Pino nun wusste, wo Hannah wohnte. Wie es bei ihr zu Hause aussah. Wie sie aussah. Nervös tigerte Paddy durch sein Hotelzimmer. Jedes Mal, wenn er an Hannah dachte, daran, dass Pino mit ihr gesprochen hatte, schlug sein Herz schneller. Und dafür hasste er sich. Er wollte es abschalten. Es war eine blöde körperliche Reaktion und er war doch Mönch gewesen, müsste er nicht in der Lage sein, solche hormongesteuerten Reaktionen besser im Griff zu haben?
Endlich klopfte es an der Tür und Paddy ließ Pino eintreten. „Und?" „Ich war bei ihr. Ich denke, wir haben nichts zu befürchten. Ihr tut es genauso leid wie dir." Paddy ließ sich auf sein Bett fallen. Statt erleichtert zu sein, fühlte er zuerst Enttäuschung. „Ich kann dich verstehen, sie sieht wirklich gut aus und sie hat etwas. Aber weißt du was? Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie behauptet, sie wäre noch nie fremdgegangen." „Das bin ich vorher auch nie." Paddy sprang auf. Er lief wieder im Raum auf und ab. „Paddy, versuch das alles zu vergessen. Du liebst Joelle, warum solltest du ihr so weh tun? Tu dir selbst einen Gefallen und vergiss es einfach." „Einfach? Wie soll das einfach sein? Oh Pino. Ich weiß nicht, ob ich Joelle anlügen kann." „Wenn du meinen Rat hören willst, dann behalt es für dich. Aber letztendlich musst du das mit dir und deinem Gewissen und mit Gott ausmachen." „Ja, das muss ich wohl. Vielen Dank Pino." Paddy hätte so gerne gefragt, wie es Hannah ging. Ob es ihr gut ging, aber er wollte nicht fragen. Er wusste, dass Pino wahrscheinlich die falschen Schlüsse daraus gezogen hätte. Er wollte sie nicht wiedersehen. Er wollte nur nicht, dass es ihr wegen ihm schlecht ging. Paddy fühlte sich so zerrissen. So schuldig.
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Ein einziger Fehler
FanfictionEin Fehler. Eine Nacht. Michael Patrick Kelly hat Joelle betrogen. Hannah hat ihren Mann hintergangen. Damit müssen sie nun beide leben.
